Direkt zum Hauptbereich

Das Motorrad: Objekt der Begierde und Tatwerkzeug

Aus dem brasilianischen Bundesstaat Pará an der Amazonasmündung berichtet der Diario do Pará über den Motorrad-Terror auf den Straßen des Bundesstaates. Der Diebstahl von Motorrädern, die Umfrisierung durch spezialisierte Banden, die Nutzung des Motorrades für Hinrichtungen und Überfälle sind der Alltag in dieser Region. Nach Angaben der Polizei erfolgen die Diebstähle nur um das gestohlene Fahrzeug in anderen Regionen wieder zu verkaufen. Besonders betroffen von den Diebstählen ist der Großraum der Hauptstadt Belém.

Die Polizei berichtet, dass die sich auf dieses Delikt spezialisierenden Banden wie folgt vorgehen: "Das ganze läuft in 4 Etappen ab. Zuerst wird dem Halter das Motorrad per Überfall auf der Straße oder durch Diebstahl abgenommen. In der zweiten Etappe übernimmt ein Hehler das Motorrad und schickt es, drittens, an einen Mechaniker in einer Werkstatt, den man "Pino" nennt. Der "Pino" frisiert das Motorrad um, indem er die Fahrgestellnummer und das Kennzeichen ändert. Der vierte im Bunde ist der "Dute", er hat die Aufgabe die Dokumente des Motorrades so zu fälschen, dass man nicht mehr erkennen kann, dass es gestohlen wurde, sondern aussieht wie ein legal erworbenes Fahrzeug." Die Käufer können meistens dann nicht mehr erkennen, dass das Motorrad aus einem Diebstahl stammt. Die beliebtesten Modelle für den Diebstahl sind die Motorräder Honda Broz, Honda CG125 und  Honda Fan 150.

Das Motorrad wird aber nicht nur gestohlen, es ist auch ein beliebtes Tatwerkzeug. In vielen Mordfällen verübt der Täter seine Tat vom Motorrad aus. Die Polizei erklärt, dass in 60% der Mordfälle das Motorrad benutzt wurde. Es ermöglicht in den oft verstopften und schwer zugänglichen Straßen einen leichteren Zugang und eine schnellere Flucht. Auf diese Weise regeln kriminelle Banden ihre Machtkämpfe oder werden auch wohlhabende Bürger erschossen. Die problematischsten Viertel von Belém sind die Stadtteile Icuí - Guajará und 40 Horas sowie die Gemeinde Ananindeua.

Die Polizei tut was sie kann, um das Phänomen zu bekämpfen. Sie sagt aber, dass sie ohne Mitarbeit der Bevölkerung nicht voran kommt und fordert diese auf, die Diebstähle sofort anzuzeigen und über verdächtige Werkstätten, Häuser und Grundstücke zu berichten, die für die "Bearbeitung" von gestohlenen Motorrädern in Frage kommen.

Informationsquelle:
DOL - Diário Online - Quadrilhas barbarizam sobre duas rodas

Kommentare

  1. Unglaublich wie sich einige daraus ihre Nutzen ziehen und damit auch noch Straftaten begehen. Da muss man zusammenhalten und etwas dagegen tun.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…