Montag, 1. März 2010

Krankwerden in Costa Rica

Die Öffentliche Gesundheitsversorgung in Costa Rica steht in derKritik. Die Versicherten werden mit langen Wartezeiten für Untersuchungstermine und einer damit verbundenen Bürokratie gequält.

Es ist üblich, dass der Patient erst einmal zum Schalter des Gesundheitszentrums geht, seinen Terminwunsch anmeldet und seine Telefonnummer hinterlegt. Das Gesundheitszentrum wird ihn dann nach derzeitigem Stand Anfang 2011 anrufen, um ihm mitzuteilen, wann die Untersuchung stattfinden kann. Bei Augenproblemen sieht man alt aus. Mit Glück erhält man einen Termin im Jahr 2015.

Eine "Tica" (so nennen sich die Einheimischen) machte dieser Tage eine unangenehme Erfahrung mit der Gesundheitsbürokrate ihres Landes. Sie hatte einen Termin für eine Röntgenaufnahme um 12 uhr mittags und kam 15 Minuten zu spät. 7 Monate hatte sie auf diesen Termin gewartet. Die Verspätung kostete ihr diesen Termin, der an andere vergeben wurde, die seit 4 Uhr morgens auf eine solche Gelegenheit gewartet hatten. Jetzt wollte sie einen neuen Termin haben, wurde aber belehrt, dass sie einen solchen erst im September beantragen könne und dann ein neuer Termin frühestens für 2011 vergeben werden könne.

Die Öffentlichkeit verlangt, dass die Wartelisten "humanisiert" (humanizar) werden. Die Verantwortlichen wissen aber nicht was "humanisieren" bedeutet und so wird das Problem auf mindestens 2011 geschoben!


Informationsquelle: La Nación