Freitag, 22. August 2014

Auf dem FanFest 2014 in Rosia Montana zeigt sich das neue Rumänien

Die Bewegung "Roșia Montană", die mit dem Kampf gegen die Goldmine am Berg desselben Namens im Apuseni-Gebirge begonnen hat, hat sich immer mehr zu einer Bewegung des jungen, modernen und international verbundenen Rumänien entwickelt. Dieses Jahr fand wieder vor kurzem das FanFest statt, das inzwischen bereits zu einer Tradition geworden ist.

In "roten Gebirge" wie "Rosia Montana" auf deutsch lautet, haben bei der 9. Ausgabe des FanFests wieder viele Aktivitäten, Debatten, Projekte, Ausstellungen und Konzerte im Mittelpunkt gestanden. So ist das FanFest zum größten Treffen der Aktivisten der sozialen Bewegungen und der Umweltschutzbewegungen in Rumänien geworden. Eingeladene aus aller Welt sind nach Rosia Montana gekommen mit Solidaritätsadressen und Geschichten des Kampfes ihrer Gemeinschaften. Sie wollen mit der Bewegung "Rosia Montana" gemeinsame Front gegen zerstörerische Projekte machen, wo auch immer sie geplant werden.

So waren Aktivisten und Aktivistinnen aus Corcoesto in Spanien (Galizien) anwesend. In Corcoesto will das kanadische Unternehmen Edgewater eine Goldmine mit Cyanid ausbeuten. Die Bürgerbewegung "Salvemos Cabana" will das verhindern. In der Türkei ist es die Mine vom Berg Ida in Canakkale, wo die Behörden mit Gewalt die Konzession für ein ähnliches Minenprojekt durchsetzen wollen. Die türkische Delegation erklärte auf dem FanFest: "Wir sind hierher aus Solidarität gekommen, um unsere Erfahrung mit euch zu teilen und zu lernen wie die Europäer den Kampf gegen zerstörerische Minenprojekte führen. Wir werden einiges mit zurück nehmen, was wir neu gelernt haben - und das ist viel - und wir werden gewinnen".

Die Aktivitäten der Bewegung "Rosia Montana" beschränkt sich aber nicht nur auf die Minenprojekte. Im Mittelpunkt der Debatten stand auch umweltzerstörerische europäische Großbauprojekte wie der neue Flughafen von Nantes in Frankreich und auch das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU.

Etwa 7.000 Menschen haben am FanFest teilgenommen. Sie waren zumeist in den Dörfern der Umgebung privat untergebracht und haben so das Leben der Landbevölkerung kennengelernt. Die Organisatoren sagen, dass das FanFest das Fest derjenigen ist, die an eine reine Natur, an soziale Gerechtigkeit, Solidarität, an der Bedeutung von Kultur und Bildung glauben sowie an das Recht sich frei auszudrücken und zu demonstrieren.

Für Rumänien, wo der Umweltschutz bisher so gut wie keine Rolle in der Politik gespielt hat, bringt diese junge und immer stärker wachsende Bewegung aus Rosia Montana einen neuen Wind in die rumänische Politik. Es sind Rumänen, die ihre eigenen Themen in einem europäischen und internationalen Kontext sehen und über den Tellerrand hinaus sehen wollen.

Siehe auch:
Rumänen wollen kein Gold und kein Schiefergas
Ist das Gold von Rosia Montana der Beginn einer Bürgerbewegung in Rumänien?
Roşia Montană: UNESCO-Weltkulturerbe statt das Gift des Goldes

Informationsquelle:
FânFest Roșia Montană respiră solidaritate