Montag, 18. März 2013

Die Zukunft des Tourismus: Spanien im Krankenhaus genießen

Das spanische öffentliche Gesundheitswesen leidet unter einer Privatisierungswelle durch die Regierung. Entlassungen von Personal und Schließung von Krankenstationen sind an der Tagesordnung. Das bringt doch einige auf neue Gedanken wie man mit der Gesundheit doch noch Geld machen könnte. Ins Ziel geraten Gesundheitstouristen. Wie schön könnte es sein, sich an der Costa del Sol die Zähne ziehen zu lassen und Meer und Sonne dabei zu genießen? Das denken jetzt auf jeden Fall die spanischen Tourismusexperten und setzen ihre Hoffnungen auf die vermögenden Kranken und Gebrechlichen aus dem Ausland.

Laut der Zeitung El Pais wirb die amerikanische Reiseagentur “Medical Tourism Corporation” mit folgenden Worten für einen Krankenurlaub in Spanien: “In Spanien gibt es nicht nur Stierkämpfe, Flamenco, exotische Strände und viel Sonne. In den letzten Jahren hat das Land durch sein exzellentes ärztliches System, das eine Behandlung zu niedrigen Kosten und hoher Qualität für Patienten aus der ganzen Welt bietet, an Bedeutung gewonnen.” Laut dieser Agentur gehören zu den Stärken des spanischen Angebots die niedrigen Kosten. Die Patienten könnten leicht 30% bis 70% sparen. Während in Großbritannien z.B. eine Nasenoperation 3.450 bis 4.600 Euro koste, sei sie in Spanien für 2.700 Euro zu haben. Eine Knieoperation könne bis zu 60% billiger sein.

Während es bisher schon Angebote für Schönheitsoperationen gab, wollen die Spanier jetzt auf dem klassischen Gesundheitsmarkt mit Angeboten in den Bereichen orthopädische Chirurgie, Traumtologie, Herzoperationen und Krebsbehandlungen ins Geschäft kommen. Vor allem an der Costa del Sol will man auf den Gesundheitstourismus  setzen. Krankenhäuser mit privaten Angeboten gibt es bereits in Málaga. In dieser Stadt wurde vor kurzem eine Stiftung mit Namen “Fundación Málaga Health” gegründet, die private Krankenhäuser, ein augenärztliches Institut und Reiseagenturen zusammen bringt. Der Vertreter der Stiftung erklärt den Zweck: “Unsere Absicht ist es, Málaga auf diesem Sektor bekannt zu machen, eine Datenbank mit den Daten der Krankenhäuser, Hotels und Reiseagenturen aufzubauen und all die Informationen zu sammeln, die ein ausländischer Patient, der sich gerne hier operieren lassen möchte, braucht.”

Die Initiatoren des Angebots an der Costa del Sol träumen von einen Jahresumsatz von 300 Millionen Euro. Die meisten Kunden erwarten sie aus Großbritannien und den Niederlanden, aber auch von Menschen aus dem Maghreb oder aus Russland. An der Costa Blanca, in Alicante und Benidorm, setzt man eher auf die Deutschen und Niederländer. Auch hier gibt es bereits Angebote für Gesundheitstourismus z. B. das Hospital Clinica Benidorm. Hier gibt es ein Behandlungspaket, das vor allem Niederländern angeboten wird: “Knie- und Rückenoperation inklusive 3 Wochen Rehabilitation zu Lasten der Krankenversicherung in einer Pension in Benidorm, mit einem wesentlich angenehmeren Klima für die Erholung nach einem solchen Eingriff wie in Holland.” Glückliche Holländer, ein niederländische Versicherung hat ein Abkommen mit dem Krankenhaus, so dass die Kosten in dem angenehmen Klima dem Kranken nicht zu sehr auf dem Magen liegen und der Urlaub tatsächlich eine Erholung wird.

Informationsquelle
Para operarse, venga a España – El Pais