Freitag, 16. Januar 2015

Weniger Straßenhunde in Bukarest, dafür Nachschub für Zoophile in Westeuropa?

Die Stadt Bukarest hat eine Behörde zur Überwachung und zum Schutz der Tiere (abgekürzt ASPA). ASPA ist auch zuständig für die Einsammlung der Straßenhunde in der Stadt. Vor kurzem hat der zuständige Leiter des Programms, Răzvan Băncescu, in einer Pressekonferenz eine Bilanz über die bisherigen Resultate des Programms gezogen. Seinen Angabe zufolge wurden in der rumänischen Hauptstadt seit Oktober 2013 bis heute 51.000 Hunde eingesammelt. Davon wurden 30.000 eingeschläfert. Im gleichen Zeitraum wurden 23.000 Hunde “adoptiert”. Im Dezember 2014 zählte man in Bukarest die wenigsten von Hunden gebissenen Menschen innerhalb der letzten 30 Jahre. Angeblich soll es jetzt nur noch 4.000 Straßenhunde in Bukarest geben, die noch auf der Straße leben. Im städtischen Tierheim befinden sich noch 1.400 Tiere. Es soll aber noch ungefähr 24 illegale Tierheime in Bukarest geben, die bisher von ASPA nicht überprüft wurden.

20.000 Tiere wurden “exportiert”, davon sollen 4.000 “Adoptionen” in ihren Bestimmungsländern überprüft und bestätigt worden sein. 15 Teams, zusammengesetzt aus 90 Personen, sammeln herrenlose Tiere in Bukarest ein. 60 Veterinärmediziner sind beschäftigt, es gibt 3 Tierheime und 45 Angestellte im Programm ASPA. Băncescu appelliert an die Bevölkerung, das Programm weiterhin zu unterstützen. Die Bevölkerung kann über eine Telefonnummer rund um die Uhr Informationen an ASPA weitergeben. Auch das Adoptionsprogramm, die Sterilisierung von Hunden, die nicht herrenlos sind, und die Überwachung illegaler Tierheime soll fortgesetzt werden.

Băncescu hat allerdings ausländische Tierschutzorganisationen, die im Bereich der Straßenhunde tätig sind, beschuldigt, exportierte Tiere für Tierschutzzwecke und Zoophilie statt zu Adoptionszwecken zu vermitteln. Wörtlich erklärte er: “Ein großer Anteil der Hunde geht ins Ausland und nur 10% werden tatsächlich adoptiert. 90% werden für andere Aktivitäten verwendet” und er setzt hinzu: “Wir werden die Einmischung diverser Nichtregierungsorganisationen, die nachgewiesenermaßen ein Interesse an einem permanenten Angebot von Hunden zu Exportzwecken in Bukarest haben, nicht tolerieren”. Insbesondere beschuldigte er die Organisation “Vier Pfoten” aus Deutschland, die bisher weder einen Rechenschaftsbericht noch einen Bericht über ihre Aktivitäten in den letzten vier Jahren vorgelegt habe.

Diese Aussage hat “Vier Pfoten” auf die Palme gebracht. Sie will ASPA verklagen und erklärt: “Vier Pfoten hat nie internationale Adoptionen vermittelt. Seine Tätigkeit sind auf Rumänien beschränkt. Angesichts der direkten Beschuldigung von “Vier Pfoten”, verlangen wir von Băncescu, dass er diese durch die Vorlage klarer Beweise rechtfertigt. Im gegenteiligen Fall wird “Vier Pfoten” ihn verklagen”. Ist dies nun die späte Rache des ASPA-Chefs dafür, dass “Vier Pfoten” ihn im Juli letzten Jahres angezeigt hatte, weil er eine junge Tierschützerin, die Hunde vor der Gefangennahme bewahren wollte, auf offener Straße verprügelt hatte?

Siehe auch
Bukarest: Hilflos den Straßenhunden ausgeliefert
Was machen, wenn streunende Hunde 3.000 Kinder im Jahr beißen?

Informationsquelle
SITUAŢIA câinilor fără stăpân în Bucureşti: Peste 51.000 de câini au fost strânşi de pe străzi, din care 30.000 au fost eutanasiaţi
Vier Pfoten îi cere lui Băncescu dovezi pentru acuzaţiile făcute şi spune că îl va da în judecată
Rumänische Behörde ASPA tötet illegal weiter Hunde