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Rumänische Hochgeschwindigkeitsbahn-Phantasien in Wahlkampfzeiten

Die rumänische Regierung möchte eine Hochgeschwindigkeitsbahn im Land. Am liebsten möchte sie gerne eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Bukarest zum Schwarzmeer-Hafen Konstanza bauen. Die EU soll allerdings damit nicht einverstanden sein und will den Bau der Strecke nicht mitfinanzieren.

Die rumänische Regierung hat sich deshalb ein anderes Projekt und andere mögliche Partner ausgesucht. In China haben jetzt Gespräche mit chinesischen Unternehmen über den Bau einer Schnellbahnstrecke von Bukarest nach Jassy / Iaşi mit der Möglichkeit der Fortsetzung in die moldauische Hauptstadt Chişinău stattgefunden. Ministerpräsident Ponta hat sich mit einer Regierungsdelegation die chinesische Schnellbahnstrecke Peking – Tijanjin vorführen lassen. Danach erklärte Ponta: “Jetzt ist Herr Rus (rumänischer Innenminister) in fortgeschrittene Sondierungen über die Einrichtung einer Schnellbahnlinie Bukarest-Iaşi mit Verlängerungsmöglichkeit nach Chişinău eingetreten, weil sich die EU-Kommission gegen das Pilotprojekt Bukarest – Konstanza, wo sich der europäische Verkehrskorridor befindet, ausgesprochen hat, obwohl wir vorgeschlagen haben, dass man mit einer Machbarkeitsstudie weiter macht.” Die Regierung möchte aber unbedingt, dass in Rumänien das erste Pilotprojekt einer Hochgeschwindigkeitsbahn in Zentral- und Osteuropa gebaut wird. Die Technologie dafür soll nun in China gekauft werden.

Die zuständige Verkehrsministerin Ramona Mănescu klärte noch 2013 die Öffentlichkeit über die Schnellbahnpläne der Regierung so auf: “Es ist klar, dass die Notwendigkeit zur Entwicklung in Rumänien größer ist als es die Möglichkeiten der europäischen Fonds hergeben, deshalb ist einer Partnerschaft mit China willkommen. Diese Partnerschaft wird unter den Bedingungen und Respektierung aller von der EU erstellten Kriterien erfolgen. Ich haben den chinesischen Partnern mehrere Vorschläge unterbreitet, mit denen die Entwicklung und Realisierung einer Hochgeschwindigkeitsbahn erfolgen kann. Es geht um den europäischen Verkehrskorridor, der von Wien über Budapest nach Bukarest und Konstanza führt. Die ersten Arbeiten werden im Januar 2014 erfolgen auf einer Strecke von Bukarest nach Konstanza, die im  Hinblick auf das Gelände leicht zu verwirklichen sind. Wir haben ein sehr starkes Interesse daran, dass der Hafen von Konstanza mit Bukarest verbunden wird.”

Nanu, fragt man sich, woher kommt der plötzliche Gesinnungswandel bezüglich der Streckenführung? Warum fördert eigentlich die EU die Strecke Bukarest – Konstanza nicht? Eine plausible Erklärung dafür ist nicht zu finden. Vielleicht liegt es an den Wahlen, die 2015 stattfinden werden. Die Wähler sollen durch großartige Pläne bei der Stange gehalten werden. Ministerpräsident Ponta macht derartige Andeutungen: “2015 nach Beendigung des Wahlkampfes, durch den normalerweise viele Projekte in Rumänien verlangsamt werden, werden wir mit allen Projekten stark vorankommen.” Vorausgesetzt der Wähler gibt Herrn Ponta und seinen Parteifreunden seine Stimme.

Vielleicht liegt es auch ganz einfach daran, dass die rumänische Regierung mit Gewalt ein Prestigeobjekt durchsetzen will, wo doch die ganz normale Verkehrsinfrastruktur verbessert und gefördert werden müsste. Dafür gibt es nämlich Geld von der EU, aber damit kann man die Wähler ja nicht blenden.

Informationsquelle
Guvernul a discutat cu firme chineze realizarea unei linii feroviare de mare viteză Bucureşti-Iaşi

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