Dienstag, 16. August 2011

Bürgerinitiative gegen Goldgräber

In “Roșia Montană”, einem Ort im zentralrumänischen Apuseni-Gebirge, gibt es Gold. Gold, das die Firmengruppe “Roșia Montană Gold Corporation” (RMGC; größtenteils im Besitz eines kanadischen Bergbaukonzerns) im Tagebau abbauen will. Das Projekt ist höchst umstritten. Die rumänische Regierung ist allerdings dem Konzern voll zu Diensten.

Nicht so Umweltgruppen und Teile der Bevölkerung. Dieser Tage trafen sich viele Bürgerinnen und Bürger auf dem “Fân Fest” und verabschiedeten nach gemeinsamen Debatten und Treffen eine Resolution mit der Forderung “Rettet Roșia Montană”. Sie stellen dabei fest, dass das Bergbauprojekt eine wertvolle Landschaft unwiderruflich zerstören wird. Sie stellen auch fest, dass es genügend Alternativen gibt, um die Region voran zu bringen. Sie heben dabei 3 Punkte hervor:

1. Der besondere Wert der Landschaft von Roșia Montana würde es ermöglichen die Region zum kulturellen, natürlich und immateriellen Erbe der Menschheit zu erklären. Die Region ist bereits vielfach von nationalen und internationalen Organisationen ausgezeichnet worden. Diese Organisationen haben die rumänische Regierung aufgefordert, die Region von der UNESCO zum Kulturerbe ausrufen zu lassen. Die rumänische Regierung hat diese Forderungen bisher ignoriert. Ein Erhalt der natürlichen Potentiale der Region würde eine nachhaltige Entwicklung möglich machen und Arbeitsplätze für die Bewohner zu schaffen.

2. Der zukünftige Betreiber RMGC ist bekannt für seine Lügen. Er hat die Massenmedien manipuliert. Mit viel Geld wird versucht, die öffentliche Meinung zu kontrollieren und kritische Stimmen zu unterdrücken. Die lügenhafte Propaganda wurde bereits vor die ethische Kommission der rumänischen Rates gebracht. Aus diesem Grund wurde auch die größte Protestveranstaltung Rumäniens, das “Fan Fest”, von den rumänischen Medien weitgehend totgeschwiegen.

3. Die bisherigen Arbeiten der RMGC finden weitgehend illegal statt. Der Nationalrat für Archäologie hat die Genehmigung zum Beginn der Arbeiten im Cârnic-Massiv erteilt, obwohl ein laufendes Gerichtsverfahren noch nicht abgeschlossen ist. Für den Umbau der Straßen innerhalb des Projekts wurde von der rumänischen Regierung ein neues Bergbau-Gesetz durch den Senat gepeitscht, über das das Abgeordnetenhaus im Herbst abstimmen soll. Das Gesetz wichtige Bestimmungen über den Schutz kultureller und nationaler Güter außer Kraft. Großen Teilen der Bevölkerung in der Umgebung des Tagebaus werden Einspruchsrechte genommen.

Gegen die Bürgerinitiative traten etwa 500 Mitglieder der Bergbaugewerkschaft an. Sie sprechen der Bürgerinitiative das Recht ab, für die Region zu sprechen. Die Argumente der Minenarbeiter beziehen sich nur auf die Möglichkeit, Geld zu machen. Die Nachteile für die Region werden nicht wahrgenommen.

Siehe auch:
Nach Chemieunfall in Ungarn Zähneklappern in Rumänien

Informationsquelle:
Declaraţia comună de la Roşia Montană – Adevarul