Direkt zum Hauptbereich

Eine geplante Moschee in Bukarest sorgt für Hysterie

Im Juni wurden Pläne bekannt, dass die islamische Gemeinde von Bukarest den Bau einer Moschee in Bukarest plane, die die größte in Europas werden solle. Finanziert werde der Bau vom türkischen Staat und sie soll eine Kapazität für 1.000 Betende haben. Die Moschee soll auch über eine Bibliothek und Unterrichtsräume verfügen.

Wie so üblich beim Stichwort Islam brach nach dieser Ankündigung in Bukarest gleich eine Art Hysterie insbesondere in den sozialen Netzwerken aus. Das führte dazu, dass ein Jugendlicher auf dem künftigen Baugelände Schweinekadaver in Protest gegen die Baupläne abgelegt hat. Andere regen sich darüber auf, dass das Grundstück von der Regierung der muslimischen Gemeinde gratis zur Verfügung gestellt wird. Die orthodoxe Kirche Rumäniens, die sich als so etwas wie die Staatskirche Rumäniens versteht, verlangt peinlichst genaue Rechenschaft der islamischen Gemeinde über Größe, Umfang und Zweck der Moschee. Dieselbe orthodoxe Kirche, die sich in Bukarest zur Zeit eine riesige Kathedrale im Stile des ceausescu’schen Größenwahns leistet.

Wenn man in Deutschland über das Thema “gehört der Islam zu Deutschland” streitet, darf dies in Rumänien kein Thema sein, denn in Rumänien ist der Islam eine per Verfassung geschützte Religion. Es gibt ein “Muftiat der muslimischen Religion von Rumänien” (Muftiatul Cultului Musulman din Romania), das die rumänischen Muslime und die islamische Kultur vertritt. Auf der Webseite des Muftiats ist zu lesen: Der Islam und die islamische Kultur haben denselben Rang wie die andern vom rumänischen Staat anerkannten Religionen. In der Dobrudscha gibt es nämlich noch seit alters islamische und tartarische Minderheiten, die als solche geschützt sind.

Von dort kam eine Reaktion zur Provokation von Bukarest. Die Zeitung Adevarul berichtet:
“Der Iman Selci Ali (37 Jahre alt) ist Seelsorger in der muslimischen Gemeinde von Independenţa, die mehrheitlich von Menschen der tartarischen und türkischen Ethnie bewohnt ist. Der Priester zeigt sich betrübt über die Provokation der Christen in Bukarest und er hat ihnen einen Lektion in Toleranz gegeben:
“Der Schöpfer, Gott, Allah, hat den Himmel, die Erde, die Sonne, den Mond geschaffen und sie in den Dienst der Menschen gestellt. Alle Menschen auf die eine oder andere Art, ob sie es wollen oder nicht, ob sie es akzeptieren oder nicht, sind Brüder. Warum, Mensch, schlägst du nach mir? Warum schlagt ihr auf uns ein? Warum, Mensch, versuchst du die Menschen aufzuhetzen, indem du jene Tiere auf den Ort wirfst, wo die zukünftige Kultstätte der muslimischen Gemeinschaft von Bukarest stehen soll? Es mag sein, dass du bezüglich der Geschichte recht hast. Wir, die Muslime von Rumänien, sind rumänische Staatsbürger. Auch wir sind eure Brüder. Wir leben alle in demselben liebenswerten und schönen Land: Rumänien. Was habe ich dir getan, Mensch? Die Geschichte ist, da stimme ich vielen zu, nicht perfekt, aber niemand kann verurteilt werden, für Taten, die andere begangen haben. Genau so wie auch ich dich nicht verurteile, Mensch … du bist unser Bruder, du bist mein Bruder… ich werde für dich beten …. sei willkommen, Mensch!””

Der orthodoxe Priester Eugen Tănăsescu kommt ihm in seinem Blog zu Hilfe. Er schreibt: “Man hat nicht viel dagegen getan, dass sich im öffentlichen Raum eine “Mega-Ignoranz” bezüglich des Islam ausgebreitet hat. Deshalb ist es jetzt zu dieser “Mega-Konfusion” bezüglich der islamischen Religion gekommen, über die sich der Film einer übertriebenen Angst vor Terroristen gelegt hat. Aber Achtung, der rumänische Staat hat hier nicht Terroristen nachgegeben, sondern einer vom Staat anerkannten Religion. Das Wort “anerkannt” hat nicht die Aufmerksamkeit der Presse erregt. Anerkannt bedeutet, dass es für die Religionsausübung eine staatliche Garantie gibt. ….. Wir in der Dobrudscha leben seit Jahrhunderten mit den Muselmanen zusammen und wir haben keine terroristische Attacken erlebt, denn die Mehrheit praktiziert eine friedliche Ausübung des Islam. Der Islam ist nicht identisch mit dem Terrorismus, genauso wie das Christentum nicht identisch mit der Inquisition ist.”

Informationsquelle
Mega-moschee? Nu. Mega-isterie şi mega-inepţie
Cea mai mare moschee din Europa creştină se ridică la Bucureşti. Detaliile unui proiect uriaş, fără „propagandă fundamentalistă“

Beliebte Beiträge

Es reicht!

Vor kurzem wurde in Sao Paulo Ricardo Silva Nascimento, ein Müllsammler, schwarzer Hautfarbe, kaltblütig durch die Militärpolizei erschossen, mit einem Schuss in den Körper und zwei in den Kopf, nur weil er es wagte in einem Restaurant in einem Stadtviertel der Mittelklasse nach Essen zu betteln. Diesselbe Polizei, die ihn tötete, manipulierte vor aller Öffentlichkeit die Beweise am Tatort, transportierte illegalerweise den Körper ab und löschte auf den Mobiltelefonen von denen, die die Tat filmten, den Beweis des Verbrechens.

Bewohner des Viertels sollen dabei der Militärpolizei zugejubelt haben.

In Brasilien erlebt man zur Zeit einen Rückfall in die alte Tradition der Sklavengesellschaft und der Unterdrückung einer Bevölkerung, die ausgebeutet wird und in tiefer Armut lebt. In der Zeit der Präsidentschaft von Lula da Silva gab es eine Politik für die Armen, ein Programm, das sich "Zero fome" (Kein Hunger) nannte und mit dem man den beschämenden Zustand eines reichen Lande…

Pulverfass Brasilien

Im Juni 2013 wurde Brasilien von heftigen und gewalttätigen Demonstrationen erschüttert. Ausgangspunkt waren Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Situation verschärfte sich derart, dass die damalige Präsidentin Dilma Rousseff ihr Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen musste. Der Gewaltausbruch war unerwartet und verbreitete sich in ganz Brasilien in kürzester Zeit. Es wurde versuch,t Amtsgebäude zu stürmen und es gab viele Akte des Vandalismus. Die Polizei wurde nur mühsam Herr der Lage.

 Der Philosoph Vladimir Safatle von der Universität hat jetzt in einem Beitrag zur Zeitung "Folha", dere auch im Blog "Combate Racismo Ambiental" veröffentlicht wurde, seine Befürchtung geäußert, dass diese Ereignisse sich bald in verstärkter Form wiederholen werden und hat die Gründe dafür benannt. Seine Ausführungen gebe ich nachstehend wieder:

Eine der offensichtlichen Züge des oligarchischen Gedankens ist die Form wie das Volk und die Mas…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Die 70 gefährlichsten Straßenkilometer in Spanien lassen die Verantwortlichen kalt

Nach einem Bericht der Zeitung "El Pais" ist die Nationalstraße N-I auf einer Strecke von 70 km zwischen der Stadt Burgos und Miranda die gefährlichste Straße Spaniens. Täglich passieren 10.000 Fahrzeuge, die Hälfte davon Lastwagen, die Straße. Wie kam es dazu? El Pais schreibt:

1974 hat der Staat die Autobahn AP-1 eingeweiht, die von Burgos aus ins Baskenland führt und parallel zur N-I verläuft. Die Nutzung wurde privat geregelt, aber der Staat verpflichtete sich, die Autobahn in 5 Jahren freizugeben. Nach Ablauf dieses Zeitraum und aufgrund der Verzögerung bei den Einnahmen der Maut wurde die private Verwaltung bis 1999 verlängert. Nur 3 Jahre nach dieser Verlängerung wurde diese bis 2003 erweitert. Danach erfolgte eine weitere Verlängerung bis 2017 und jetzt soll sie erst 2018 mautfrei gemacht werden.

Der Autobahnbetreiber ist das Unternehmen Europistas, das eine Maut von 11,85 € für die Strecke von Burgos bis Ameyugo, einem Dorf 20 km vor Miranda del Ebro erhebt. Dies is…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Die Brexit-Mauler wehren sich

Der Brexit, also der per Referendum angestossene Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union, ist für einige Wortneuschöpfungen im Englischen gut. "Brexit" selbst ist so eine Wortneuschöpfung, die sich inzwischen eingebürgert hat. Ein anderes Wort ist "remoaner". Dieses setzt sich zusammen aus "remain" und "moan". Ersteres stellt darauf ab, dass die Anhänger der EU in der EU bleiben wollen - in Englisch "remain" - und "moan" bedeutet "jammern". Der "Remoaner" ist also ein für den Verbleib in der EU jammernder Brite. Wobei ich das Wort "jammernd" eher als "maulend" bezeichnen würde, denn die "Remoaners" jammern nicht passiv und demütig.  Grundsätzlich erwarten die überzeugten Brexit-Anhänger, dass die Gegner endlich das Maul halten und demütig die Regierung bei der Durchführung des Ausstiegs aus der EU unterstützen.

Das Etikett "Remoaner" haben di…