Direkt zum Hauptbereich

Donau-Gold soll in Berzasca gehoben werden

Bisher ist die Donau auf ihrem Lauf entlang der Grenze Rumäniens zu Serbien und Bulgarien kaum vermarktet worden. Ein Dorf in der Donauklamm will nun endlich mit Hilfe von Mitteln aus den europäischen Fonds sich daran machen, das touristische Gold der Donau zu heben. Dort wo das Banater Bergland zur Donau abfällt, liegt das Dorf Berzasca. Die Donau bildet an diesem Ort eine malerische Bucht, an der zwei Touristendörfer erstellt werden sollen. Bis in das vergangene Jahr verdienten die Bewohner ihren Lebensunterhalt im Kohlebergwerk, Steinbrüchen sowie in der Holzwirtschaft. Jetzt, wo diese Wirtschaftszweige nicht mehr viel hergeben, soll auf den Tourismus gesetzt werden.

Unter streng ökologischen Gesichtspunkten sollen Wohnungen am Wasser sowie künstliche Inseln entstehen. Kleine Restaurants und Bars am Ufer sollen die Touristen erfreuen. Die beiden Touristendörfer mit Namen Egreta und Pelicanul sollen aus Bungalows bestehen. Die Planung steht bereits, man wartet jetzt noch auf Baumaterial aus Deutschland. "Die Touristen werden in ihrer Siedlung mit einem Restaurant, einer Rezeption und einem Park verwöhnt werden", schwärmt der Bürgermeister des Ortes. Er hofft, dass der Ort damit in die Urlaubsplanung rumänischer und ausländischer Gäste gerät. Zusammen mit anderen Gemeinden soll auch ein Schluchtenwander- und Fahrradweg von 17 km geschaffen werden. Es soll auch alles getan werden, um Anglern und Bootfahrerern den Zugang zur Donau zu ermöglichen. Dann sollen auch die Kreuzfahrtschiffe aus Deutschland, Österreich und Ungarn im Sommer in Berzasca anlegen und die Passagiere angeregt werden, die neuen Attraktionen von Berzasca zu genießen. Der Bürgermeister würde diesen Touristen auch Ausflüge in die Umgebung empfehlen, so z.B. nach Bigăr (deutscher Name: Schnellersruhe), einem Ort der tschechischen Minderheit, dessen Architektur sich seit seiner Gründung 1827 von Auswanderern aus Mittelböhmen wenig verändert hat. Oder er empfiehlt die Gegend von Siria, eine spektakuläre Karstlandschaft mit einem Naturreservat mit Lilien, die im Juni der Landschaft eine farbige Pracht verleihen. Und dazu soll dann auch noch ein Yacht- und Sporthafen kommen.

Vorher muss aber wohl noch etwas anderes in Ordnung gebracht werden. Die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ) berichtete im Mai vergangenen Jahres: "Zum dritten Mal in diesem Jahr gab es in der vergangenen Woche akuten Umweltverschmutzungsalarm am Eingang zur Donauklamm, im Großraum Neumoldowa/Moldova Nouã. Die Cosava, der für die Donauklamm spezifische lokale Sturmwind, hatte wieder einmal die Staubpartikel der Berge und Abraumhalden des Kupferbergwerks Moldomin aufgewirbelt und bis über die Donau nach Serbien gepustet. Prompt kam der Protest wegen der Umweltverschmutzung vom Südufer der Donau." Die ADZ beschreibt den Grund: "Das Problem ist alt und seit Langem bekannt. Nur: Unternommen hat bislang niemand etwas dagegen. Dass die bei der Banatit-Anreicherung anfallenden Taubmassenmengen nicht nur chemisch verseucht, sondern durch ihre Feinheit der Granulation auch ein akuter Umweltverschmutzungsfaktor für die Menschen, die Landwirtschaft und die Trinkwasserbrunnen an beiden Donauufern ist, störte zu kommunistischen Zeiten niemanden. Damals entstanden die Abraumhalden am linken Donauufer, die durch Kronenteiche nur notdürftig mittels Wässerung gefestigt sind und die in Dürrezeiten – den gesamten Monat April 2009 ist kein Tropfen Regen gefallen – zur Gefahr durch Windverwehung werden."

Es bleibt zu hoffen, dass man das Problem bereits angegangen hat, denn sonst werden sich Touristen auch von noch so schönen Anlagen nicht anlocken lassen.

Vile lacustre în Berzasca | Romania Libera


Beliebte Beiträge

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

In Treue fest zum Atom

Der spanische Industrieminister macht es sich leicht. Ein paar Tage vor dem Unglück von Fukushima erklärte er: "Sich vor der Nuklearenergie fürchten ist wie vor der Sonnenfinsternis Angst haben".

María Teresa Domínguez, Sprecherin der Forums der spanischen Atomernergie erzählt 2009 in einem Interview: "Spanien hat 8 Atomkraftwerke, die auf höchstem Weltniveau bezüglich Verfügbarkeit und Betriebsbedingungen operieren." Keine Rede davon, dass die AKW Vandellos und Ascó schon Störfälle auf höchstem Niveau hatten. Frau Domínguez bedauert, dass die Nuklearenergie nur zu 8% zur Energieversorgung Spaniens beiträgt. Deshalb will sie daraufhin arbeiten, dass der spanische Strommix für die Zukunft einen Anteil von 30% an der Landesversorgung bekommt. Keine Angst wegen den Risiken? "Nein, die Risiken sind kontrollierbar. Ich sage das, weil ich Technikerin bin und auf dem Gebiet der Sicherheit der Atomkraftwerke arbeite. Aber das sage nicht nur ich, sondern das ist auch …

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Frankreich ekelt sich vor seinen Schlachthöfen und empört sich über Tierquälerei

Massentierhaltung in Frankreich: 83% der Hühner werden in geschlossenen Ställen aufgezogen, 68% der Hennen und 99% der Kaninchen werden in Käfigen gehalten. 95% der Schweine fristen ihr kurzes Leben in geschlossenen Ställen auf Gitterrosten. Die Tiere werden nur als Handelsware gesehen, man verstümmelt sie (Kastration ohne Betäubung, Abschneiden der Schwänze oder der Schnäbel). Ihre Sterblichkeitsrate ist sehr groß, zum Beispiel sterben 20% der Schweine vor ihrer Schlachtung.

Industrielle Massentierhaltung wie in Deutschland auch. Das Tier wird nicht als Lebewesen gesehen, sondern nur als Handelsprodukt. Während in Deutschland die Konsumenten seit einiger Zeit ins Grübeln geraten sind und sich eine Bewegung gegen Massentierhaltung gebildet hat, hat man in Frankreich, das wir als Schlemmerland kennen, bisher beide Augen zugedrückt beziehungsweise die Verbraucher wollten nicht so genau wissen wie das Fleisch auf ihrem Teller gelandet ist. Zwar hat sich seit einiger Zeit ein…

Der Generalkonsul mit Nazi-Vergangenheit, dessen Sohn mit internationalem Haftbefehl gesucht wird

Hans Hoffmann, mit Spitznamen “Juanito” oder “Don Juan”, war Generalkonsul in Málaga. Kein echter Berufskonsul, sondern ehrenhalber. Nicht nur Honorarkonsul, sondern Honorargeneralkonsul, wobei er gegen schwere Bedenken des Auswärtigen Amtes darauf bestand nur “Generalkonsul” genannt zu werden. Ganz früher war er zur Nazizeit an der deutschen Botschaft in Madrid tätig. Er kannte sich bestens im Land des Diktators Franco aus und war mit einigen Größen des Francoregimes befreundet. Spanische Medien haben inzwischen herausgefunden, dass Hoffmann an der Botschaft als Gestapo-Agent tätig war. Er soll auch bei Treffen zwischen Hitler und Franco gedolmetscht haben.Er ist 1998 gestorben.

Nach dem Krieg zog er an die Costa del Sol, wo er deutschen Nazis als Fluchthelfer gedient haben soll. In den 50er Jahren machte er die Bekanntschaft von Franz-Josef Strauß, der in Deutschland eine steile Politikerkarriere hinlegte. Strauß sorgte dafür, dass Hofmann sogenannter Wahlkonsul in Algec…

Frankreich erfindet den Zahnarzt–Aldi

Die Großzügigkeit der französischen Krankenkassen bei Erstattung von Zahnarztkosten hält sich in Grenzen. In der Regel können Versicherte mit etwa 70% erstatteter Kosten rechnen, d.h. 30% muss selbst getragen werden. Die Zahnärzte sind jedoch oft mit den Tarif-Honoraren nicht zufrieden. Sie verlangen Aufschläge, die ebenfalls an den Versicherten hängen bleiben. Gerade dieser Aufschlag scheint in letzter Zeit bei den Zahnärzten in Frankreich sehr beliebt geworden zu sein. In einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit steigt und auch viele Franzosen mit dem wirtschaftlichen Überleben kämpfen, verursacht der Gang zum Zahnarzt wegen Zahnschmerzen den Betroffenen zusätzlich noch Bauchschmerzen wegen der finanziellen Belastung.

Frankreich hat zwar den Lebensmittel-Discounter nicht erfunden, darin sind die Deutschen wohl Weltmeister, aber in anderen Bereichen haben die Franzosen durchaus den Ehrgeiz zur durchgreifenden Rationalisierung, um die Preise zu senken. Besonders offensichtlich ist das…