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Die Katastrophe am Guadiamar

Spanien / Andalusien: Zwischen der Sierra Norte Richtung Süden zur Guadalquivir-Mündung passierte 1998 eine Umweltkatastrophe ersten Ranges. Greenpeace schildert den Ablauf wie folgt:

"Als in der Nacht des 25. April 1998 um 3.30 Uhr bei Aznalcóllar der Damm eines Rückhaltebeckens für giftige Bergwerksschlämme bricht, rauschen fünf Millionen Kubikmeter Schlick, versetzt mit Schwermetallen wie Zink, Blei, Kupfer, Cadmium, Quecksilber, Arsen und Thallium durch das Bett des Flüßchens Guadiamar auf den 40 Kilometer südlich gelegenen Doñana-Nationalpark zu. Im Morgengrauen schieben alarmierte Bauern mit Traktoren eilends Erdwälle auf, um den Park zu retten. Buchstäblich in letzter Minute stehen drei Dämme.

Daß es Opfer gegeben hat, kann nicht einmal Frau Tocino (Umweltministerin der Aznar-Regierung) leugnen: 40 Tonnen toter Fische trieben bauchoben auf dem Wasser. 5000 Hektar Wiesen, Felder und Zitrusplantagen hat der schwarze Schlamm verseucht und die Ufer des Guadiamar auf 40 Kilometern Länge dazu. Bauern stehen vor dem Nichts. In die Randbereiche des Doñana-Nationalparks sind Schwermetalle eingesickert. Und doch brüstet sich die Ministerin bei ihrem Besuch im August, die Gefahr sei so gut wie beseitigt, schließlich sei der Giftschlamm bald abtransportiert. Kein Schlamm, kein Problem."

Womit sich Frau Ministerin doch sehr getäuscht hat oder täuschen wollte. Die Katastrophe hält heute noch Wissenschaftler und Bevölkerung in Sevilla in Atem.

Zum 10. Jahrestag der Katastrophe berichtet der "Diario de Sevilla", dass die öffentliche Verwaltung mehr wie 200 Millionen Euro für die Beseitigung der Schäden und Renaturierungsmaßnahmen ausgegeben hat. Die Aktion zur Behebung der Umweltschäden war beispiellos. 7 Millionen Kubikmeter verseuchte Erde musste abgetragen und 2,5 Millionen Kubikmeter saures Wasser musste gereinigt werden. Die Landesregierung von Andalusien musste die Aktion mit 21 neuen Gesetzen begleiten.

Die öffentliche Verwaltung ist inzwischen zufrieden mit dem Resultat: Die Artenvielfalt soll jetzt wieder grösser sein wie vor der Katastrophe und die Belastung der Böden stelle kein gesundheitliches Risiko mehr dar.

Die Ökologen warnen, dass weiter Gift aus dem alten Bergwerk versickert. Sie warnen auch davor, dass die abgetragene, vergiftete Erde, die in einem alten Bergwerk bei Aznalcóllar eingelagert wurde, das Grundwasser für Sevilla bedroht. Ein System von Pumpen muss sicherstellen, dass es hier zu keiner neuen Katastrophe kommt.

Greenpeace-Report zur Katastrophe am Guadiamar



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