Sonntag, 30. März 2014

Seit 10 Jahren dürfen auch rumänische Soldaten für die NATO sterben

Vor 10 Jahren wurde Rumänien in die NATO aufgenommen. Aus diesem Grund blickt das Land dieser Tage auf die vergangenen 10 NATO-Jahre zurück und man stellt fest, dass man für die NATO auch schon das Leben der eigenen Soldaten bei Auslandseinsätzen geopfert hat. An die 40.000 rumänische Soldaten haben abwechselnd  an Auslandseinsätzen der NATO teilgenommen, davon wurden 140 verwundet und 23 haben dabei ihr Leben verloren.

Die Geschichte der Beteiligung an NATO-Einsätzen begann für Rumänien bereits vor dem Beitritt. 2 Jahre davor nahmen die Rumänen schon an Militäreinsätzen in Afghanistan, Irak, Kosovo und Bosnien teil. Der ehemalige NATO-Generalsekretär George Robertson erinnert sich: “Die Verhandlungen (mit Rumänien) waren nicht leicht. Die NATO ist ein Club, in den nur die eintreten können, die es verdienen. Es ist eine Militärallianz zu deren Sicherheit man beitragen muss, von der man aber auch danach profitiert. Ebenso müssen nachhaltige demokratische Institutionen existieren, starke Gesetze gegen die Korruption, die dann auch angewendet werden, eine Marktwirtschaft und gute Beziehungen zu den Nachbarländern. Bei Rumänien hatte ich viel Arbeit in Anwendung dieser Standards, aber danach war ich erfreut, dass es die Aufgaben für ein gutes und effizientes Mitglied der Allianz erfüllt hat.”

Als neues Mitglied hat Rumänien viel getan, um vor allem dem Platzhirsch der NATO, den USA zu gefallen. Im Gefolge des Afghanistan und Irak-Krieges wurde allzu großzügig der CIA für ihre völkerrechtswidrigen Aktionen Tür und Tor geöffnet. Die USA haben in Rumänien jetzt ihren Raketenabwehrschild aufbauen können, der die Russen so verärgert hat. Hat sich’s gelohnt? Dieser Tage hat die US-Regierung den Rumänen zum 10-Jahresjubiläum eine Botschaft zukommen lassen mit folgendem Wortlaut: “Dies ist ein wichtiges Jahr für Rumänien und die transatlantischen Beziehungen. Seit 10 Jahren ist Rumänien Mitglied der NATO und die USA anerkennen das Engagement ihres Landes für die Allianz und für die gemeinsamen Anstrengungen zur Erhaltung des Friedens, der Freiheit und der Demokratie sowohl in unseren Ländern wie auch im Ausland”. Trotzdem fühlen die Rumänen sich immer noch als Verbündeter 2. Ordnung. Die Zeitung Romania Libera sagt auch warum: “In der Botschaft wird mit keinem Wort erwähnt, dass es Absicht gibt unser Land in das “Visa Waiver”-Programm, das es auch Rumänen erlauben würde ohne Visum in die USA zu reisen, aufzunehmen”. Andere Mitgliedsländer der NATO genießen diese Erleichterung. An solchen Gesten werden in Rumänien die Einschätzung durch den großen Bündnispartner gemessen, der damit zum Ausdruck bringt, dass zwar die Rumänen als Hilfstruppen durchaus erwünscht sind, aber daraus keine Rechte ableiten sollten.

Rumänien hat mit der Moldau-Republik und dem Transnistrien-Problem einen Unruheherd vor der Haustür. Der Kommandant der NATO-Truppen in Europa, General Philip Breedlove, soll sich sehr besorgt über die Risiken um die Separatisten-Republik Transnistrien gezeigt haben: “Es gibt sehr viele russische Truppen an der Ost-Grenze der Ukraine, die darauf warten im Bedarfsfall nach Transnistrien geschickt zu werden. Das ist besorgniserregend. Russland verhält sich mehr wie ein Gegner als ein Partner”, waren seine Worte.

Der rumänische Präsident Traian Băsescu reagierte und verlangte einen Erhöhung des Verteidigungsbudgets. Begründung: “Neben dem Ziel, die Alliierten auf den verschiedenen internationalen Kriegsschauplätzen zu unterstützen, hat die rumänische Armee als neues Ziel die Erhöhung der Kapazitäten zu einer schnellen Reaktion”. Băsescu ist ein Anhänger der Idee, dass die NATO auf Grund der neuen Situation im Osten Europas ihre geostrategischen Pläne überarbeiten und ihre militärischen Kapazitäten überprüfen müsse.

Informationsquelle
România face bilanţul celor zece ani de când a devenit membru  - Romania Libera