Direkt zum Hauptbereich

Welttag ohne Tabak - World No Tobacco Day

Für heute hat die Weltgesundheitsorganisation den "Welttag ohne Tabak" (World No Tobacco Day) ausgerufen. Wie geht die Welt damit um?

Für den "Diario Bahia de Cádiz" ist dies auf jeden Fall eine Nachricht wert, denn 28,6 % der Bewohner der südspanischen Hafenstadt Cádiz, genannt Gaditanos, sind Raucher. Es wird auch erinnert an die Tatsache, dass in Spanien 60.000 Menschen jährlich wegen aktivem Tabakgenuss und 6.300 wegen Passiv-Rauchens sterben müssen. In Andalusien kämpft die Landesregierung über einen "Gesamtplan gegen den Tabak-Konsum in Andalusien" (Plan Integral de Tabaquismo de Andalucía) mit Aufklärungskampagnen gegen den Tabakkonsum.

Die Zeitung "Journal d'Alsace" berichtet aus Frankreich, dass der Tabak immer noch der erste vermeidbare Todesverursacher (le 1er facteur de mortalité évitable) in Frankreich ist. Ab heute beginnt das französische Gesundheitsministerium eine Kampagne gegen das Rauchen unter dem Titel « Le fumeur a une chance sur deux de mourir du tabac » (Für den Raucher stehen die Chancen 1 zu 2 am Tabak zu sterben). Die französischen Behörden zählen jährlich 66.000 Tabak-Tote. Frankreich gehört nach eigener Einschätzung im europäischen Schnitt zu den schlechten Schülern im Kampf gegen den Tabak. Bei der Kampagne wird deshalb zu allen Möglichkeiten des Öffentlichkeitsarbeit gegriffen werden. "Le Figaro" zeigt die ersten Bilder - noch in englisch -, die dem französischen Raucher den Schweiss auf die Stirne treiben sollen.

Salvador Bahia, die Stadt an der Bucht von Todos os Santos in Nordostbrasilien, die Stadt des Tabaks, der "Brasil", will da nicht zurückstehen. Der Bürgermeister der Stadt hat mit sofortiger Wirkung verfügt, dass in geschlossenen Räumen (fumo em locais fechados) nicht mehr geraucht werden darf. Einige findige Salvadorianer wollten dem mit der Einrichtung von "fumodromos" (nur Raucher vorbehaltenen Räumen) ausweichen, aber auch das hat der Bürgermeister verboten. Nichtraucher werden aufgefordert, in geschlossenen Räumen rauchende Personen zu fotografieren und die Bilder an die Stadtverwaltung zu schicken.

In Rumänien knöpft sich "Evenimentul Zilei" schwangere Frauen vor, die das Rauchen nicht lassen können. "Fettleibigkeit, Asthma, Leukämie, Krebs (Obezitate, astm, leucemie, cancer). Das sind einige der Krankheiten, an denen Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft geraucht haben, leiden", schreibt die Zeitung. Es wird die Ärztin Magdalena Ciobanu, vom Institut "Marius Nasta”, koordinierendes Zentrum für Ratschläge für den Verzicht aufs Rauchen, zitiert, die Rauchen in der Schwangerschaft mit dem russischen Roulette (ruleta rusească) vergleicht: 6 von 8 möglichen Kugeln sind geladen!

Und was sagt man dazu in der Heimat der Havanna, in Kuba? "Cuba.web" berichtet unter dem Titel "Hoy, Día Mundial sin Fumar" (Heute Welttag mit Raucherverzicht) und macht darauf aufmerksam, dass Kuba ein Programm zu Vorbeugung und Kontrolle der Tabaksucht (tabaquismo) habe, um die Neigung zu dieser Sucht, die 90% des Lungenkrebses und 25% der kardiovaskulären Erkrankungen verursache, zu minimieren. Für die Kubaner gelte der Wahlspruch “Sin fumar se vive mejor” (ohne rauchen lebt man besser).

Beliebte Beiträge

"Die Faschisten von Soros wollten mich lynchen"

Gabriela Firea ist Oberbürgermeisterin von Bukarest. Sie ist 43 Jahre alt und von Beruf Journalistin. 2012 wechselte sie in die Politik und wurde für die Partidul Social Democrat (PSD) in den rumänischen Senat gewählt. Im Juni 2016 wurde sie zur Oberbürgermeisterin von Bukarest gewählt. Inzwischen hat sie einen sehr hohen Beliebtheitsgrad in Rumänien und nach einer neueren Umfrage würden sie bei Präsidentschaftswahlen meht Stimmen bekommen als der derzeitige Amtsinhaber Iohannis.

Etwas rätselhaft ist diese Intention der Bevölkerung, denn in Bukarest ist Frau Firea nicht unbedingt beliebt. Sie hat bei den Wahlen viel versprochen und bisher wenig gehalten. Ein empörter Bukarester Bürger beschreibt die bisherige Erfolgbilanz von Frau Firea so: "Sie hat bisher nichts getan. Sie soll zurücktreten. Es gibt keine Parkplätze, der öffentliche Nachverkehr ist genauso schlecht wie bisher. Sie hat nichts von dem gehalten, was sie versprochen hat wie zum Beispiel Klimaanlagen in den öffentlic…

Wer versteht diese Theresa May?

Theresa May, die britische Premierministerin, gibt ein seltsames Bild ab. Sie war einmal gegen den Brexit und ist nun feurige Durchsetzerin des knappen Bürgervotums für den Brexit, eines Votums, das laut britischer Gesetzgebung nur beratenden Charakter hatte. "Brexit meint Brexit" war nun ihr ständiges Mantra und dann sah sie auch noch die Chance angesichts der zerstrittenen Labour-Partei durch aus opportunistischen Gründen schnell vorgezogene Wahlen eine überwältigende Mehrheit im Parlament zu bekommen. Jetzt lautet das Mantra, nur mit mir wird es eine "starke und stabile" (strong and stable) Regierung geben. Drei brutale terroristische Anschläge in kürzester Zeit stellen diesen Wahl-Spruch inzwischen vor eine Prüfung. Und hier sieht die Lage dann nicht mehr so gut aus. Sie war schließlich vor der Übernahme des Premierministeramtes 6 Jahre Innenministerin.

Es ist unklar, was sie eigentlich antreibt. Der Verdacht, dass es ihr nur um ihre eigene Karriere geht, dräng…

Brasilianer haben die Nase voll von ihrer Regierung: Diretas já!

Am vergangenen Sonntag kam es am Strand der Copacabana zu einer Großdemonstration, an der ungefähr 150.000 Personen teilgenommen hatten. Organisiert wurde die Demonstratien von vielen Bürgerbewegungen und von bekannten Künstler wie den Sängern und Musikern Caetano Veloso und Milton Nascimento. Das Ziel des Protestes ist es, das brasilianische Parlament zu einem Beschluss über eine Verfassungsänderung, der direkte Wahlen für das brasilianische Präsidentenamt ermöglicht, zu drängen.
Die brasilianischen Politiker hatten es geschafft, die legitim gewählte Präsidentin Dilma Rousseff unter windigen Gründen per Impeachment aus dem Amt zu putschen. Rousseff wurden haushaltsrechtliche Verfehlungen vorgeworfen. Nachfolger wird in einem solchen Fall laut brasilianischer Verfassung der Vizepräsident und das war Michel Temer. Inzwischen stellt sich heraus, dass Temer in Korruptionsskandale verwickelt ist und seine Position als Präsident wackelt bedenklich. Sollte auch er aus seinem Amt entfernt w…

Polizei auf Bettler-Jagd in Timisoara

Der OB von Timisoara / Temesvar, der Hauptstadt des rummänischen Banats, hat der eigenen Lokalpolizei vorgeworfen, dass Bettlerproblem in der Stadt nicht ausreichend zu bekämpfen. Das Zentrum der Stadt sei inzwischen beliebtes Ziel von Bettlern. Tags darauf haben die Gescholtenen beschlossen in Zivil auf Bettler-Jagd zu gehen.

Die Webseite deBANAT.ro berichtet über die Arbeit der Lokalpolizei:

Die Polizisten haben sich nach der Schelte sofort an die Arbeit gemacht und eine Razzia im  öffentlichen Nahverkehr vorgenommen. "Die Aktion erfolgte auf der Strecke Badea Richtung Nordbahnhof. Es wurden auch Strafen für die Tatsache des Alkoholkonsums, Bettlerei, Müllverursachung und anderes erlassen. Bereits im vergangenen Monat haben die Aktionen auf diesen Linien zur Festnahme von 81 Bettlern geführt, gegenüber denen gesetzliche Massnahmen angewendet wurden, aber leider kommen diese Personen immer wieder auf die Straße zurück", erklärte der Verantwortliche der Lokalpolizei. Er erkl…

Das Besondere an der Korruption in Spanien

Von osteuropäischen Ländern sind wir eine offensichtliche Korruption gewöhnt. Hier besticht jeder jeden, der ihm/ihr etwas zu bieten hat. Der Verkehrspolizist lässt bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Falschparken die Sünder laufen, wenn man ihm einen Schein in die Hand drückt.  Im Krankenhaus sind Pflegekräfte und Ärzte besonders motiviert, wenn sie mit Zugaben gefüttert werden. In Spanien ist das ein bisschen anders. Die Korruption ist hier versteckter. Beamte machen sich nicht die Hände schmutzig. Wenn man von ihnen was haben will, muss man auch für banale Dinge einen Vermittler, den "Gestor", einschalten. Der teilt sich dann sein Einkommen mit dem Beamten. Wer im öffentlichen Dienst nicht so viel zu bieten hat, ist eher nicht korrupt. Dagegen kennt die Korruption im Kreise der Mächtigen aus Wirtschaft und Politik keine Grenzen und wurde bisher als selbstverständlich angesehen und vom Volk so hingenommen.

Die derzeitige Regierungspartei Partido Popular hat da ein r…

Großbritannien, das zerstrittene Königreich, auf den Spuren Griechenlands

Das Vereinigte Königreich (UK) verlässt die EU. Nach dem Brexit-Referendum hatten die regierenden Konservativen  um Premierministerin May entdeckt, wie toll ein solcher Abschied vom europäischen Kontinent ausgehen könnte. Ungeahnte Möglichkeiten würden dem Land in der weiten Welt winken, die nur darauf warte, mit den Briten ins Geschäft zu kommen. Realistischerweise hat Premierministerin May schon einmal erklärt,  dass das nur funktioniere, wenn das Land zu einer Steueroase à la Panama umgebaut werde.

Die EU schien in dieser Zukunftphantasie keine Rolle zu spielen,  obwohl sie doch der größte Handelspartner des Landes ist. In einem Anflug von völliger Betriebsblindheit setzte May noch Neuwahlen an, weil man ihr eine überwältigende absolute Mehrheit prognostizierte. Das ging dann gründlich schief und jetzt steht Großbritannien ratlos vor einem Scherbenhaufen. Plötzlich kommen auch Bedenken auf, ob ein knallharter völliger Abschied von der EU tatsächlich für Großbritannien positiv sein…