Mittwoch, 15. April 2015

Die Dürre hat Brasilien im Griff und Energie ist wichtiger wie gutes Wasser

“Der Rio São Francisco ist ein 3.199 Kilometer langer Fluss bzw. Strom in Brasilien. Der Rio São Francisco entspringt im Süden des Bundesstaates Minas Gerais in der Serra da Canastra und fließt durch die Bundesstaaten Bahia, Sergipe, Pernambuco und Alagoas in Richtung Südatlantik.” So beschreibt Wikipedia einen der längsten Flüsse dieser Erde.

Die brasilianische Gruppe Acqua beschreibt den jetzigen Zustand des Flusses unter dem Titel “Die schlimmste Dürre am Rio São Francisco sei 100 Jahren” so:
“Es war noch nie so einfach den Grund des Rio São Francisco zu sehen. Er ist an vielen Stellen so seicht, dass Inseln auftauchen und Vegetation erscheint. Da der Fluss ständig trockener wird, wird dieser Anblick inzwischen zur Gewohnheit. Mitten im Flussbett erscheinen riesige Sandbänke. An einer Stelle, wo der Fluss bereits um 8 Meter abgesunken ist, gibt es einen deprimierenden Anblick. Die kleinen Schiffe können nicht mehr anlanden. Es werden Brücken benötigt, um auf die Boote zu kommen. “Trocken, trocken, erledigt, weil der Ozean an ihm herumreißt, seine Ufer zerstört und den Fluss begräbt”, beklagt sich der Fischer Ismael Menezes. Zwischen den Bundesstaaten Sergipe und Alagoas übersteigt das Wasservolumen nicht 1.100 cbm pro Sekunde. Normalerweise wären es 2.800 cbm pro Sekunde. “Leider haben wir jetzt diese Situation und die Menschen wissen nicht, wie lange sie diese noch ertragen können”, erklärte der Fischer José Ailton Gomes”.

Der Fluss fließt auch durch die Dürregebiete der Sertão. Viele Ortschaften werden von ihm mit Trinkwasser versorgt. Die Wasserqualität hat erheblich abgenommen.Das Wasser ist inzwischen hochgradig mit Nitrat verseucht und droht im unteren Wasserlauf immer mehr zu versalzen. Vielen Landwirtschaftsbetrieben, die von der Bewässerung aus dem Fluss abhängen, droht die Einstellung der Produktion.  Es gibt große Stauseen und Wasserkraftwerke entlang des Flusses. Sie halten Wasser für die Produktion von Energie zurück. Die Wasserbehörden folgen den Wünschen der Unternehmen und genehmigen die Drosselung des Wasserabflusses aus den Stauseen.  Der Präsident des Komitees für das Wassereinzugsgebiet des Rio São Francisco (CBHSF) kritisierte, dass für die Elektrizitätsunternehmen der Fluss nur gut für die Erzeugung von Energie sei. Die Krise werde schön geredet und die Umweltbehörde IBAMA erteile Gefälligkeitsgutachten. 

Informationsquelle
Rio São Francisco enfrenta pior seca nos últimos 100 anos