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Päderasten in Granada unter dem Schutz ihres aufklärungsunwilligen Erzbischofs

Im vergangenen Jahr schrieb ein junger Lehrer, Anwärter für den Orden des Opus Dei, an Papst Franziskus einen Brief, in dem er ihm schilderte, dass er von seinem 13. bis 18. Lebensjahr von mehreren Priestern sexuell missbraucht wurde. Der Papst las seinen Brief und rief danach bei ihm an, um ihn um Verzeihung zu bitten. Gestärkt durch das Vertrauen des Vatikan fühlte sich der junge Mann ermutigt, den Fall beim andalusischen Oberstaatsanwalt anzuzeigen. 10 Priester und 2 weltliche Angestellte in Granada sollen in den Missbrauch von Jugendlichen verwickelt gewesen sein. Die Gruppe wird als “Clan de los Romanones” nach dem Anführer der Gruppe Pater Romá benannt.

Die Justiz eröffnete dann ein nichtöffentliches Strafverfahren. Im Herbst eilte der verantwortliche Erzbischof von Granada, Francisco Javier Martinez, in den Vatikan, um dort Erklärungen zum Fall abzugeben, auch habe er privat mit dem Opfer des Missbrauchs gesprochen. Aber er dauerte dann bis in den Mai diesen Jahres als er verkündete, dass 3 direkt in die Missbrauchsfälle verwickelte Priester vom Priesteramt entfernt worden seien. Und erst letzten Sonntag bat er von der Kanzel um Entschuldigung für den “Skandal”. Der Vatikan war verärgert, weil der Erzbischof nur unzureichend an der Aufklärung mitwirkte.

Am vergangenen Montag sind dann erstmals 3 Priester und ein Religionslehrer verhaftet worden. Dazu musste die Justiz aber sehr deutlich werden: Am Wochenende stellte der zuständige Untersuchungsrichter dem Erzbischof ein Ultimatum auf Herausgabe der Akten. Für den Fall, dass er weiterhin die Zusammenarbeit verweigerte, wurde ihm ein Verfahren wegen Gehorsamsverweigerung angedroht. Jetzt hat er diese Unterlagen herausgedrückt. Der Vatikan war ob der Verweigerungshaltung der Bischofs erbost und der päpstliche Nuntius in Madrid machte noch einmal klar, dass gemäß dem Konkordat mit Spanien und auch auf ausdrückliche Forderung des Papstes, der Erzbischof verpflichtet sei, vollständig und umfänglich mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Trotzdem dreht und wendet sich der gute Erzbischof und verlangt Verschwiegenheit, denn die übergebenen Dokumente seien “geschützt” durch ein Abkommen “internationalen Ranges” und der kanonische Prozess sei “in den Händen des Heiligen Stuhles” , deshalb sei es ihm unmöglich ein “Urteil” abzugeben ohne “sowohl die geltende Gesetze als auch die Disziplin der Kirche zu verletzen”. Zu den Opfern und dem ihnen angetanen Leid kein Wort.

Jorge Reverte gab zum Verhalten des Erzbischofs in der Zeitung El Pais im November letzten Jahres folgenden Kommentar ab:
Der Erzbischof von Granada, Francisco Javier Martinez, und ein dutzend seiner Priester haben sich in ihren luxuriösen Messgewändern auf den Boden geworfen,um  um Verzeihung für die Pädarastenfälle in ihrer Kirche zu bitten. Man hat keine Lust ihm zu verzeihen, denn wir wissen, dass er die Angelegenheit vertuschen wollte und nur die Anständigkeit und die Macht von Papst Franziskus den Fall in Fahrt gebracht haben.
Die spanische katholische Kirche ist voll von Typen wie ihm. Der Erzbischof der Kanaren erklärte vor wenigen Monaten, dass die Angelegenheit des Missbrauch oft die Schuld der Opfer sei, die die armen und wenig gegen die Versuchungen des Fleisches geschützten Priester provozierten.
Wenn man so sieht, was die Kirche zu den politischen Parteien und grassierenden Korruption sagte, dann wäre es der Mühe wert zu fragen, ob es nicht logisch und zulässig wäre, eine Neugründung der Kirche zu verlangen. Franziskus scheint dieser Situation die Stirn bieten zu wollen. Aber ich fürchte, dass es mehr Menschen wie Martinez und seine 12 Kriecher gibt als vernünftige Personen in seiner Erzdiözese.
Ich bedanke mich beim Papst, weil er sich auf die Seite der Guten gestellt hat, aber der Boden der Kirchen droht sich mit Mächtigen zu bedecken, die keine Verzeihung verdienen. Das Übel, so sagt es Martinez, muss man mit Stumpf und Stil ausrotten. Warum tritt Martinez nicht zurück? Nur sein Abgang und der von einigen hundert weiteren würde sicherstellen, dass die Kirche sauber sein will.


Informationsquelle
La policía entra en el Arzobispado de Granada para que entreguen datos de los abusos a menores

Caso Romanones

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