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Weil die britische Elite nur sich selbst fördert: Schafft die Privatschulen ab!

In Großbritannien ist dieser Tage der Bericht der Kommission für soziale Mobilität und Kinderarmut (Social Mobility and Child Poverty Commission) erschienen. Für “Independent Voices” der Anlass zu einem aufrüttelnden Kommentar über die geschlossene Klassengesellschaft Großbritanniens. Nachstehend die Ausführungen in Auszügen:

“Drei der höchsten Ämter in diesem Land haben Männer inne, die in Eton und Oxbridge zur Schule gingen. Der Oberbürgermeister von London war in Eton und Oxford, der Ministerpräsident war in Eton und Oxford, der Erzbischof von Canterbury war in Eton und Cambridge. Das Regierungskabinett ist, soweit wir es kennen, vollgestopft mit ehemaligen Schülern von Privatschulen und von Oxford und Cambridge. Die Studie der Kommission ist ein zutiefst beunruhigendes Dokument. indem es ein düsteres Bild einer Nation zeichnet, die meint, die althergebrachten Klassenschranken abgebaut zu haben, aber immer noch tief in ihnen verwurzelt ist. In den höheren Ebenen des politischen Lebens – sei es im Rechtswesen, Armee, Whitehall, BBC, sogar in Englands Cricket und Rugby-Team – ist eine weitgehend kleine Elite überrepräsentiert. Nur 7% des Volkes als Ganzes besuchen unabhängige Schulen, aber 71% unserer Spitzenrichter kommen von dort, 62% der höheren Offiziere der Armee und 55 % der Beamten der leitenden Ministerialbürokratie.

Dies sind keine Wegwerf-Statistiken für laue TV-Komödien über Klassenunterschiede – im Gegenteil sie sind real und werfen ernsthafte Fragen auf. Wie können die Akademiker und öffentliche Körperschaften ein Verständnis für Leute entwickeln, denen sie dienen wollen, wenn sie derart mit Repräsentanten mit ähnlichem Hintergrund verwoben sind? Wir geben gerne damit an, dass Britannien viel leistungsorientierter und gleicher ist als früher, ein würdiger Wettbewerber auf dem Marktplatz des 21. Jahrhunderts, aber diese Worte klingen hohl, wenn sie mit diesen Ergebnissen konfrontiert werden. Unsere Führer argumentieren leidenschaftlich für eine größere soziale Mobilität, aber sie umgeben sich selbst mit Kollegen, die ihre Erfahrungen auf denselben abgeschiedenen Schulen und Hochschulen gemacht haben.

Leider gibt es nur wenig Anzeichen für einen Wechsel. 2012 wurden im Auswahlwettbewerb für den öffentlichen Dienst nur 25 Bewerber, die einen Arbeiterklasse-Hintergrund hatten, von mehr als insgesamt 600 Bewerbern angenommen. Es gab Anstrengungen im öffentlichen Leben, Frauen und ethnischen Minderheiten Aufstiegsmöglichkeiten zu eröffnen. Dieselbe Anstrengung gab es gegenüber den sozialen Klassen. Falls dies eine positive Auswahl mit Berücksichtigung der sozialen Herkunft bedeuten soll, dann sollte es in der Tat auch so gestaltet werden. Alle Vorteile, die diejenigen, die an der Spitze stehen, für garantiert halten, müssen abgeschafft werden, ebenso wie endlos unbezahlte Praktika. Stattdessen brauchen wir eine erhöhte Finanzierung für die postgraduierten Ausbildung; Schulen müssen ein größeres Angebot an Aktivitäten außerhalb des Lehrplans bieten und sicherstellen, dass die Schüler exzellente Beratung für Berufskarrieren und Zugang zu Netzwerken erhalten; Universitäten müssen einen umfassenderen Blick auf den Kandidaten werfen und Unternehmer ihren Talent-Pool ausweiten. Ein faszinierender Vorschlag für Personalentscheider sind Bewerbungen ohne Benennung der Universität, an der der Kandidat seine Ausbildung bekommen hat. Dies und noch viel mehr muss getan werden, damit Britannien sich wirklich ändert. Und macht keinen Fehler: Während wir  noch grübeln gehen andere Länder, die nicht so engstirnig sind, voran!”

Für den Journalisten Chris Blackhurst ist deshalb klar: “Falls der Elitarismus die Spitze der britischen Gesellschaft derart im Griff hat, dann gibt es nur eine Antwort: “Schafft die Privatschulen ab”.”

Informationsquelle
Class action: The age-old divides in British society show no sign of disappearing...
When elitism grips the top of British society to this extent, there is only one answer: abolish private schools

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