Freitag, 12. November 2010

Donau-Gold soll in Berzasca gehoben werden

Bisher ist die Donau auf ihrem Lauf entlang der Grenze Rumäniens zu Serbien und Bulgarien kaum vermarktet worden. Ein Dorf in der Donauklamm will nun endlich mit Hilfe von Mitteln aus den europäischen Fonds sich daran machen, das touristische Gold der Donau zu heben. Dort wo das Banater Bergland zur Donau abfällt, liegt das Dorf Berzasca. Die Donau bildet an diesem Ort eine malerische Bucht, an der zwei Touristendörfer erstellt werden sollen. Bis in das vergangene Jahr verdienten die Bewohner ihren Lebensunterhalt im Kohlebergwerk, Steinbrüchen sowie in der Holzwirtschaft. Jetzt, wo diese Wirtschaftszweige nicht mehr viel hergeben, soll auf den Tourismus gesetzt werden.

Unter streng ökologischen Gesichtspunkten sollen Wohnungen am Wasser sowie künstliche Inseln entstehen. Kleine Restaurants und Bars am Ufer sollen die Touristen erfreuen. Die beiden Touristendörfer mit Namen Egreta und Pelicanul sollen aus Bungalows bestehen. Die Planung steht bereits, man wartet jetzt noch auf Baumaterial aus Deutschland. "Die Touristen werden in ihrer Siedlung mit einem Restaurant, einer Rezeption und einem Park verwöhnt werden", schwärmt der Bürgermeister des Ortes. Er hofft, dass der Ort damit in die Urlaubsplanung rumänischer und ausländischer Gäste gerät. Zusammen mit anderen Gemeinden soll auch ein Schluchtenwander- und Fahrradweg von 17 km geschaffen werden. Es soll auch alles getan werden, um Anglern und Bootfahrerern den Zugang zur Donau zu ermöglichen. Dann sollen auch die Kreuzfahrtschiffe aus Deutschland, Österreich und Ungarn im Sommer in Berzasca anlegen und die Passagiere angeregt werden, die neuen Attraktionen von Berzasca zu genießen. Der Bürgermeister würde diesen Touristen auch Ausflüge in die Umgebung empfehlen, so z.B. nach Bigăr (deutscher Name: Schnellersruhe), einem Ort der tschechischen Minderheit, dessen Architektur sich seit seiner Gründung 1827 von Auswanderern aus Mittelböhmen wenig verändert hat. Oder er empfiehlt die Gegend von Siria, eine spektakuläre Karstlandschaft mit einem Naturreservat mit Lilien, die im Juni der Landschaft eine farbige Pracht verleihen. Und dazu soll dann auch noch ein Yacht- und Sporthafen kommen.

Vorher muss aber wohl noch etwas anderes in Ordnung gebracht werden. Die Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ) berichtete im Mai vergangenen Jahres: "Zum dritten Mal in diesem Jahr gab es in der vergangenen Woche akuten Umweltverschmutzungsalarm am Eingang zur Donauklamm, im Großraum Neumoldowa/Moldova Nouã. Die Cosava, der für die Donauklamm spezifische lokale Sturmwind, hatte wieder einmal die Staubpartikel der Berge und Abraumhalden des Kupferbergwerks Moldomin aufgewirbelt und bis über die Donau nach Serbien gepustet. Prompt kam der Protest wegen der Umweltverschmutzung vom Südufer der Donau." Die ADZ beschreibt den Grund: "Das Problem ist alt und seit Langem bekannt. Nur: Unternommen hat bislang niemand etwas dagegen. Dass die bei der Banatit-Anreicherung anfallenden Taubmassenmengen nicht nur chemisch verseucht, sondern durch ihre Feinheit der Granulation auch ein akuter Umweltverschmutzungsfaktor für die Menschen, die Landwirtschaft und die Trinkwasserbrunnen an beiden Donauufern ist, störte zu kommunistischen Zeiten niemanden. Damals entstanden die Abraumhalden am linken Donauufer, die durch Kronenteiche nur notdürftig mittels Wässerung gefestigt sind und die in Dürrezeiten – den gesamten Monat April 2009 ist kein Tropfen Regen gefallen – zur Gefahr durch Windverwehung werden."

Es bleibt zu hoffen, dass man das Problem bereits angegangen hat, denn sonst werden sich Touristen auch von noch so schönen Anlagen nicht anlocken lassen.

Vile lacustre în Berzasca | Romania Libera