Freitag, 27. Mai 2016

Der glückselige Daniel möchte, dass nur Mann und Frau eine Familie bilden können

Der Patriarch der Orthodoxen Kirche (BOR) Rumäniens, Daniel,  trägt den traditionellen Titel “Der-Sehr-Glückliche oder der Glückselige” (Preafericitul). Den Glückseligen treibt mit seiner Glaubensgemeinschaft seit einiger Zeit die Sorge um, wie man das Rad der sozialen Veränderung in der rumänischen Gesellschaft wieder zurückdrehen könnte. Es geht vor allem um die Familie, die nach seinen Aussage vor vielfachen Herausforderungen steht und deren Zustand bemitleidenswert sei.

Besonders wurmt die Vertreter der BOR, dass das alte Familienbild immer mehr ins Wanken gerät. “Wir müssen die Anstrengungen der Kirche zu Verteidigung der natürlichen, traditionellen, universalen Familie verstärken und gegen neue Familienmodelle, die unterstellen, dass die feste Verbindung Mann-Frau nur ein Modell unter anderem sei, Widerstand leisten”, erklärte Patriarch Daniel Anfang des Jahres und setzte hinzu: “Die traditionelle Familie befindet sich in einem kritischen Zustand, ihr Modell wird als veraltet und überholt angesehen, weil wir in einer Gesellschaft leben, die von einer individualistischen und säkularen Mentalität geprägt ist, die nicht die Heiligung des Lebens durch Gebete, Geburt von Kindern und ihre Erziehung im christlichen Glauben sucht.”

Es geht natürlich in erster Linie, um die Homo-Ehe, die für die bärtigen Männer der BOR ein Schreckensbild ist. Deshalb hat sie jetzt eine Volksbegehren in Gang gesetzt, mit dem die Verfassung Rumäniens dahingehend geändert werden soll, dass “die christliche Familie wie sie in der Heiligen Schrift festgelegt ist, die Basis einer Familie ist”. Danach soll der Artikel 48 der rumänischen Verfassung, nach dem die Familie sich auf Grund einer freiwillig geschlossenen Ehe unter Gatten gründet, dahingehend geändert werden, dass “die Ehe aus einer freien und mit Zustimmung geschlossener Vereinigung von einem Mann und einer Frau besteht”.

Natürlich wollen die orthodoxen Würdenträger ihre Absicht nicht gegen die Homosexuellen gerichtet sehen, sondern es soll nur ein positives Zeichen zum Schutz der traditionellen Familie bedeuten. Die “Wischiwaschi-Formulierung” der rumänischen Verfassung könnte es sonst möglich machen, dass eine korruptes und atheistisches Parlament ein Gesetz beschließt, dass 2 Frauen oder 2 Männer heiraten könnten, dass sie dann “Eheleute” wären. Woraus man schließen kann, dass es aber doch gegen die Homosexuellen geht. Es ist die übliche Argumentation: Man äußert sich rassistisch, will aber kein Rassist sein, man äußert sich homophob, hat aber nichts gegen Homosexuelle, man beschimpft die demokratischen Vertreter, hat aber nichts gegen die Demokratie undsoweiter. Um es kurz zu machen: Die orthodoxe Kirche Rumäniens ist reaktionär, homophob und xenophob, daran führt kein noch so unschuldiges Beteuern vorbei.

Die Webseite “Vremuri Tulburi” (Stürmische Zeiten), die sich für die Werte der Orthodoxen einsetzt, schildert an Hand des Beispiels von Norwegen, was geschehen kann, wenn man sich gegen diese Untergrabung des christlichen Abendlandes nicht wehrt:
Wir können am Beispiel von Norwegen und anderen westlichen Staaten, die zu einem infernalischen Instrument gegen die Familie und Menschenrechte geworden sind, sehen, wohin eine Politik gegen die Familie führt.
Norwegen ist heute ein neo-kommunisitscher, teuflisch atheistischer Staat, weil niemand die Initiative übernimmt, um die von einer neo-marxistischen autoritären Regierung beschlossene Lawine der Gesetze gegen die Familie und das Christentum aufzuhalten. Norwegen ist ein stalinistischer Staat würdig des Romans “1984” von Orwell. Ich möchte nicht, dass sich Rumänien in ein Land verwandelt, in dem der Staat die Familie und den christlichen Geist in Namen einer neo-bolschewistischen Libertinage tötet. Die Europäische Union verwandelt sich in einen atheistischen Moloch, der die Freiheit des Menschen und der Kirche zerstört, eine Tatsache, die die Voraussetzungen für die Islamisierung des Kontinents in der Zukunft legt.

Wenn man das liest kommt einem Anders Breivik, das NSU-Trio und die Pegida-Bewegung in den Sinn. Das Gebräu ist hoch giftig und dient nur dazu andere Menschen, die nicht gleicher Ansicht sind, zu terrorisieren. Und das im Namen einer christlichen Kirche. Angeblich haben 3 Millionen Menschen das Volksbegehren unterschrieben, das jetzt von der “Koalition für die Familie” im rumänischen Senat abgegeben wurde.

Informationsquelle
Anunţ tranşant al BOR. De ce vrea Patriarhul ca în Constituţie să scrie că familia este formată din bărbat şi femeie
BOR strange semnaturi pentru modificarea Constitutiei: Familia este uniunea barbat-femeie
In sfarsit BOR a dat tonul pentru schimbarea Constituţiei: „căsătoria e o uniune liber consimţită dintre un bărbat şi o femeie”