Direkt zum Hauptbereich

Die Stadt des Erlösers droht zu ersticken

In der Stadt Salvador / Bahia zirkuliert eine der grössten Fahrzeugflotten Brasiliens. Man schätzt, dass es über 700.000 Fahrzeuge in der Stadt gibt, die 3 Millionen Einwohner zählt. Die Verantwortlichen der Stadt haben bisher totzdem keine Veranlassung gesehen, die Schadstoffkonzentration in der Luft zu messen. Sie ignorieren damit ein brasilianisches Bundesgesetz, das eine Überwachung der Luftqualität in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern vorschreibt. In den nächsten 3 Jahren wird mit einer Zunahme von weiteren 120.000 Fahrzeuge gerechnet.

Dabei ist auch den Brasiliianern bekannt, dass ein Auto im Schnitt 4 Tonnen CO2 im Jahr in die Luft bläst. Das bedeutet somit, dass die vorerwähnte Zunahme an Fahrzeugen in Salvador eine Erhöhung der jährlichen CO2-Emission von 480.000 Tonnen bedeutet.

Den Brasilianern ist auch bekannt, dass die Verbrennung von fossilen Treibstoffen die wichtigste Quelle der Luftverschmutzung ist. Auch dass die Staubpartikel bei den Dieselmotoren höchst gesundheitsgefährdend sind. Eine in Salvador wohnhafte Biochemikerin machte eine der wenigen Studien über die Luftqualität in der Stadt. Die Ergebnisse waren alarmierend. Sie stellte eine hohe Konzentration von Schwermetallen in den Pflanzen der Stadt fest. Unter diesen auch solche mit höchstem Sicherheitsrisiko für Menschen. Neben der gefährlichen Zusammensetzung haben die Partikel noch eine verschärfende Eigenschaft: 60% der untersuchten Partikel waren kleine als 10 Mikrometer. "Diese Partikeln haben einen akute und chronische Auswirkung auf die Atemwege. Sie können zum Beispiel einen Asthmaanfall verschärfen", erklärte die Forscherin.

Am schlimmsten sieht es zu Zeiten des Karnevals in Salvador aus. Es wuden Staubkonzentrationen von 800 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gemessen. Der von der Weltgesundheitsorganisation festgelegte Grenzwert liegt zwischen 25 und 50 Mikrogramm.

In Salvador leiden 25% der Jugendlichen an Asthma. Die Stadt liegt damit in Brasilien an der Spitze. Wen wundert es? Da die Stadtverantwortilichen im Tiefschlaf liegen, hilft nur noch die Hoffnung auf die FIFA, denn in Salvador sollen bei der Fußball-WM 2014 Spiele ausgetragen werden. Spätestens dann ist die dicke Luft nicht mehr tragbar.

Informationsquelle: A Tarde, Capital não tem controle da qualidade do ar, contrariando uma determinação legal


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…