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Aufforstung am Amazonas: Indigene fühlen sich ausgeschlossen

Bild von Ericaterina
Am 13. August haben etwa 200 Menschen verschiedener indigener Völker den Sitz des “Institutes Chico Mendes für die Bewahrung der Biodiversität” (Instituto Chico Mendes de Conservação da Biodiversidade (ICMBio)I in Santarem besetzt. Mit dieser Aktion protestieren sie gegen die Kommerzialisierung der Kohlenstoff-Verschmutzungsrechte durch Wiederaufforstung. Ihr Protest richtet sich dagegen, dass entgegen der Bestimmungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sie zu diesem Projekt nicht gehört wurden.

Die Koordinatiorin des indigenen Rates Tapajós und Arapiuns; Iannuzy Tapajós Mota; erklärt den Protest: “Eines der Ziele, die wir mit dieser Besetzung verfolgen, ist, das Projekt der Kohlenstoff-Verschmutzungsrechte und das Projekt der Waldbewirtschaftung innerhalb Arapiuns wie auch im RESEX (Reservat zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung durch traditionelle Völker) durch eine Gemeinschaft aus ICMBio, FUNBIO, Biofilica und über eine Finanzierung durch ICCO Cooperation zurückzuweisen. Wir verlangen, dass das ICMBio beweist, dass es zu keiner Änderung der Grenzen innerhalb der indigenen Gebiete Bragança, Taquara und Marituba kommt. Wir warten darauf, dass das gestoppt wird…. Weil wir wissen müssen, was für ein Modell das ist, das dieses Programm auf dem indigenen Territorium einrichten will. Wir hatten hier weder Gespräche, noch hatten wir einen Dialog, obwohl wir zu einem Gespräch, zu einem methodischen Vorgehen, zur Einrichtung eines Büros  aufgerufen haben, aber wir sind bisher nicht gehört worden”.

Die Vertreter der Regierung zeigen sich einsichtig. Sie bestätigen die Geltung der Regelungen der ILO, die Brasilien mit unterzeichnet habe. “Der Beginn eines Dialog- und Informationsprozesses scheint notwendig” und “es ist notwendig von der Idee abzurücken, dass die Ausführung des Projektes unausweichlich ist, da dies sonst dem ergebnisoffenen Charakter der Beratung widersprechen würde”, wird von Regierungsseite aus erklärt.

Die indigenen Bevölkerungen der Tapajós-Region sind beunruhigt und vermuten hinter all den Regierungsplänen, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden und vor allem die ihnen zugestandenen Gebiet erneut eingeschränkt oder neu fest gelegt werden. Besonders beunruhigt sie auch das neugeplante Wasserkraftwerk São Luiz do Tapajós. Ähnlich wie beim Staudamm von Belo Monte, wo die indigene Bevölkerung nicht im erforderlichen Umfang konsultiert wurde, vermuten sie jetzt, dass bei all den in ihrer Region geplanten Projekten erneut überfahren werden.

Siehe auch
Nachhaltige Waldnutzung als Alternative zur Entwaldung | Heinrich-Böll-Stiftung

Informationsquelle
Indígenas ocupam sede do ICMBIO de Santarém contra projeto de venda de carbono e pelo cumprimento da convenção 169 | Heinrich Böll Stiftung Brasil

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