Dienstag, 3. Mai 2016

Die polnischen Hetzer, die Christen und Katholiken sein wollen

Es ist immer wieder erstaunlich wie Menschen, die sich gerne auf christliche Werte berufen, mit einer Selbstverständlichkeit Fanatismus und Hass befürworten. Sie sind in der Regel Nationalisten und haben die kleinkarierte Ansicht, dass ihr universaler Gott nur für ihr Völkchen zuständig ist. Ihr Gott scheint dumm genug zu sein, um sich für ihren kleinkarierten Egoismus einspannen zu lassen. Generell sind Völker dieser Erde der Meinung, dass Gott, an den sie vorgeben fest zu glauben, scheinbar mit einer deutschen, französischen, polnischen oder saudiarabischen Flagge in der Gegend rumrennt und für jedes Volk den Hooligan gegen das andere Volk spielt.

Im christlich-katholischen Bereich treiben Vertreter der katholischen Kirche in Polen es zur Zeit besonders toll . Einer von ihnen, der Priester Jacek Miedlar, ist ein besonders geübter Hetzer, der versucht seine Kirche auf sein nationalistisches Gedankengut zu reduzieren. Thomas Dudek berichtet in einem Beitrag auf der Webseite “Telepolis” über seinen Auftritt vor 10 Tagen in Bialystok:

"Null Toleranz für die jüdische Feigheit", rief Jacek Miedlar in der Kathedrale von Bialystok, in der dieser eine Messe für die ONR-Anhänger abhielt. Während einer Predigt, die mit der christlichen Nächstenliebe nicht viel gemein hatte. In Anlehnung an das Alte Testament verglich der Geistliche das heutige Polen mit der Unterdrückung der Juden durch die Ägypter, die laut ihm nur deshalb möglich war, weil es im jüdischen Volk Verräter gab. "Wir müssen die Verräter hetzen", sagte Miedlar und scheute sich nicht, den "nationalradikalen Katholizismus als eine Chemotherapie für Polen" zu bezeichnen. Eine Therapie, die nach Meinung des Priesters auch die Kirche braucht. "Nichts schadete der Kirche so sehr wie die ewige Nachgiebigkeit", so Miedlar.

Und die Webseite “katholisch.de” schreibt:

Nach rechtsextremen Äußerungen in einem Gottesdienst hat eine katholische Ordensgemeinschaft in Polen ein Redeverbot gegen einen Priester verhängt. Der Visitator der polnischen Provinz der Lazaristen, Kryspin Banko, betonte am Dienstagabend zugleich, der Orden unterstütze keine "Arten extremer nationalistischer Bewegungen". Der Ordensmann Jacek Miedlar hatte am Samstag in der Kathedrale im nordostpolnischen Bialystok eine Messe für die rechtsextreme Organisation "Nationalradikales Lager" (ONR) gelesen.
Dabei soll Miedlar laut örtlichen Medienberichten zu einem "kompromisslosen nationalkatholischen Radikalismus" aufgerufen haben, weil Polen von einem "bösartigen Tumor" befallen sei.


Miedlar war bereits Ende vergangenen Jahres international aufgefallen als er einen Auftritt vor einer großen Menge demonstrierender polnischer “Patrioten” hatte und davon sprach, dass die “riesige Armee der Patrioten, der Nationalisten und derjenigen, die Gott, Ehre und Vaterland im Herzen tragen, bereit sei ihr Leben dafür hinzugeben”. Und natürlich ist auch hier der Lieblingsfeind der Islam und so brüllt er in die Menge “Kirchenlieder statt Koran” und die Menge brüllt genauso beseelt zurück. Erinnert doch irgendwie an mittelalterliche Kampagne gegen Juden und die mit ihnen verbundenen Pogrome.

Scheinheilig beteuert Miedlar, dass er nicht zum Hass aufrufen wolle, er wolle den Dialog, aber niemand wolle mit ihm sprechen, stattdessen würde er als Faschist, Rassist und Fremdenhasser beschimpft. Er will mit dem Schwert der Liebe kämpfen! Tritt dabei bei polnischen Rechtsextremen auf, die vom Fremdenhass leben.  Das lässt in der Tat am Geisteszustand dieses Menschen zweifeln.

Die Webseite “katholisch.de” fragt sich zu Recht angesichts einer rechtspopulistischen Regierung in Polen, die diesen Nationalismus und den Fremdenhass mit ihrer Flüchtlingspolitik noch fördert, wo eigentlich die Stimme der katholischen Kirche Polens bleibt. Dazu schreibt sie:

Die Polnische Bischofskonferenz hält sich bislang heraus. Warum hört man von ihr nichts zu den Aktivitäten der neuen Regierung? "Es ist nicht notwendig, etwas dazu zu äußern," sagte Jarosław Mrówczyński, der stellvertretende Sekretär der Polnischen Bischofskonferenz gegenüber katholisch.de. Man sei ruhig und halte eine Distanz. "Wir sagen noch nichts, weil wir warten, wie sich die ganze Situation entwickelt".
Dieser offiziellen Linie folgen jedoch nicht alle Kirchenvertreter. Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Bischof des zentralpolnischen Włocławek, Wiesław Mering, einen Brief an EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Darin protestiert er scharf gegen die Kritik Schulz' am Kurs der neuen Regierung. Auch der umstrittene Sender Radio Maryja des Redemptoristenpaters Tadeusz Rydzyk versteckt seine Sympathien für die PiS nicht. Anfang Dezember hatte sich  Parteichef Jarosław Kaczynski bei Radio Maryja für die Unterstützung vor der Wahl bedankt. Senderchef Rydzyk habe maßgeblich zum Erfolg der PiS beigetragen: "Ohne die Familie von Radio Maryja hätte es diesen Sieg nicht gegeben", so Kaczynski.


Von da ist also nicht viel zu erwarten. Erst Polen, dann der Rest der Welt. Das gottesfürchtige Geplapper soll nur vertuschen, dass es um nichts als Egoismus geht. Teilen können, wie es das große Vorbild Christus vorgemacht hat, gehört nicht in diese Konzept.

Informationsquelle
The priest who is the new face of Polish nationalism
Polen: Priester des Hasses
Redeverbot für nationalistischen Priester in Polen
Die Polen, ihre Kirche und die Politik