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Duale Berufsausbildung in Spanien am Beispiel Sevilla’s

In Spanien war die duale Berufsausbildung – theoretische Ausbildung in der Berufsschule und Ausbildung direkt am Arbeitsplatz – bis vor nicht allzu langer Zeit unbekannt. Die Folge war, dass es viele Studenten mit Hochschulabschlüssen gab, die über keinerlei praktische Berufserfahrung verfügten. Die deutsche duale Berufsausbildung wurde den Spaniern in  letzter Zeit von deutschen Politikern empfohlen, um damit wirkungsvoller die hohe Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen zu können.

Am Beispiel Sevillas ist zu erkennen, dass diese Art der Ausbildung – Ciclos Formativos (FP) genannt -immer mehr an Akzeptanz bei der Jugend gewinnt. In der Provinz Sevilla werden zum neuen Schuljahr erstmals mehr Schüler die Berufsschule besuchen als solche, die das Abitur machen. Gegenüber 2008 gibt es einen Anstieg der Schülerzahlen um 38%. Die Zeitung “Diario de Sevilla” schreibt: “Diese Erhöhung fällt mit dem Zeitraum der Wirtschaftskrise zusammen. Während dieser Zeit hat sich die berufliche Ausbildung in einen der sichersten Wege verwandelt, um einen Arbeitsplatz zu erhalten. Nach Meinung der Experten suchen viele Unternehmen Angestellte mit einer hohen technischen Qualifikation, einem Profil das mehr auf einen Schüler des FP zutrifft als auf einen Universitätsabsolventen. Auf der Suche nach Arbeit sind auch die Praktika, die diese Schüler in den Unternehmen absolvieren, hilfreich. Die Unternehmen haben Absprachen mit den Berufsschulen, damit viele der Schüler nach Abschluss der Berufsschule einen Arbeitsplatz bekommen”. Besonders beliebte Ausbildungsrichtungen sind das Hotel- und Gaststättengewerbe sowie das öffentliche Gesundheitswesen.

Das deutsche Modell (modelo alemán) ist aber nicht unumstritten in Spanien. Die Webseite “eldiario.es” berichtete im Juli unter dem Titel “Einer von 10 Schülern wird mit Aufgaben beschäftigt, die keinen Bezug zur Schulausbildung haben” über den Leerlauf in der praktischen Ausbildung in Deutschland. Der Kommentare zu diesem Bericht sind viele und zu 90% negativ: Deutschland als Land der prekären Arbeitsverhältnisse gilt vielen nicht als das große Vorbild. Überhaupt: Spanier mögen keine Vorbilder, die ihnen so großkotzig mit Belehrungen kommen, in diesem Bereich sind sie äußerst empfindlich.

Informationsquelle
La otra cara de la formación profesional dual alemana – eldiario.es
La FP eleva su alumnado un 40% con la crisis y supera ya al de Bachillerato – Diario de Sevilla

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