Direkt zum Hauptbereich

Die EU quält sich mit lästigen Katalanen und Schotten

Der Sprecher der katalanischen Regierung, Francesc Homs, hat dieser Tage erklärt, dass spätestens zwischen dem 27. und 31. Dezember ein Beschluss über das Datum, die Art der Frage und das Vorgehen zum Referendum über die Unabhängigkeit Kataloniens feststehen werde. Für die Schotten steht das Datum ihrer Abstimmung fest: Es ist der 17. September 2014.

Die EU ist für die nach Unabhängigkeit strebenden Regionen ein wichtiger Ankerpunkt. Sie wollen auf jeden Fall in der EU bleiben, aber dann eben als selbständige Mitglieder. Die EU-Oberen sind nicht davon begeistert und versuchen diese EU-Euphorie zu dämpfen. Der Vizepräsident der EU-Kommission Joaquín Almunia hat im September den Katalanen in aller Deutlichkeit zu verstehen gegeben, dass die Katalanen, wenn sie sich für eine Unabhängigkeit von Spanien entscheiden, auch die EU verlassen müssten. „Wenn ein Teil einer Region eines Mitgliedslandes sich abtrennt, dann ist der abgetrennte Teil nicht Teil der Europäischen Union", sagte Almunia auf einer Konferenz in Barcelona. Nun ist Almunia nicht neutral. Als ehemaliger Minister der spanischen Zentralregierung ist sein Beharren auf der Einheit Spaniens verständlich. Seine Meinung hat nun Kommissionspräsident Barroso gegenüber einem katalanischen Abgeordneten des Europaparlaments bestätigt. Das beeindruckt die Katalanen aber nicht, Sprecher Homs beruft sich darauf, dass es keine offizielle Stellungnahme der Kommission gebe, weil es auch keine formale Anfrage der spanischen Regierung dazu gebe.

Kein Wunder, dass der Madrider Regierung die Entscheidung der britischen Regierung, den Schotten ein Referendum über die Unabhängigkeit zu erlauben, auf den Magen schlägt. Ministerpräsident Rajoy drohte den Schotten vor kurzem, dass sie als neuer unabhängiger Staat vorerst nicht zur EU gehörten und erst einen Beitrittsantrag stellen müssten. Um Schottland in die EU aufzunehmen, müssten alle 28 Mitgliedstaaten zustimmen. Spanien, vertreten durch die zentralistische Madrider Regierung, hätte also ein Folterinstrument für die Schotten in der Hand nach dem Motto “ohne mich geht nichts”. Die BBC schreibt, was Rajoy eigentlich damit bezweckte: “Die Kommentare des Ministerpräsidenten werden als eine Warnung an Katalonien verstanden, dessen Regierung eine Abstimmung über die Unabhängigkeit abhalten will”.

Es steckt aber noch viel mehr dahinter: Die Gefahr, dass die ganze Europäische Union eine völlig neue Zusammensetzung bekommt, dass die derzeitigen Nationalstaaten so wie es das ehemalige Jugoslawien gezeigt hat, auseinander fallen. Aber die Hoffnung besteht, dass es ein friedlicher Prozess sein wird, denn letztendlich bleibt man zusammen, als Angehörige der EU. Diese könnte dadurch auch bürgernäher und die Keimzelle für ein tatsächliches Vereintes Europa werden. Vielleicht alles eine Illusion, aber der Drang zu einer friedlichen Neuordnung der europäischen Nationalstaaten ist nicht mehr von der Hand zu weisen.

Siehe auch
Auch der Lehendakari setzt auf ein Europa von unten

Informationsquelle
Homs: "Resérvense del 27 al 31 de diciembre para el acuerdo sobre la pregunta" – El Periódico
Scottish independence: Mariano Rajoy says Scotland would be 'outside EU' – BBC

Beliebte Beiträge

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webse…

Irland hat zu kuschen, wenn es nach Brexit-Britannien geht

Irland und Großbritannien verbindet eine schwierige Geschichte, bei der bis Anfang des vergangenen Jahrhunderts Irland in der Rolle einer britischen Kolonie steckte. Einer Kolonie, die von den Okkupanten nach Strich und Faden ausgebeutet wurde. Iren hege keine Sympathie für ihre britischen Nachbarn. Letztere hingegen pflegen weiterhin gerne ihren Hochmut gegenüber dem ehemaligen Kolonialvolk. 
Beide Länder gehören der EU an und über die EU konnte auch der langjährige blutige Bürgerkrieg in Nordirland befriedet werden. Der Brexit reißt den Graben wieder auf. Da in Großbritannien, vor allem in England - in Schottland sieht die Lage anders aus - der Brexit auch die Rückkehr zum alten Hochmut der Kolonialherrschaft bedeutet, taucht sie wieder auf am Horizont: Die Feindschaft zwischen dem Herrenvolk und seinem Sklavenvolk. 
Der aus Irland berichtende britische Journalist Chris Johns beschreibt in der Zeitung Irish Times wie er die Situation empfindet:

Ich habe von Michael Collins gehört, be…

3 Jahre Dürre, Spanien entwickelt sich immer mehr zur Wüste

Der staatliche spanische Wetterdienst (AEMET) hat dieser Tage Bilder veröffentlicht, die den Stand der Niederschläge vor 3 Jahren mit denen von heute vergleicht. Es ergibt sich ein klares Bild: Spanien geht immer mehr das Wasser aus. Gab es vor 3 Jahren noch blaue Flecken mit regenreichen Gebieten im Nordwesten, so sind diese inzwischen vollständig verschwunden. Im restlichen Land nimmt die braune Fläche gravierend zu. Ein Zeichen, dass vielen spanischen Regionen das Wasser ausgeht.

Die Zeitung "La Vanguardia" zitiert den Wetterdienst wie folgt:
Technisch gesprochen zeigt das Bild die photosynthetische Aktivität. Es ist nicht so, dass dort wo es 2014 noch Bäume gab, dass es diese nicht mehr gibt, sondern dass es keine grüne Vegetration mehr existiert, weil es nicht mehr regnet. Wir sagen, dass es eine andere Form ist, um die Dürre zu erkennen.

"La Vanguardia" berichtet weiter:
Es ist sicher, dass sich die Dürre immer mehr verschärft. Seit 2015 sind die Quellen des …

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Bittere Cashew-Nüsse und schwarze Kinderhände

Im Nordosten Brasiliens werden die beliebten Cashew-Nüsse, auf deutsch auch Kaschu genannt, geerntet. “Der Cashewbaum trägt ungewöhnliche Früchte, augenscheinlich sind es sogar zweierlei verschiedene: die bunten Cashew-Äpfel und die an Bohnenkerne erinnernden Cashewnüsse, quasi als Anhängsel.  Nebenbei produziert der Cashewbaum auch noch Latex und ein technisch wertvolles Öl. Sein Holz ist sehr hart und dicht, resistent gegen Termiten und sehr widerstandsfähig gegen Verwitterung.” So beschreibt die Webseite “Biothemen” Cashew und Cashewkerne.

Die Cashew-Nuss ist schwierig zu ernten. Die Schale enthält ein ätzendes Öl. Dieses Öl verletzt die Haut, verursacht Irritationen und chemische Verbrennungen. Zudem ist das Öl leicht entzündlich und klebrig. Beim Aufbrechen der Schalen mit den Händen werden die Hände schwarz und verletzen die Papillarleisten der Finger. Das Öl breitet sich beim Brechen der Nüsse über die Finger bis zu den Spitzen aus. Die Linien auf den Fingerspitzen verschwinde…