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Die Angst der Schweizer

Der Mehrheits-Schweizer - es gibt auch die Minderheits-Schweizer, die viel mutiger sind - haben viel Angst. Angst vor Fluglärm, deshalb sollte dieser möglichst in das grenznahe Ausland ausgelagert werden. Angst vor der Europäischen Union, weil die die heissgeliebte direkte Demokratie kaputt macht und das Bankengeheimnis abschaffen will. Angst vor der Überfremdung wobei natürlich nicht jeder gemeint ist. Afrikanische Potentaten, die ihre Millionen vor dem hungernden Volk in die Schweiz retten, sollten durchaus anständig aufgenommen werden. Aber nicht jeder X-Beliebige wie etwa ein Viorel Popescu oder ein Max Schulze, auch wenn die schon lange in der Schweiz leben. Nein da will der Normalbürger mitsprechen, das heißt er will über eine beantragte Einbürgerung in direkter Demokratie auf Gemeinde-Ebene abstimmen. Nun hat aber das böse Bundesgericht in Lausanne der direkten Demokratie Grenzen gesetzt und gewisse allgemeingültige Standards in Einbürgerungsangelegenheiten verlangt. Jetzt läuft die Schweizerische Volkspartei mit Schaum vor dem Mund durch das Land und möchte am liebsten noch das Bundesgericht abschaffen.

Aber der Gipfel der Ängste ist die Angst um die Cervelat-Wurst, die Fleischwurst der Schweizer. Wieder einmal ist die böse EU schuld, die die Einfuhr von Rinderdärmen aus Brasilien - wichtiges Rohmaterial um die Fleischwurst hinein zu stopfen - aus Gesundheitsgründen (Rinderwahnsinn) verbieten will. Die Schweiz muss wegen der bilateralen Verträge mit der EU hier mitmachen. Diesmal soll der Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) kurz vor einem Amoklauf gestanden haben. Laut Neuer Zürcher Zeitung hat er sich aber jetzt beruhigt und beschimpft auch die EU nicht mehr. Beruhigend ist, dass der Vorrat an Rinderdärmen bis nach der EM 08 gesichert ist und die Fußball-Fans mit gebratenen Cervelat verwöhnt werden können. Für die Zeit danach ist eine "Cervelat-Task-Force" gegründet worden, die sich um alternatives Rohmaterial kümmern soll.

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