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Stierkämpfe in Spanien: Vom Vergnügen zur Qual

Laut der Internetseite “eldiario.es” veröffentlicht das spanische Kultur-, Erziehungs- und Sportministerium eine regelmäßige Statistik “in Stierkampfangelegenheiten”. Nach dieser Statistik fanden vergangenes Jahr in Spanien 1.868 Stierkampfverantstaltungen statt. Dabei wurden mindestens 7.200 Stiere getötet.

In letzter wächst die Bewegung gegen die Stierkämpfe stark. Bei den kürzlichen Gemeinde- und Regionalwahlen hat sich gezeigt, dass auch das Thema der Stierkämpfe eine wichtige Rolle in den politischen Auseinandersetzungen gespielt hat. In Spanien gibt es inzwischen erhebliche Unterschiede in verschiedenen Regionen bezüglich der Einstellung zu den  Stierkämpfen.

Die immer noch auf Stierkämpfe versessenste Region ist Castilla-La Mancha, gefolgt von Castilla-León, Andalusien, Madrid und Extremadura. Die meisten Stierkämpfe gab es aber in Andalusien (77) gefolgt von Madrid (76) und Castilla y León (61). Die Gegner des Stierkampfes haben es nicht leicht im Kampf gegen eine alte Tradition und so verlegen sie ihre Kritik auf den bedenklichsten Punkt der Stierkampfwirtschaft, nämlich die Förderung der Stierkämpfe aus öffentlichen Geldern. Die Veranstalter werden nämlich oft aus Gemeindekassen entweder direkt oder indirekt subventioniert. In einigen Gemeinden wie zum Beispiel in Zaragoza wurden die Subventionen eingeschränkt, indem diese nur noch gezahlt werden, wenn die Veranstaltung “keine Tierquälerei” beinhaltet. Die Kämpfer gegen die alte Tradition des Stierkampfes kommen vor allem aus dem jugendlichen Protestlager und den neu auf der Bildfläche erschienen Parteien wie Podemos. Die schärfsten Befürworter sitzen in der konservativen Partido Popular, die sich zur Verteidigerin der spanischen “Kultur-Tradition” des Stierkampfes aufgeschwungen hat.

Gegen die Entwicklung eines Abbaus an Stierkampfveranstaltungen steht San Sebastián, wo nach 3-jähriger Pause, die von der Baskenpartei Bildu durchgesetzt wurde, jetzt eine neue Stadtregierung die Durchführung von Stierkämpfen wieder erlaubt. Ex-König Juan Carlos gab dem Eröffnungsspektaktel seine Ehre und damit seine königlichen Enkel sich nicht zu weit von den spanischen Traditionen entfremden, mussten sie auch bei der Abschlachtung der Stiere dabei sein. Der Ex-König erklärte aus diesem Anlass: “Dier Stierkampffeste in Spanien sind ein Aktivposten, den wir unterstützen müssen”. Vor der Toren der Arena standen allerdings Gruppen von Stierkampfgegnern, die gegen das Spektakel protestierten. Der Sprecher der Bildu-Gruppe im Stadtrat verwies auf “das schäbige und groteske Bild”, das die Stadt damit abgebe und erklärte zum Besuch des Ex-Königs, dass es sich ja um den allseits bekannten “Elefanten-Jäger” Juan Carlos handle.

San Sebastian ist europäische Kulturhauptstadt 2016. Ob ihr die Wiedereinführung von Stierkämpfen aus diesem Anlass nicht auf die Füße fallen wird?

Informationsquelle
¿El principio del fin de los toros (en algunos lugares de España)?
El rey Juan Carlos asiste al regreso de los toros en San Sebastián entre manifestaciones y polémica

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