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Botschaft an die spanische Jugend: Glaubt an Christus und alles wird gut!

Der Präsident der spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Rouco Varela, scheint mit der neuen spanischen Bewegung der “Democracia Real ya!”, auch “Movimento 15-M” genannt, nicht klar zu kommen. Vielleicht ist er einfach zu alt dafür. Für ihn kommen die Demonstrationen und Unzufriedenheit vor allem der jungen Spanier aus ihrem mangelnden Glauben an Christus. Deswegen ist sein Urteil über die Demonstranten auch gnadenlos: “Sie haben zerbrochene Lebensläufe. Weil sie nicht an Christus glauben und nur materialistisch denken, müssen sie scheitern, sind unzufrieden und rebellieren.”

Während eines Gottesdienstes erklärte er heute: “Der Verlust der christlichen Tradition betrifft vor allem die Jugend, wie wir das in diesen Tagen am Phänomen des 15-M an der Puerta del Sol beobachten konnten.” Der Kirchenmann hat bereits früher erklärt, dass das Problem der Jugend nicht in den wirtschaftlichen Problemen läge, sondern “in ihrer Seele, in ihrem Herzen”. Er empfiehlt den Protestierern ihr Gewissen zu prüfen und an Herzensgüte zu wachsen. “Sie sollen nicht nur rechtliche, wirtschaftliche und soziale Reformen suchen, sondern auch an die letzten Dinge denken.”

In dem vorerwähnten Gottesdienst wird er noch unpräziser, indem er seine Gottesdiener auffordert, “unsere Priesterschaft innerhalb unserer Mission zu leben und das Mysterium der Kirche als Priester dieses Moments, in dem das Gotteskind dem Menschen das Leben gibt, zu leben, um noch effektiver im Dienst am Menschen und der Jugendlichen unserer Zeit zu sein.” Ob er mit diesen Worten die Jugend erreichen wird?

Vom 16. bis zum 21. August wird der Weldjugendtag (WJT) in Madrid stattfinden. “Das Hauptanliegen des WJT ist, den Jugendlichen aller Welt die Botschaft Jesu Christi zu verkünden. Der Weltjugendtag ist eine Initiative der katholischen Kirche der Evangelisierung von großem ökumenischem Ausmaß”, beschreiben die Organisatoren ihren WJT. Was könnte mehr stören als eine politisierte Jugend? Auf der Webseite des WJT geht es ganz unpolitisch zu. Da interessieren so Themen wie “Das Prinzenpaar von Asturien versprach Hilfe und äußerte Vorfreude auf den WJT und seine soziale Bedeutung” oder "Die Madrider Gasthäuser in emsiger Vorbereitung auf den WJD”. Wer wohl die Nachrichten auf diese Webseite setzt? Irgendeine verkalkte Kirchenbürokratie im Vatikan?

Rouco Varela soll sich in letzter Zeit sehr mit Angriffen gegen die sozialistische Regierung – sonst sein Lieblingsfeind – zurückgehalten haben. Vermutlich weil diese so brav bei der Vorbereitung des WJT mitgeholfen hat. Dafür wollen sie auch vom finanziell geplagten spanischen Staat kein Geld. Nachricht auf der WJT-Webseite: “Der WJT sorgt für einen wirtschaftlichen Zuwachs in Spanien von rund 100 Millionen Euro”. Danke, lieber Gott, werden die spanischen Politiker sagen.

Aber die Jugend, die Bewegung des 15-M, lässt die sich von diesen mystischen Sprüchen und Unterstellungen gegen sie domestizieren? Eine Auswahl an Kommentaren in der Online-Zeitung “Publico.es”:
“Wir sind nicht so kaputt wie die Jugendlichen, die deine Sekte von Pädophilen schamlos missbraucht hat. Ich werde dir in der Hölle begegnen, Rouco!”
“Das ist Opium für das Volk!”
“Dieser Mann ist jedes Mal weiter weg von der Wirklichkeit in der Welt.”
“Rouco, du weißt nicht, was du sagst. Es wäre für alle schön, wenn du dich dem Gebet widmen und ansonsten schweigen würdest. So hättest du weniger Zeit, um dein klar faschistisches Gedankengut bekannt zu geben.”

Siehe auch:
Soll er doch kommen, der Ratzinger
Der Vatikan, die spanische Regierung und die spanischen Bischöfe

Informationsquelle:
Rouco dice que los jóvenes del 15-M tienen "sus vidas rotas" – Publico.es

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