Direkt zum Hauptbereich

Rumänien will sich neu organisieren

Man mag es Verwaltungsreform nennen, aber es steckt auch ein bisschen das Abrücken vom zentalistischen Staat dahinter. Präsident Traian Basescu macht Druck. Er will, dass Rumänien neu organisiert wird. Bisher hat das Land 41 Kreise (Judetze). In Deutschland würde man diese Verwaltungseinheit als "Kreis" bezeichnen, in Frankreich als "Provinz". Der radikale Vorschlag des Präsidenten besteht nun darin, dass Rumänien statt der 41 Kreise in Zukunft aus 8 Regionen bestehen soll.

Und so erklärt es der Staatspräsident: "Ich bin der Meinung, dass die Reorganisation in 2 Etappen ablaufen soll. Seit 1990 haben wir tausende Gesetze gemacht. Das Gesetz über die administrative Aufteilung Rumäniens stammt aber aus dem Jahre 1968. Es ist interessant, dass seit den 21 Jahren nach der Revolution der Inhalt dieses Gesetzes nicht verändert worden ist. Die Vorgehensweise ist nicht einfach. Ich schlage deshalb den politischen Parteien vor, dass wir bis zu den Wahlen im Jahr 2012 die neue territoriale Aufteilung entscheidungsreif vorbereiten. Ich glaube, dass wir bis 2012 alles notwendige tun können,  um eine geschmeidigere und effizientere örtliche Verwaltung schaffen zu können." Nach seiner Meinung sollte aus den 41 Kreisen 8 Regionen geschaffen werden, die den derzeit 8 europäischen Entwicklungsregionen entsprechen sollten. Und warum hält er das für notwendig: "In den 41 Kreisen gibt es viele Funktionäre, riesige Ausgaben, riesige Bürokratie. Jeder, der die einfache Rechnung aufmacht, stellt fest, dass dies wirtschaftlich eine große Summe an Mitteln bedeutet, die besser anderswo verwendet werden könnten. Die Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass die Staaten zwei Punkte haben, an denen sie verwundbar sind: Große Ausgaben für das Funktionieren des Staates und politische Demagogie, die zu einem übertriebenen System der sozialen Absicherung sowohl von Standpunkt der Begünstigten wie vom Standpunkte der Finanzmittel des Staates aus geführt haben. Wer aus der Krise nicht lernt, dass er seine Staatsausgaben reduzieren muss und dass die sozialen Programme nur denen zugute kommen sollen, die sie notwendig haben, der macht einen großen Fehler". Zusätzlich erwartet der Regierungschef von der Reorganisation eine effizientere und gründlichere Nutzung von Regionalmitteln der europäischen Union.

Seltsamerweise gibt es hier kein Wort zu einem anderen Grund für die territoriale Reorganisation: Einige Regionen, insbesondere die der ungarischen Minderheit, möchten gerne wesentlich mehr Selbständigkeit in der Verwaltung ihrer Regionen. Deshalb steht auch die UDMR, die Partei der Ungarn, diesem Projekt sehr kühl gegenüber. Die Partei, die auch an der Regierung beteiligt ist, erklärt, dass sie kein Projekt der territorialen Reorganisaton unterstützen werde, wenn dabei gleichzeitig nicht darauf verzichtet werde, die Repräsentanz der ungarischen Gemeinschaft in einem Superkreis zu verwässern und dies entgegen den historischen und wirtschaftlichen Realitäten.

In der rumänischen Presse kursiert bereits eine Karte: Danach gäbe es vom Namen her so unpolitische Regionen wie "Zentrum", "Nordwest", "West", "Südwest-Oltenien", "Süd-Muntenien", "Südost", "Nordost" sowie die Hauptstadt "Bukarest". Warum nicht die historischen Regionen wie  zum Beispiel "Szeklerland (Tinutul Secuiesc)", "Siebenbürgen (Ardeal)", "Banat", "Walachei", "Dobrudscha", "Bukowina", "Moldau", "Maramuresch"? Klingt schöner, aber hat zuviel Zündstoff.

Informationsquelle:
Băsescu: Este clar că există un consens că ţara trebuie reorganizată administrativ. Vezi declaraţiile preşedintelui despre referendumul Capitalei şi aderarea la Schengen - Mediafax
România lui Traian Băsescu are opt judeţe - Evenimentul Zilei

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das…

Der Generalkonsul mit Nazi-Vergangenheit, dessen Sohn mit internationalem Haftbefehl gesucht wird

Hans Hoffmann, mit Spitznamen “Juanito” oder “Don Juan”, war Generalkonsul in Málaga. Kein echter Berufskonsul, sondern ehrenhalber. Nicht nur Honorarkonsul, sondern Honorargeneralkonsul, wobei er gegen schwere Bedenken des Auswärtigen Amtes darauf bestand nur “Generalkonsul” genannt zu werden. Ganz früher war er zur Nazizeit an der deutschen Botschaft in Madrid tätig. Er kannte sich bestens im Land des Diktators Franco aus und war mit einigen Größen des Francoregimes befreundet. Spanische Medien haben inzwischen herausgefunden, dass Hoffmann an der Botschaft als Gestapo-Agent tätig war. Er soll auch bei Treffen zwischen Hitler und Franco gedolmetscht haben.Er ist 1998 gestorben.

Nach dem Krieg zog er an die Costa del Sol, wo er deutschen Nazis als Fluchthelfer gedient haben soll. In den 50er Jahren machte er die Bekanntschaft von Franz-Josef Strauß, der in Deutschland eine steile Politikerkarriere hinlegte. Strauß sorgte dafür, dass Hofmann sogenannter Wahlkonsul in Algec…