Sonntag, 21. April 2013

Einbürgerungstest auf spanisch

Ausländer, die in Spanien eingebürgert werden wollen, müssen sich mindestens 1 Jahr legal in Spanien aufgehalten, einen guten Leumund haben und den Nachweis erbringen, dass sie sich in die spanische Gesellschaft integriert haben. Letzteres wird vor allem mit dem Nachweis einer guten Beherrschung der spanischen Sprache erbracht. Zusätzlich müssen die Antragsteller /-innen über einen Fragebogen nachweisen, dass sie auch Kenntnisse des spanischen Staates und der Gesellschaft haben.

Einem senegalesischen Staatsbürger, der die spanische Staatsangehörigkeit beantragte, wurde zum Verhängnis, dass er auf dem Fragebogen nicht angeben konnte, wie die Ehefrau des damaligen spanischen Ministerpräsidenten Zapatero hieß. In der Regel akzeptieren Ausländer eine Ablehnung des Einbürgerungsantrages, weil sie nicht wissen wie sie sich wehren können. Magou Ndoye liess das aber nicht auf sich sitzen und er fand die Hilfe eines Rechtsanwalts. Der stellte fest, dass der Fragebogen von einer Angestellten des Standesamtes erstellt worden war und dass in Spanien jede Einbürgerungsstelle nach Gutdünken Fragen zusammenstellen konnte. So können je nach Bezirk die Anforderungen an die Antragsteller völlig unterschiedlich sein. Der Rechtsanwalt ging im Fall von Magou in Berufung.

Eigentlich kann ein Ausländer, zumal wenn er aus Afrika kommt, sich die Gerichtsgebühren von 400 Euro für ein solches Verfahren gar nicht leisten. Magou, der als Hausierer in Spanien sein Geld verdient, kratzte das Geld aber zusammen und sein Rechtsanwalt verzichtete auf ein Honorar. Sein Beharren hat dazu geführt, dass seine Berufung jetzt vom Landgericht (Audiencia Nacional) zugelassen wurde. Magou lebt in Almeria und die Bürgermeisterin des Ortes gab ihm schriftlich, dass er vollständig in die spanische Gesellschaft integriert sei. Mehrere Bürger und Bürgerinnen Almerias protestierten mit ihrer Unterschrift gegen die Entscheidung der Verweigerung der Staatsbürgerschaft und verlangten die Einbürgerung. Sie sind der Ansicht, dass die Mehrheit der Spanier den Namen der Ehefrau des Ministerpräsidenten nicht gewusst hätten und sie sehen diese Frage als das an, was sie war: Eine Schikane.

Die Gummiparagraphen der Einbürgerungsrichtlinien geben Anlass zu vielen Rechtsstreitigkeiten. Deshalb will das spanische Justizministerium die Einbürgerungsvorschriften ändern. In Zukunft sollen die Bewerber / –innen in einem “offiziellen Examen” ausreichende Kenntnisse der spanischen Sprache und den Grad ihrer Integration in die spanische Gesellschaft durch Tests nachweisen. Spanienweit sollen die Test an 2 oder 3 Terminen im Jahr gleichzeitig stattfinden. Entscheiden, ob der Test bestanden wurde, wird aber weiterhin der lokale Richter in Standesamt Angelegenheiten. Von dessen Wohlwollen hängt dann das Schicksal der Möchtegern-Spanier ab.

Informationsquelle
Denegaron la nacionalidad a un inmigrante por desconocer el nombre de la esposa del presidente del Gobierno. – Blog Negro sobre Blanco
Los inmigrantes pasarán un test de “integración” para nacionalizarse españoles – Periodista Digital