Freitag, 27. Dezember 2013

Ab 1. Januar geht in Großbritannien die Welt unter

In einer E-Petition, die von 153.798 Briten gezeichnet wurde, wird unter dem Titel “Stoppt die Masseneinwanderung von Bulgaren und Rumänen 2014, wenn die EU-Restriktionen über Einwanderung abgemildert werden” eine Neuverhandlung der Einwanderungsgesetze innerhalb der EU verlangt mit dem Ziel, dass Rumänen und Bulgaren weitere 5 Jahre die vollen Rechte von EU-Angehörigen versagt werden. Als Grund nennt die Inititative: “Sind die Restriktionen einmal gefallen haben alle neu Ankommenden das Recht auf Sozialhilfe, Mietzuschüsse, Kindergeld, Arbeitslosengeld usw. Man schätzt, das zur Zeit 1,5 Millionen Menschen aus den beiden Ländern auf Arbeitssuche sind”.

Die britischen Medien, insbesondere die Skandalblätter, haben das Thema in den letzten Monaten derart aufgebauscht, dass man eher an schwarzen britischen Humor, der sich wieder mal an irgendwelche “Hunnen” auslässt, denkt, wenn man die angsteinflößenden Schlagzeilen liest. Der konservative Abgeordnete Philip Hollobone drohte vor kurzem: “Wir importieren eine Welle an Kriminalität aus Rumänien und Bulgarien”. Für Hollobone besteht Rumänien nur aus einem Volk von Bettlern und Taschendieben, die die Londoner Metro unsicher machen. Ansonsten hat er von Rumänien nichts begriffen oder er will nicht mehr begreifen, weil das sonst sein Weltbild stören könnte.

Wie kommt das bei den Rumänen an? Die haben langsam, aber sicher die Nase voll von der ungeheuren Arroganz, die ihnen von den britischen Inseln ins Land bläst. Inzwischen weiß auch der Bauer auf dem Land, dass er bei den Briten unerwünscht ist. Die Zeitung Adevarul schreibt in einem Bericht über das Thema “Das hässliche Gesicht Großbritanniens, rumänische Einwanderer und der Mythos vom polnischen Klempner”. Die Zeitung erinnert daran, dass die Fremdenphobie in Britannien schon früher gut entwickelt war und erinnert daran, dass bereits vor 10 Jahren der damalige Premierminister Blair die polnische Gefahr heraufbeschworen hat und schreibt: “In den Jahren ab 2000 entstand der Mythos des “polnischen Klempners”, der für billige Arbeit aus dritter Hand stand. 2005 als die Polen keine Restriktionen mehr hatten bezüglich einer Arbeitsaufnahme in der EU, haben die Franzosen, Schweizer und Briten eine Kampagne ähnlichen Ausmaßes losgetreten.”

Britische Journalisten bereisten Rumänien und sahen Dörfer, in denen es noch kein fließendes Wasser, keine Elektrizität und keine Arbeitsplätze oder Möglichkeiten zum Schulbesuch gab. Daraus schnitten sie sich ihre Horrorberichte zu recht. Adevarul befragte noch einmal die Bevölkerung an diesen Orten und erfuhr, dass die Situation von den Briten völlig einseitig geschildert wurde. Viele der Interviewten erklärten, dass keine Absicht hätten nach Großbritannien auszuwandern.

Ein Europaparlamentarier der British National Party, Nick Griffin, gab einer bulgarischen Nachrichtenagentur ein Interview, in dem er sich, gefragt nach den Hetzberichten der britischen Presse bezüglich Rumänen und Bulgaren wand und drehte und schließlich mit dieser Erkenntnis herausrückte: “Die Skandalpresse konzentriert sich in der Tat auf die Rumänen und Bulgaren. Ich glaube, dass der Grund dafür im wesentlichen ist, dass sie weiße Europäer sind. Das größte Problem in Vereinigten Königreich sind aber muslimische Einwanderer vom indischen Subkontinent und Pakistan. Es ist aber politisch inkorrekt, sie zu kritisieren. Es ist leichter europäische Einwanderer zu kritisieren”.

Der wahre Grund für diese Hetze ist also Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit. Und dafür ist jedes Ereignis recht, auch die Aufhebung der Arbeitsaufnahme-Restriktionen für Rumänen und Bulgaren. Es wird mit Ängsten gespielt, um Aufklärung zu verhindern. Mit Erfolg: Eine orientierungslose britische Regierung lässt sich in dieser Angelegenheit von der schäumenden Meute vor sich her treiben und meint damit in den nächsten Wahlen bestehen zu können.

Informationsquelle
e-petition Stop mass immigration from Bulgarian and Romanians in 2014, when EU restrictions on immigration are relaxed
Păzea, mai sunt şase zile: vin românii! Faţa urâtă a Marii Britanii, imigranţii români şi mitul instalatorului polonez – Adevarul
Interview of 2013: Nick Griffin: UK Press Targets Bulgarians, Romanians Because They Are White Europeans, Not Muslims