Direkt zum Hauptbereich

Das Spanien der Angst hat gewonnen

Die spanischen Parlamentswahlen, die nur 6 Monate nach den letzten Wahlen erfolgten, sind mit einem unerwarteten Resultat ausgegangen. Die verbrauchte Regierungspartei PP hat allen Erwartungen zum Trotz Stimmen gewonnen, auch wenn es nicht gereicht hat, wieder die absolute Mehrheit zurückzubekommen.  Dies obwohl sich die Spanier eigentlich einig sind, dass die PP die korrupteste Partei Europas ist. Eine Unmenge bei den Gerichten anliegender Verfahren bestätigt das auch. Also warum haben die Spanier diese Partei wieder zur stärksten Partei gemacht? Rat habe ich bei dem Journalisten Javier Gallego von der Webseite “eldiario.es” gesucht. Hier sein Kommentar verfasst unter dem Titel “Die Angst hat gewonnen” in gekürzter Fassung;

Unter dem Strich haben die von immer gewonnen. Es haben die gewonnen, die es verstanden haben, den Leuten Angst wie nie zu machen. Rajoy hat die Wahlen in Venezuela gewonnen. Die Panik-Kampagne funktionierte und die Wähler der Rechtsparteien eilten wie eine Armee zu den Urnen, um das Land vor der Apokalypse des bolivarischen Zombies zu retten. Sofort hat der Wähler der Rechten reagiert auf den Hilferuf der Einheitspartei, um die Prinzipien der Bewegung, den Frieden und die Ordnung, die Stabilität, bedroht von Roten und Unabhängigkeitsanhängern zu verteidigen, gerade jetzt, wo Europa zerbricht am Brexit und die Börsen durch den Populismus und seine Volksabstimmungen abstürzen. Man muss sie stoppen, bevor sie dasselbe noch mit uns machen, war die Meinung.
 
Es ist so wie das ein Wähler der PP im Fernsehen sagte, “ich ziehe es eher vor, dass mich einige ausrauben als dass mich die anderen ruinieren”. Diejenigen, die dich ausrauben ruinieren dich auch, aber versuch das einer Person zu erklären, die glaubt, dass Pablo Iglesias dein Haus enteignen wird und dass Rajoy ein guter Verwalter ist. Das ist das Land, das wir haben und es ist sehr schwierig zu ändern, weil die Medien die Meinungsbildung dominant und monolithisch beherrschen.

Ganz im Unterschied zu den Rechten das linke Ufer, wo man die Wähler durch Streit und Unfähigkeit der beiden großen Parteien zu gemeinsamen Handeln entmutigt hat. Die PSOE war gar nicht an einem Kampf um die Macht mit der PP interessiert, sie ist nur von Podemos besessen, dem sie die Schuld für das schlechteste Resultat ihrer Geschichte zuschieben, weil es viel einfacher ist, sich über die Jugendlichen zu beklagen als in den Spiegel zu schauen und festzustellen, dass man alt und grau wird. Das sollte man auch der alten Vereinten Linken sagen (IU). Pablo Iglesias streckt jetzt die Hand in Richtung der Sozialisten au,s aber zuvor stellte er ihnen eine Falle, indem er versuchte eine Regierung hinter ihrem Rücken zu bilden. Das Lächeln des Schicksals vom letzten Mal ist ihnen durch ein enttäuschendes Resultat eingefroren

Das Unterlassen von Selbstkritik wäre nach diesem Resultat alarmierend, aber zu viel Kritik würde eine Linke lähmen, die sich selbst mobilisieren und gegen diese 4 Jahre Rajoy, die sie uns sicher bescheren werden, weil mehr als 7 Millionen Spanier für die Partei der Korruption und Konspiration, der Ungleichheit, der Armut, des Prekariats, der Hilfspakte für die Banken und der Kürzungen bei den Menschen, der Repression, der Medienmanipulation und des Knebelungsgesetzes, die Menschen mobilisieren muss. Das schwarze Spanien hat gewonnen und im Dunkeln sitzt das Spanien der Angst, weil es keinen Kampf darum gab diese zu besiegen.

Siehe auch
Sánchez versucht es mit einer neuen spanischen Regierung
Der Sauhaufen von Valencia: So funktionieren Spaniens Korrupte
Soraya muss für ihren Chef die Kohlen aus dem Feuer holen

Informationsquelle
Ha ganado el miedo

Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Beweisaufnahme auf brasilianisch oder wie man missliebige Politiker aus dem Verkehr zieht

Der ehemalige brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva, Spitzname Lula, wurde unter windigen Umständen durch die brasilianische Justiz daran gehindert für die nächsten Präsidentschaftswahlen zu kandidieren. "Am 12. Juli 2017 wurde Lula da Silva durch den Richter Sérgio Moro zu neun Jahren und sechs Monaten Haft wegen Korruption verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, umgerechnet insgesamt fast 1,1 Millionen US-$ in Form von Bauarbeiten in seinem Appartement von der Firma Odebrecht im Gegenzug für vermittelte Geschäftskontrakte erhalten zu haben", schreibt Wikipedia. Unter großem Getöse und Beifall der Mehrheitspresse gelang es dem Richter Sergio Moro, Lula ins Gefängnis zu bringen. Dabei ging das Gericht recht locker bei der Feststellung der Bestechungssumme um und unterstellte Lula, der das immer abstritt, dieses ominöse Apartment geschenkt bekommen zu haben. Die Medien halfen dabei, die Wohnung als den Gipfel von Luxus hinzustellen, weil der tatsäc…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

Tsunami am Schwarzen Meer

Laut Bericht von "Romania Libera" von heute gabe es einen solchen 1901 im und am Schwarzen Meer (Marea Neagra). Damals verursachte ein Erdbeben an der bulgarischen Küste, 15 km unter dem Meeresboden einen 5m hohen Tsunami, von dem die bulgarische und rumänische Küste betroffen war. Die Rumänen nannten das "Valul ucigas" (Mörderwelle).

Grund für den Bericht von "Romania Libera" ist die Einweihung der neuen Erdbebenwarte (observatorului seismologic) in Eforie, nahe Constanta.

Rumänien ist stark erdbebengefährdet. Schuld ist der Vrancea-Graben, der in den Karpaten an der Stelle liegt, wo sich diese in ihrer Ostausrichtung nach Norden abknicken. Das letzte schwere Erdbeben liegt über 30 Jahr zurück, die "Siebenbürger Zeitung" beschreibt nochmals das damals Geschehene: "Am 4. März 1977 ereignete sich in Rumänien eines der schwersten Erdbeben der letzten Jahrhunderte. Mit einer Stärke von 7,2 auf der Richterskala und dem Epizentrum im Vrancea-Gebi…