Sonntag, 31. Mai 2009

Welttag ohne Tabak - World No Tobacco Day

Für heute hat die Weltgesundheitsorganisation den "Welttag ohne Tabak" (World No Tobacco Day) ausgerufen. Wie geht die Welt damit um?

Für den "Diario Bahia de Cádiz" ist dies auf jeden Fall eine Nachricht wert, denn 28,6 % der Bewohner der südspanischen Hafenstadt Cádiz, genannt Gaditanos, sind Raucher. Es wird auch erinnert an die Tatsache, dass in Spanien 60.000 Menschen jährlich wegen aktivem Tabakgenuss und 6.300 wegen Passiv-Rauchens sterben müssen. In Andalusien kämpft die Landesregierung über einen "Gesamtplan gegen den Tabak-Konsum in Andalusien" (Plan Integral de Tabaquismo de Andalucía) mit Aufklärungskampagnen gegen den Tabakkonsum.

Die Zeitung "Journal d'Alsace" berichtet aus Frankreich, dass der Tabak immer noch der erste vermeidbare Todesverursacher (le 1er facteur de mortalité évitable) in Frankreich ist. Ab heute beginnt das französische Gesundheitsministerium eine Kampagne gegen das Rauchen unter dem Titel « Le fumeur a une chance sur deux de mourir du tabac » (Für den Raucher stehen die Chancen 1 zu 2 am Tabak zu sterben). Die französischen Behörden zählen jährlich 66.000 Tabak-Tote. Frankreich gehört nach eigener Einschätzung im europäischen Schnitt zu den schlechten Schülern im Kampf gegen den Tabak. Bei der Kampagne wird deshalb zu allen Möglichkeiten des Öffentlichkeitsarbeit gegriffen werden. "Le Figaro" zeigt die ersten Bilder - noch in englisch -, die dem französischen Raucher den Schweiss auf die Stirne treiben sollen.

Salvador Bahia, die Stadt an der Bucht von Todos os Santos in Nordostbrasilien, die Stadt des Tabaks, der "Brasil", will da nicht zurückstehen. Der Bürgermeister der Stadt hat mit sofortiger Wirkung verfügt, dass in geschlossenen Räumen (fumo em locais fechados) nicht mehr geraucht werden darf. Einige findige Salvadorianer wollten dem mit der Einrichtung von "fumodromos" (nur Raucher vorbehaltenen Räumen) ausweichen, aber auch das hat der Bürgermeister verboten. Nichtraucher werden aufgefordert, in geschlossenen Räumen rauchende Personen zu fotografieren und die Bilder an die Stadtverwaltung zu schicken.

In Rumänien knöpft sich "Evenimentul Zilei" schwangere Frauen vor, die das Rauchen nicht lassen können. "Fettleibigkeit, Asthma, Leukämie, Krebs (Obezitate, astm, leucemie, cancer). Das sind einige der Krankheiten, an denen Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft geraucht haben, leiden", schreibt die Zeitung. Es wird die Ärztin Magdalena Ciobanu, vom Institut "Marius Nasta”, koordinierendes Zentrum für Ratschläge für den Verzicht aufs Rauchen, zitiert, die Rauchen in der Schwangerschaft mit dem russischen Roulette (ruleta rusească) vergleicht: 6 von 8 möglichen Kugeln sind geladen!

Und was sagt man dazu in der Heimat der Havanna, in Kuba? "Cuba.web" berichtet unter dem Titel "Hoy, Día Mundial sin Fumar" (Heute Welttag mit Raucherverzicht) und macht darauf aufmerksam, dass Kuba ein Programm zu Vorbeugung und Kontrolle der Tabaksucht (tabaquismo) habe, um die Neigung zu dieser Sucht, die 90% des Lungenkrebses und 25% der kardiovaskulären Erkrankungen verursache, zu minimieren. Für die Kubaner gelte der Wahlspruch “Sin fumar se vive mejor” (ohne rauchen lebt man besser).