Freitag, 4. November 2016

Frankreichs Gefängnisse: Wie bisher geht es nicht weiter

Im Oktober twitterte der französische Ministerpräsident Manuel Valls:
Wir haben zu viele veraltete Gefängnisse, zu viele Zellen mit Mehrfach-Belegung oder sogar Überbelegung: Dieses Situation ist Frankreich’s nicht würdig.
Mit einer Überbelegungsrate von 118% erfordere die Situation ein sofortiges Handeln. Es sollen 33 neue Gefängnisse gebaut werden: 32 Untersuchungsgefängnisse, 1 normales Gefängnis; ebenfalls 28 Trakte zur Vorbereitung der Entlassung (12 Gefängnisse sollen dafür umgebaut und 16 neue gebaut werden). Die Regierung rühmt sich in den letzten 5 Jahren 4.235 neue Stellen in der Gefängnisverwaltung geschaffen zu haben.

Das wird kosten. Die französische Regierung hat im Haushalt für 2017 1,6 Milliarden Euro vorgesehen. Dabei sind die Zentren zur Vorbereitung der Entlassung neu. Sie sollen die Gefangenen auf die gesellschaftliche Reintegration vorbereiten und damit soll die Rückfallhäufigkeit gesenkt werden. In Zukunft soll die Einzelzelle zum Normalfall werden. Es wird ein Mindestanzahl von 80% der Gefängniszellen als Einzelzelle angestrebt werden. Das bedeutet laut Valls den Bau von 10.000 bis 16.000 neuen Zellen, deren Kosten auf 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro geschätzt werden.

Auch soll die Sicherheit innerhalb der Gefängnismauern gesteigert werden, denn “es werden dort mehr als 4.000 körperliche Aggressionen im Jahr gezählt”, laut Valls. In Frankreichs Gefängnissen gibt es etwa 340 Gefangene wegen terroristischer Aktivitäten und man erwartet, dass diese Zahl zunehmen wird. Dafür gibt es zum Teil schon operierende Abteilungen, wo man diese Gefangene mit Ausbildung- und Bildungsprogrammen auf den richtigen Weg bringen und einer weiteren Radikalisierung vorbeugen will.

Informationsquelle
"Nous devons construire les prisons de demain"