Montag, 26. August 2013

Das Dorf bleibt in Rio de Janeiro!

In Rio de Janeiro gibt es eine "Aldeia Maracanã", das Maracanã-Dorf. Es liegt auf dem Geländes des ehemaligen Indio-Museums, wo es als Indio-Dorf aufgebaut worden war. Die Regierung des Bundesstaates will es nun abreißen. In Rio de Janeiro wird im Hinblick auf die bevorstehenden großen Sportereignisse Fußball-Weltmeisterschaft und Olympiade besonders viel abgerissen oft ohne Rücksichtnahme auf die Interessen der Bevölkerung. Auch gegen den geplanten Abriss des "Aldeia Maracanã" regt sich Widerstand. Im April dieses Jahre wurden die Indigenen, die das Gebäude besetzt hielten mit Polizeigewalt vertrieben und in den Stadtteil Jacarépagua umgesiedelt. Die Indigenen wollen aber nicht aufgeben, denn für sie handelt es sich beim Dorf um ein Gut des kulturellen Erbes.


Gestern kam es unter dem Thema "Wiederaufforstung des Aldeia Maracanã" zu neuen Demonstrationen. Die Aktivistinnen und Aktivisten des "Aldeia Maracanã" beschreiben den Grund für ihre Aktion wie folgt: "Direkt nach der gewaltsamen Entfernung der Indigenen und ihrer Unterstützer aus dem "Aldeia Maracanã" fing der Bundesstaat Rio de Janeiro auf Befehl seines Gouverneurs Cabral an, nicht nur einen großen Teil der zum Indio-Museum gehörenden Fläche zu roden, sondern auch Flächen im gesamten Stadtteil Maracanã. Nicht nur dass dieser staatliche Vandalismus eine kulturelle und umweltpolitische Respektlosigkeit bedeutet, so soll nun ein großer Teil des zuvor bewaldeten Gebietes den wirtschaftlichen Interessen des neuen privaten Konzessionärs des Sportkomplexes von Maracanã dienen."


Die Protestierenden wollen, dass das Gebäude des Museums und das Dorf in eine Universität umgewandelt werden und zwar in eine Universität der Techniken und Kenntnisse der indigenen Völker. Die Unterstützer wurden aufgerufen mit Pflanzen und Gartenschaufeln anzurücken und mit der Wiederaufforstung des von den Baumaschinen zerstörten Geländes zu beginnen. Kommentar auf Facebook: "Die Wiederaufforstung des Aldeia Maracanã wurde symbolisch durch die Kinder als Sinnbild für die Geister, die in den Pflanzen wohnen und sie beschützen, gestartet. Die Protestversammlung heute ist sehr schön! Viele Pflanzen wurden gebracht, um mit der Arbeit zum Aufbau der indigenen Universität zu beginnen!"

Siehe auch:
50 Familien gegen Trump und das Großkapital, ein ungleicher Kampf


Informationsquelle:
Venha Ajudar no Reflorestamento da Aldeia Maracanã! -CMI Brasil