Donnerstag, 18. Dezember 2014

Aus brasilianischer Sicht ist klar: PEGIDA ist eine von Neonazis geführte Bewegung

“Rede Brasil Atual” ist eine Webseite, die von einer gewerkschaftsnahen Stiftung in São Paulo, die auch eine Radiostation mit dem Namen "Radio Brasil Atual" unterhält, geführt wird. Auf ihr sind mehrere Blogs gelistet unter anderem auch der Blog von Flávio Aguilar  “Blogue do Velho Mundo”, dem Blog aus der “alten Welt”, womit Europa gemeint ist. Aguilar hat sich in seinem neuesten Beitrag mit dem Jahresende 2014 beschäftigt und er stellt fest, dass dieses Jahr in den letzten Tagen durch die Intoleranz gekennzeichnet war. Neben den Terroranschlägen von Sydney und dem Massaker von Peschawar rückte die Protestbewegung PEGIDA in Deutschland in den Mittelpunkt seines Interesses. Dazu schreibt er:

“Hier in Deutschland veranstaltet die Bewegung PEGIDA jeweils montags Demonstrationen gegen Unterkünfte für ausländische Flüchtlinge. Die Anführer der Gruppe – deren Abkürzung ausgeschrieben “Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlandes” lautet - “Patriotas europeus contra a islamização do Ocidente” – sind ganz klar Neonazis.
In ihnen vereinigt sich das Schlechteste, was es in Deutschland gibt: Vorurteile gegen Ausländer, Homophobie, Verwandlung des “Ausländers” und des Islam in Prügelknaben der permanenten Wirtschaftskrise. Aber: Die Heuchelei manifestiert sich in der Idee des “europäischen Patriotismus”. Es ist hässlich “deutscher Patriotismus” zu sagen, das ist ein Erbe des Nationalsozialismus. Deshalb benutzt man die kontinentale Version des “Patriotismus”.
Die Sorge der hiesigen Analysten und Politiker ist, dass hier zum ersten mal eine neonazistische Bewegung (behauptend, dass sie die jüdisch(!)-christliche Tradition Europas gegen die gewalttätige Ideologie des Islam beschützen wolle) tausende von Personen anzieht, die nicht Neonazis sind. Bei der letzten Demonstration in Dresden waren es 15.000 Personen. Man hört Behauptungen wie die, dass die Ausländer mehr bekämen wie die Deutschen selbst. Es gleicht dem, was man in den 30er Jahren von den Juden sagte: Sie seien alle reich, was eine Lüge war, und dass die Deutschen in ihrer Mehrheit arm waren, was wahr war. Nur dass jetzt die Deutschen nicht arm sind, wenn man einmal davon absieht,  dass die Situation etwas schlechter ist wie in den beschönigenden Kommentaren der Regierung und dem überwiegenden Teil der Medien dargestellt. Diesmal sind nicht die Juden das Ziel, sondern die Flüchtlinge aus der dritten Welt und die Islamisten.”

Informationsquelle
Ano de 2014 chega ao fim marcado pela intolerância