Freitag, 14. Dezember 2012

Calatrava, nach Abkassieren in seiner Heimat steuerflüchtender Stararchitekt

Santiago Calatrava, weltbekannter spanischer Architekt, der auch durch seine Projekte im Zusammenhang mit der Olympiade in Barcelona (1992) bekannt wurde, hat sich entschlossen, sein Vermögen und seine Einkünfte dem Zugriff seiner Landsleute zu entziehen. Er ist mit Sack und Pack nach Zürich umgezogen, um nun den Schweizern seine Steuern zukommen zu lassen. Obwohl es den spanischen Reichen immer noch recht gut geht, scheinen sie angesichts der wirtschaftlichen Situation zu wittern, dass sie auch nicht ganz ungeschoren davon kommen werden. Die Ratten lassen das versinkende Schiff und wollen nebenbei ganz einfach ihr Vermögen möglichst für sich allein haben, auch wenn von Calatrava, dem offiziellen Botschafter der “Marke Spanien”, ein besonderes Verantwortungsbewusstsein erwartet werden könnte.

Besonders bitter, wenn dieser Architekt seine größten Einkünfte in seinem Land und in der Regel mit öffentlichen Geldern erzielen konnte. Dabei hat er immer kassiert, auch wenn die Projekte nicht oder mangelhaft ausgeführt wurden. Um die Verdienste des Architekten auch in dieser Richtung besser bewerten zu können, gibt es die Webseite “www.calatravatelaclava.com” die sich seiner Leistungen annimmt. Calatrava wurde in Valencia geboren und diese Stadt zeigte in den letzten Jahren eine treue Anhänglichkeit an ihren bekannten Sohn. Er hat von der Landesregierung Valencia etwa 100 Millionen Euro kassiert. Bei seinen Abrechnungen hat er weder Mehrwertsteuer noch sonstige Steuern in Spanien bezahlt. Alle Verträge mit ihm wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgehandelt. Dabei wurden Honorare in einem prozentualen Anteil der Endkosten der Projekte vereinbart. Diese Endkosten haben sich im Laufe der Zeit gegenüber dem ersten Kostenvoranschlag in der Regel verdoppelt oder verdreifacht. Sein größtes Projekt in Valencia, die “Stadt der Künste” (Ciudad de las Artes) hat Valencia 1,1 Milliarden Euro gekostet. Seine Honorarkosten über 100 Millionen Euro für dieses Projekt bezeichnet er selbst als “Billigangebot verglichen mit Projekten in anderen Ländern”. Die Stadt der Künste ist ein Bauruine geblieben. 4 Säle sollten angeboten werden, davon war einer nicht benutzbar und ist bis heute nicht geöffnet worden. Ein anderer wurde wegen akustischer Mängel geschlossen. Aus dem Hauptsaal mussten 200 Sitze entfernt werden, weil von ihnen aus nichts gesehen werden konnte. Bei der Eröffnung versagte die Mechanik für den Wechsel der Bühne, diese verschwand samt Bühnenbild und wurde unbenutzbar. Die Mängelliste bei seinen Projekten ließe sich weiterführen. Verdient hat er trotzdem gut daran dank einer Kumpanei der damaligen Landesregierung von Valencia mit ihrem prominenten Sohn. Dabei setzte man sich über Vorschriften zu Bauvorgabe hinweg und ging willkürlich mit öffentlichen Geldern um. Nicht umsonst schwelt in Valencia, das inzwischen um Aufnahme unter den Rettungsschirm der spanischen Regierung bitten musste, noch ein aufzuklärender Korruptionssumpf.

Die Zeitung El Pais fasst ihr Urteil so zusammen: “Calatrava, multidisziplinärer Schöpfer und jetzt Steuerflüchtling ist ein Symptom für den pharaonischen Wahn, der in der Zeit des “Ziegel-Booms” blühte. Betörende Kulissen, um die Touristen einzulullen, extravagante Hochhäuser in verdrehten Formen und Leere im Innern umgeben von viel immobiliären Getöse. So wie die Brücke, die nirgendwohin führt oder die tote Stadt. Vollkommene Leere”.

Siehe auch:
Bürgermeisterin von Valencia im Sumpf der Luxusgeschenke

Informationsquelle
Grandes que “huyen” de su patria – Blog Negro sobre Blanco
El emigrante fiscal – El Pais