Samstag, 9. März 2013

Ein gebrechlicher König mit mangelnder Einsicht

Nun ist er schon wieder operiert worden, König Juan Carlos von Spanien. Diesmal sind ihm Bandscheiben entfernt worden. Innerhalb eines Jahres war es bereits die 4. Operation. Durch die Operationen und die anschließenden Reha-Maßnahmen ist der König in einer schwierigen Situation seines Landes nur noch bedingt einsatzfähig. Juan Carlos ist jetzt 75 Jahre alt. Während in Holland die Königin einsichtig aus Altersgründen auf ihren Thron verzichtet und der Stellvertreter Gottes ebenfalls zu dieser sensationellen Einsicht kam, scheint Juan Carlos auf seinem Sessel zu kleben. Sein Sohn Felipe, der zukünftige Thronfolger, ist inzwischen 45 Jahre alt und wäre durchaus in der Lage die Aufgaben zumindest vorläufig wahrzunehmen.

Juan Carlos wird voraussichtlich die nächsten 6 Monate nicht einsatzfähig sein. Der operierende Orthopäde meint, dass es noch sehr harter Arbeit bedürfe, um ihn wieder fit zu machen. In der spanischen Öffentlichkeit wächst das Unbehagen, zumal das Ansehen der Monarchie in den letzten Monaten durch Skandale, insbesondere des Schwiegersohns Urdangarin und seiner Ehefrau Prinzessin Cristina, schwer gelitten hat. Hinzu zeichnet sich einer neuer Skandal ab, indem die deutsche Freundin des Königs, Corinna zu Sayn-Wittgenstein, während Jahre kostenlos im vom spanischen Staat dem König zur Verfügung gestellten Anwesen, das für Corinna und ihren Sohn zuvor auf Staatskosten renoviert wurde, wohnte.

Eigentlich sieht die spanische Verfassung vor, dass bei einer zeitweisen Dienstunfähigkeit der Kronprinz die Amtsgeschäfte übernehmen kann. Da der König wohl dazu selbst keine Anstoß gibt, tut auch die Regierung nichts. Statt dessen tanzen die Regierungsmitglieder in der Klinik an. Dazu schreibt die Zeitung "Pùblico”: “Die Prozession der politische Führer und der staatlichen Institutionen im königlichen Krankenzimmer in der Klinik “La Milagrosa” in Madrid ist nicht spontan, sondern gehorcht einer sorgfältigen Strategie des Königlichen Hauses (Casa Real), das damit ein Bild weitergeben will, dass Juan Carlos seine Funktionen genauso ausübt wie wenn er in seinem Büro im Zarzuela-Palast sitzen würde.”

Juan Carlos hat zu verstehen gegeben, dass er nicht abdanken wird. Bei all dem Durcheinander wäre das für ihn persönlich eine dumme Entscheidung, denn laut der spanischen Verfassung ist die “Person des Königs unverletzbar und keiner Verantwortlichkeit unterworfen” (Art. 57 Abs. 3).Das heißt, er kann als König nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Das gilt aber nur solange er König bleibt. Deshalb wird er sein Amt wohl auch bis zum bitteren Ende behalten wollen. Für Spanier, denen in letzter Zeit Opfer jeder Art abgefordert werden, keine gute Nachricht.

Siehe auch
Spanische Monarchie: Heiteres Elefanten jagen und betrügerisches Geschäftsgebaren

Informationsquelle
PP y PSOE impiden la regencia del príncipe por la incapacidad del rey – Pùblico