Dienstag, 28. Januar 2014

Der Prinz und das Schrott-Flugzeug

Felipe von Borbón, der Thronnachfolger auf dem spanischen Thron, muss immer mehr Funktionen seines gesundheitlich ruinierten König-Vaters übernehmen. In dieser Funktion reist er als spanischer Vertreter durch die Welt und keiner hätte es gemerkt, wenn nicht plötzlich die Schreckensmeldung in den spanischen Medien erschienen wären, dass das prinzliche Flugzeug schon mehrfach mit Schaden am Boden bleiben und sogar Flüge deswegen unterbrochen werden mussten. Zuletzt bei einem Flug, den der Prinz nach Honduras unternahm und bei der wegen eines Schadens das Flugzeug in Santo Domingo landen musste.

Das Flugzeug ist ein Airbus A310 und er gehört natürlich nicht dem Prinzen, sondern der spanischen Luftwaffe. Bei der Havarie in Santo Domingo musste dem Prinzen ein anderes Flugzeug hinterher geschickt werden, damit er weiterfliegen konnte. Nachdem erst einmal ein paar untertänige Berichte in den Medien über das grausame Schicksal des Prinzen und den verlotterten Wartungsdienst für Regierungsflugzeuge erschienen waren, stellte sich doch einige die Frage, warum ein Prinz eigentlich derart große Regierungsflugzeuge für seine Reisen benutzen kann.

Aufgeregt hat sich insbesondere der Abgeordnete Iñaki Anasagasti von der baskischen Partei PNV. In seinem Blog schreibt er: “Den Skandal um das kaputte Flugzeug, von dem man irrigerweise sagt, dass es das des Prinzen ist, verstehe ich nicht. Die Flugzeuge gehören nicht dem König, noch dem Ministerpräsidenten und noch viel weniger Felipe, sondern dem Staat und sie fallen in den Bereich des Verteidigungsministeriums und sie scheinen ziemlicher Schrott zu sein, da ständig 2 von 3 ausfallen. Aus diesem Grund sollten man es wie der Papst machen. Der leiht sich ein gut gewartetes Flugzeug von Alitalia aus, das nicht auf der Reise kaputt geht. Deshalb braucht er kein Flugzeug zur ständigen Verfügung, sondern nur ein Papamobil. Es ist eine Schande, dass Felipe von Bourbon nicht einen Linienflug nimmt. Ist nicht Iberia die Fluglinie, bei der auf der Seite “Fluglinie Spaniens” aufgemalt ist? Er soll also mit Iberia reisen mit seinem Sekretär und ohne seine Personenschützer, denn für die Sicherheit ist ja das Land zuständig, in das er reist. Das ist billiger, sicherer und weniger dumm, für einen Herrn, der auch als sparsam gilt. Ich würde gerne wissen, was jede dieser teuren Reisen kostet, die überdies nicht das Königliche Haus zahlt, das seine Finanzen von uns nicht kontrollieren lässt. Wer ist Felipe von Bourbon? Ganz einfach, er ist der Sohn seines Vaters in Erwartung eines Amtes. Er präsentiert absolut niemanden. Und warum ist das alles so? Weil die PSOE das erlaubt. Geht mir weg mit dieser Republikaner-Partei aus Plastik! Nicht ich, sondern Pérez Rubalcaba muss raus und sagen: “Hallo Herr Prinz. Reise bitte mit Iberia und spare Kosten!” Aber er tut es nicht und zudem applaudiert er noch der Frau Cristina von Borbon, die sich nicht der Öffentlichkeit stellen muss sowie ihr Gemahl es tun musste. Was für ein Schweinestall von Land! Und was für eine Sauerei von Politikern, die nicht rot werden von soviel Korruption”.

Hier macht wieder einmal jemand seiner aufgestauten Wut über die Privilegien des spanischen Königshauses Luft. Ein Königshaus, das in Spanien immer mehr seine Glaubwürdigkeit verliert. Ein Kommentarschreiber in der Internet-Zeitung Público fordert klipp und klar: “Weg mit der korrupten und kleptomanen Monarchie!! Es lebe die Republik!!” Und er ist mit dieser Meinung nicht allein.

Informationsquelle
¿POR QUÉ FELIPE DE BORBÓN NO VIAJA EN AVIÓN DE IBERIA? – Blog Iñaki Anasagasti
Anasagasti recomienda al príncipe que viaje mejor en aviones de Iberia – Público