Direkt zum Hauptbereich

Der Geisterflughafen am Fuß der Pyrenäen

Huesca ist eine Stadt in der spanischen autonomen Region Aragón. Sie liegt am Fuß der südlichen Zentralpyrenäen und ist stolzer Besitzer eines Flughafens. Dieser wurde vor 4 Jahren eingeweiht, die spanische Regierung hatte dafür 40 Millionen Euro ausgegeben.

Die Entwicklung der Passagierzahlen, die Huesca ansteuerten nahm allerdings eine deprimierende Entwicklung. Im vergangenen Monat Juli landeten hier nur 15 Passagiere. Vor lauter Schreck ist auch noch die letzte Fluggesellschaft, die Huesca bisher anflog, die Fluglinie “Pyrenair”, abgesprungen und hat seine Flüge nach Huesca eingestellt. 20 Beschäftigte des Flughafens warten seitdem gelangweilt auf Kundschaft. Trotzdem will AENA, der Betreiber spanischer Flughäfen, das Personal vorläufig halten.

Dabei war alles ganz anders gedacht. Die verantwortlichen Politiker träumten von Huesca als einen wichtigen Verbindungsknoten der die Zentralpyrenäen mit der Welt verbinden sollte. Man hoffte vor allem auf Touristen, die im Rahmen von Gruppenreisen die Pyrenäen kennen lernen wollten. Wobei besondere Erwartungen auf den Winter gelegt wurden, wo man auf Schi-Touristen für  die Schi-Stationen in den Pyrenäen hoffte. Es blieb bei der Hoffnung. Auch Versuche der Regierung von Aragón, einen Flug wöchentlich von London nach Huesca zu garantieren, führte zu einem finanziellen Fiasko.

Zudem gab es noch einen Schildbürgerstreich beim Bau des Flughafens. Der naheliegende Segelflughafen kam der Hauptpiste zu nahe. Bei der Planung wurde dies nicht berücksichtigt. Später verlangte die Flugsicherungsbehörde eine neue Piste für die Segler, was noch zusätzliche Kosten verursachte.

Die Zukunft des Flughafens hängt nun in der Luft. Aragón hat eine neue Regierung. Die konservative Partido Popular hatte die lokalen Sozialisten abgelöst. Sie erklärt nun, dass der Flughafen ein noch zu lösendes Problem sei. Dabei gehe man davon aus, dass es sich um ein Problem “von speziellem Interesse” handle.

Informationsquelle:

Aena mantiene el aeropuerto de Huesca pese a que sólo acogió a 15 viajeros en julio

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…