Direkt zum Hauptbereich

Klo verzweifelt gesucht in der Innenstadt von Sevilla

Der Blogger Navarro Antolín hält nicht viel vom Bürgermeister von Sevilla. Zoido ist der Name des Stadtobersten, er ist ein Konservativer der Partido Popular (PP) und gilt als sehr provinziell. Seine Fremdsprachenkenntnisse sind wohl sehr bescheiden, denn er wurde bereits mehrfach zum Gespött wegen seiner Aussprache englischer Wörter. Ganz in der Tradition provinzieller Entscheidungen ist wohl Maßnahme Nummer 164 des Herrn Bürgermeisters, von dem der Blogger sagt “es hört sich fast an wie ein Verfassungszusatz zur Verfassung der Vereinigten Staaten, obwohl es nur das x-te Versprechen des Bürgermeisters ist”. Die Maßnahme hat die Schaffung eines Netzes von Toiletten im Altstadtkern von Sevilla zum Ziel.

Dazu Navarro Antolin, der in humoristischer Weise ein Ende einer alten Tradition der Klo-Suche in der Sevillaner Altstadt befürchtet:
Schaut euch das einmal genau an: Klos für alle Touristen mit Lachshaut. Klos für so viele Sevillanos, die nicht wissen, wo sie Pipi machen sollen, wenn sie in der Altstadt sind. Ein Altstadt, die so groß und unübersehbar ist, wo alles reinpasst nur kein Baum, der Schatten geben könnte. Das Risiko dieser Mini-Politik besteht darin, dass damit der geheimen Route der Sevillaner Klos der Garaus gemacht wird. Eine Route, die eine auserwählte Minderheit bis zur Perfektion beherrschte und die wusste, wo diese Klos sich befanden und die wie Rettungsanker in Momenten schrecklicher Beklemmungen waren. Zoido will ein Ende dieser geheimen Route, von der wir bereits einige Ort im Vorgriff auf die Veröffentlichung des Geheimnisses durch die Stadt verraten haben.

Wenn die politische Rechte unser Zentrum mit vorfabrizierten Häuschen zum Urinieren füllt, dann endet die Möglichkeit bei Harndrang in die Rechtsanwaltskammer zu eilen und irgendjemanden zu fragen oder einfach die Entscheidung selbst zu treffen und in den Hinterhof zu eilen, dann nach rechts abzubiegen. Was für ein Wunder von Urinal von ausgesuchter Sauberkeit. Es gibt Leute, die bezahlen einen Mitgliedsbeitrag zur Rechtsanwaltskammer, um das ganze Jahr diesen sauberen Service zu bekommen, genauso wie es welche gibt, die für den Presseverein bezahlen, um das Recht auf Zugang zu deren Caseta auf der Feria zu haben.

Und wie ist es möglich den Brauch zu beenden, in den Circulo de Labradores (Club der Landwirte) in der Straße Pedro Caravaca zu gehen, den man mit der Ausrede den kostbaren Innenhof zu besichtigen, betritt, um danach das Klo von Queipo de LLano zu benutzen. Wenn es dir gelingt die Drehtüren zu passieren, kannst du sogar den Dienst einer Schuhputzmaschine nutzen. Nur dass die Maschine weder über braune noch schwarze Schuhcreme verfügt. Aber sie ist da, als ein Symbol der vielen Dinge, die es in Sevilla gibt, die aber ihre ursprüngliche Aufgabe nicht ausüben.

Wenn der Bürgermeister unser Zentrum mit Latrinen ohne Grazie noch Geruch bevölkert, werden sicher die Hausmeister der vielen umliegenden Häuser das Nachsehen haben. Sie werden mit unserem geheimen “Klo-Führer” Schluss machen genauso wie mit dem freien Zugang zu den Toiletten des Hotel Inglaterra, wo inzwischen kontrolliert wird, ober nur Hotelgäste diese benutzen, denn es tröpfelte ständig ein Schar Sevillanos hinein, die es wagten die Toiletten ohne auch nur ein Glas Wasser zu bestellen, zu benutzen. Das war doch ziemlich schamlos.

Wir werden auch in Gefahr laufen, dass wir keinen Zugang mehr zu den Toiletten des Circulo Mercantil (Handelsclub) mehr bekommen, wohin wir in der Semana Santa über die Gasse von Monardes  oder über die Gemeindebüros des Laredo eintreten konnten. Dort hält einem an der Tür niemand auf, man muss nur mit der nötigen Entschiedenheit hinein gehen und sich für die Treppe oder den Aufzug entscheiden. Falls man den Aufzug wählt, muss man in Betracht ziehen, dass das Mädchen an der Rezeption einem harpuniert in Form der Frage, was man vorhabe. Einfach sagen, dass man mit irgendjemandem von der Tourismusvereinigung sprechen will, normalerweise funktioniert das, denn dahin gehen die unterschiedlichsten Leute. In diesen Gemeindebüros gibt es ein Klo auf jedem Stockwerk, ein total unbekannter Luxus, mit dem die Stadtverwaltung jetzt Schluss machen will, falls sie das Versprechen Nr. 164 erfüllen wird.

Wenig bekannt sind auch die Toiletten der Buchhandlung San Pablo, in der Calle Sierpes, wo man sich blöd anstellen und nach irgendeiner Biographie von Rouco fragen kann. Sehr beliebt sind auch die Hamburger-Franchise-Imbisse, die nicht immer sehr sauber, sehr heiß und fast immer ohne Toilettenpapier sind. Diese Toiletten verdienen es eigentlich nicht in den Führer aufgenommen zu werden. Es gibt Zeiten da erinnern sie an die Klos der Tankstellen in den achtziger Jahren.

Was Zoido in Tat hätte einführen sollen, ist die Öffnung der unterirdischen Toiletten, die es vor dem Archivo de Indias gegeben hat. Diese Toiletten sind in der Tat historisch, weil in ihnen 1982 eine der tollen Szenen der spanischen Filmkomödie “To er mundo e güeno” gedreht wurde, wo es einen Alarm für die Klo-Nutzer gab, dass ein Löwe anwesend sei, der ihre Eier fressen werde. Die Bestie brüllte nicht im Käfig, sondern neben der Toilette. Also es wäre besser, wenn die PP diese Urinale wieder öffnen würde. Ohne Löwen, aber mit Klo-Papier. Der Sevillaner versteht es ohne Trinkwasserbrunnen und ohne Schatten zu überleben. Aber wenn die Stunde des Pipi schlägt, dann kommt er in bewundernswerter Weise damit zurecht. Und nun jetzt will die Kleinklein-Politik uns von diesem immateriellen Schatz des Sevillaners befreien wie wenn es um Bäume an der Straße Almirante Lobo wären. Welch ein Fehlen an  Erbarmen. Diese politische Rechte kennt keine Grenzen.

Informationsquelle
La guía secreta de los urinarios corre peligro

Beliebte Beiträge

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

Irland hat zu kuschen, wenn es nach Brexit-Britannien geht

Irland und Großbritannien verbindet eine schwierige Geschichte, bei der bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts Irland in der Rolle einer britischen Kolonie steckte. Einer Kolonie, die von den Okkupanten nach Strich und Faden ausgebeutet wurde. Iren hege keine Sympathie für ihre britischen Nachbarn. Letztere hingegen pflegen weiterhin gerne ihren Hochmut gegenüber dem ehemaligen Kolonialvolk. 
Beide Länder gehören der EU an und über die EU konnte auch der langjährige blutige Bürgerkrieg in Nordirland befriedet werden. Der Brexit reißt den Graben wieder auf. Da in Großbritannien, vor allem in England - in Schottland sieht die Lage anders aus - der Brexit auch die Rückkehr zum alten Hochmut der Kolonialherrschaft bedeutet, taucht sie wieder auf am Horizont: Die Feindschaft zwischen dem Herrenvolk und seinem Sklavenvolk. 
Der aus Irland berichtende britische Journalist Chris Johns beschreibt in der Zeitung Irish Times wie er die Situation empfindet:

Ich habe von Michael Collins gehört, be…

3 Jahre Dürre, Spanien entwickelt sich immer mehr zur Wüste

Der staatliche spanische Wetterdienst (AEMET) hat dieser Tage Bilder veröffentlicht, die den Stand der Niederschläge vor 3 Jahren mit denen von heute vergleicht. Es ergibt sich ein klares Bild: Spanien geht immer mehr das Wasser aus. Gab es vor 3 Jahren noch blaue Flecken mit regenreichen Gebieten im Nordwesten, so sind diese inzwischen vollständig verschwunden. Im restlichen Land nimmt die braune Fläche gravierend zu. Ein Zeichen, dass vielen spanischen Regionen das Wasser ausgeht.

Die Zeitung "La Vanguardia" zitiert den Wetterdienst wie folgt:
Technisch gesprochen zeigt das Bild die photosynthetische Aktivität. Es ist nicht so, dass dort wo es 2014 noch Bäume gab, dass es diese nicht mehr gibt, sondern dass es keine grüne Vegetration mehr existiert, weil es nicht mehr regnet. Wir sagen, dass es eine andere Form ist, um die Dürre zu erkennen.

"La Vanguardia" berichtet weiter:
Es ist sicher, dass sich die Dürre immer mehr verschärft. Seit 2015 sind die Quellen des …

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Bittere Cashew-Nüsse und schwarze Kinderhände

Im Nordosten Brasiliens werden die beliebten Cashew-Nüsse, auf deutsch auch Kaschu genannt, geerntet. “Der Cashewbaum trägt ungewöhnliche Früchte, augenscheinlich sind es sogar zweierlei verschiedene: die bunten Cashew-Äpfel und die an Bohnenkerne erinnernden Cashewnüsse, quasi als Anhängsel.  Nebenbei produziert der Cashewbaum auch noch Latex und ein technisch wertvolles Öl. Sein Holz ist sehr hart und dicht, resistent gegen Termiten und sehr widerstandsfähig gegen Verwitterung.” So beschreibt die Webseite “Biothemen” Cashew und Cashewkerne.

Die Cashew-Nuss ist schwierig zu ernten. Die Schale enthält ein ätzendes Öl. Dieses Öl verletzt die Haut, verursacht Irritationen und chemische Verbrennungen. Zudem ist das Öl leicht entzündlich und klebrig. Beim Aufbrechen der Schalen mit den Händen werden die Hände schwarz und verletzen die Papillarleisten der Finger. Das Öl breitet sich beim Brechen der Nüsse über die Finger bis zu den Spitzen aus. Die Linien auf den Fingerspitzen verschwinde…