Direkt zum Hauptbereich

Skandal oder Fortschritt: Brasilianische Kinder dürfen länger die Schulbank drücken

Es gab vor nicht allzu langer Zeit in Brasilien Kinder, die statt die Schule zu besuchen, im Müll nach Essbarem suchten oder ein wenig Geld verdienten, indem sie in Supermärkten den Kunden die Tüten zu den Autos trugen. Wenn das neue Gesetz, das Anfang April 2013 im Gesetzblatt veröffentlicht wurde, nicht nur ein Papiertiger ist, dann beginnt jetzt für alle brasilianische Kinder eine neue Ära der Bildung.

Das jetzt erlassene Gesetz beruht auf einer Verfassungsänderung aus dem Jahre 2009 und es schreibt vor, dass Kinder mit 4 Jahren eingeschult werden müssen und die Schulpflicht bis zum Alter von 17 Jahren dauert. Alle Gemeinden und Bundesstaaten werden verpflichtet, bis 2016 den Kindern Plätze an den öffentlichen Schulen zu gewährleisten. Die Eltern haben die Pflicht, ihre Kinder an den Schulen anzumelden. Sollten sie dies nicht tun, drohen ihnen Bussen. Wenn die Eltern fortdauernd ihre Pflicht verletzen können sie auch strafrechtlich belangt werden.

In Zukunft wird es drei Etappen der Schulausbildung geben: Vorschule/Kindergarten (educação infantil), Grundschule (ensino fundamental) und Sekundarschule (ensino médio). Bisher war nur der Besuch der Grundschule verpflichtend. Es wird eine schwere Aufgabe werden, allen brasilianischen Kindern einen Platz in der Vorschule zu garantieren. Nach statistischen Erhebungen aus dem Jahr 2010 konnten 1.154.572 Kinder von 4 bis 5 Jahren keine Vorschule besuchen. Kein Wunder, dass auch den verantwortlichen Behörden bei Nichtbefolgung des Gesetzes strafrechtliche Schritte wegen Schlamperei bei der Umsetzung angedroht werden.

Die Kommentare-Schreiber auf dem Internet-Portal UOL halten von dem neuen Gesetz scheinbar gar nichts. Ihre Kommentare werfen ein Licht auf die realen Verhältnisse an den brasilianischen Schulen oder zeigen ein völliges Unverständnis für Schulreformen. Zum Teil sind die Kommentare an Gehässigkeit bezüglich der erweiterten Schulpflicht nicht zu überbieten. Stellvertretend hier ein eher sachlicher Kommentar:

“Die Gesellschaft sollte endlich zu heucheln aufhören. Der Sekundarschulbereich in Brasilien ist Müll. Wir sollten nicht die Zeit, in der ein Kind in der Schule ist, erhöhen und deswegen glauben, dass sie besser ausgebildet oder erzogen werden, sondern wir sollten den Unterricht verbessern. Man braucht nur die verschiedenen Nachrichten über den Schulunterricht an den öffentlichen Schulen lesen: Jede einzelne davon ist ein Enttäuschung. Im Wahlkampf fragte ein Reporter einer Kandidaten der Partei PSDB warum er seine Kinder nicht in die öffentlichen Schule schicke, wenn der staatliche Unterricht nach seiner Meinung soll toll sei, sie hätten mal sein Gesicht sehen sollen. Der Schüler einer öffentlichen Schule kommt in die Schule als Analphabet und verlässt diese als funktionaler Analphabet, ohne zu wissen wie man richtig schreibt, was das wenigste wäre, was man von ihm erwarten kann. Er kennt nicht den Unterschied zwischen Morgen und Abend. Bücher, PCs, Tablets sind nicht alles, man muss auch verstehen sie zu nutzen. Die miserablen Gehälter, die man Lehrer zahlt, brauche ich gar nicht zu erwähnen, ein Feldarbeiter verdient mehr. Also, warum dann 2 Jahre Schule mehr?”


Informationsquelle

Lei obriga pais a matricular crianças a partir dos 4 anos na pré-escola – uol

Beliebte Beiträge

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

Irland hat zu kuschen, wenn es nach Brexit-Britannien geht

Irland und Großbritannien verbindet eine schwierige Geschichte, bei der bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts Irland in der Rolle einer britischen Kolonie steckte. Einer Kolonie, die von den Okkupanten nach Strich und Faden ausgebeutet wurde. Iren hege keine Sympathie für ihre britischen Nachbarn. Letztere hingegen pflegen weiterhin gerne ihren Hochmut gegenüber dem ehemaligen Kolonialvolk. 
Beide Länder gehören der EU an und über die EU konnte auch der langjährige blutige Bürgerkrieg in Nordirland befriedet werden. Der Brexit reißt den Graben wieder auf. Da in Großbritannien, vor allem in England - in Schottland sieht die Lage anders aus - der Brexit auch die Rückkehr zum alten Hochmut der Kolonialherrschaft bedeutet, taucht sie wieder auf am Horizont: Die Feindschaft zwischen dem Herrenvolk und seinem Sklavenvolk. 
Der aus Irland berichtende britische Journalist Chris Johns beschreibt in der Zeitung Irish Times wie er die Situation empfindet:

Ich habe von Michael Collins gehört, be…

3 Jahre Dürre, Spanien entwickelt sich immer mehr zur Wüste

Der staatliche spanische Wetterdienst (AEMET) hat dieser Tage Bilder veröffentlicht, die den Stand der Niederschläge vor 3 Jahren mit denen von heute vergleicht. Es ergibt sich ein klares Bild: Spanien geht immer mehr das Wasser aus. Gab es vor 3 Jahren noch blaue Flecken mit regenreichen Gebieten im Nordwesten, so sind diese inzwischen vollständig verschwunden. Im restlichen Land nimmt die braune Fläche gravierend zu. Ein Zeichen, dass vielen spanischen Regionen das Wasser ausgeht.

Die Zeitung "La Vanguardia" zitiert den Wetterdienst wie folgt:
Technisch gesprochen zeigt das Bild die photosynthetische Aktivität. Es ist nicht so, dass dort wo es 2014 noch Bäume gab, dass es diese nicht mehr gibt, sondern dass es keine grüne Vegetration mehr existiert, weil es nicht mehr regnet. Wir sagen, dass es eine andere Form ist, um die Dürre zu erkennen.

"La Vanguardia" berichtet weiter:
Es ist sicher, dass sich die Dürre immer mehr verschärft. Seit 2015 sind die Quellen des …

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Bittere Cashew-Nüsse und schwarze Kinderhände

Im Nordosten Brasiliens werden die beliebten Cashew-Nüsse, auf deutsch auch Kaschu genannt, geerntet. “Der Cashewbaum trägt ungewöhnliche Früchte, augenscheinlich sind es sogar zweierlei verschiedene: die bunten Cashew-Äpfel und die an Bohnenkerne erinnernden Cashewnüsse, quasi als Anhängsel.  Nebenbei produziert der Cashewbaum auch noch Latex und ein technisch wertvolles Öl. Sein Holz ist sehr hart und dicht, resistent gegen Termiten und sehr widerstandsfähig gegen Verwitterung.” So beschreibt die Webseite “Biothemen” Cashew und Cashewkerne.

Die Cashew-Nuss ist schwierig zu ernten. Die Schale enthält ein ätzendes Öl. Dieses Öl verletzt die Haut, verursacht Irritationen und chemische Verbrennungen. Zudem ist das Öl leicht entzündlich und klebrig. Beim Aufbrechen der Schalen mit den Händen werden die Hände schwarz und verletzen die Papillarleisten der Finger. Das Öl breitet sich beim Brechen der Nüsse über die Finger bis zu den Spitzen aus. Die Linien auf den Fingerspitzen verschwinde…