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Das Chaos ist Alltag in Rio’s öffentlichem Nahverkehr

1998 wurde Flumitrens, der Betreiber der Stadtbahnen von Rio de Janeiro, privatisiert. Am 2. November desselben Jahres bekam das SuperVia getaufte Unternehmen der spanischen Unternehmen Construcciones y Auxiliar Ferrocariles S/A eine 25-jährige Konzession zum Betrieb der Stadtbahn. Der damalige Direktor versprach innerhalb von 3 Jahren die Bahnen zu modernisieren und sie auf den Standard der industrialisierten Welt zu bringen.

Bereits kurze Zeit nach der Privatisierung kam es zu ständigen Pannen und Bahn-Unfällen. Von Flumitrens hatte SuperVia verrostetes und verrottetes Wagenmaterial übernommen. Zur Modernisierung erhielt SuperVia einen mehreren Millionen Euro starken Kredit der Interamerikanischen Entwicklungsbank. Damit wurde der Zugpark von 50 auf 85 Züge erhöht. Die Züge waren denoch chronisch überbelegt und der Vandalismus und die Zerstörung Alltag.

Seltsamerweise existierte noch 1983 ein effizientes Bahnsystem im Bundesstaat Rio de Janeiro, mit guten Sicherheitsbedingungen und bezahlbaren Preisen. Dadurch stiegen die Nutzerzahlen von einst 80.000 im Jahr auf 1,1 Mio von 1983 auf 1984. Die Betreiber ignorierten die steigenden Nutzerzahlen, es gab keine Investitionen in die Erhöhung der Kapazitäten. 1990 waren die Züge bereits erheblich verrottet, die Zahl der Nutzer fiel ständig. Die Züge fuhren teilweise mit offenen Türen und gefährdeten auf diese Weise die Passagiere. Hinzu kam, dass immer mehr Schwarzfahrer die Bahn benutzten. Das Bahnnetz deckte 224 km ab.

Ist es besser geworden? Nein, die Zeitung Jornal do Brasil schreibt: “Die Vormittage der letzten Woche waren von einem Szenario bestimmt, dass sich Jahr für Jahr auf den wichtigsten Bahnlinien von Rio de Janeiro abspielt. Kaputte Züge, überfüllte Bahnhöfe, Menschen, die auf den Gleisen laufen, Verspätungen und stundenlanger Ausfall des Systems war das Schauspiel, das infolge technischer Pannen von der Bahnlinie SuperVia geboten wurde. Die Störungen stürzten das Leben der Bewohner Rio’s in ein Chaos. Empört verwüsteten die Passagiere die Zugwagen und steckten einen Pannen-Zug in Brand. Im “Tagebuch” von SuperVia waren vom ersten Tag der Übernahme an Geschichten von miserablen Service zu verzeichnen. Dabei hatte man am 2. November 1998 versprochen: “Wir verbessern uns jeden Tag für Euch”.”

Ein brasilianischer Fachmann für das Verkehrswesen erklärt, dass das hauptsächliche Problem von SuperVia darin bestehe, dass es mit den Benutzern nicht kommuniziere. “Die verstehen es nicht mit ihren Kunden in Kontakt zu treten, nicht einmal die Lautsprecher in den Zügen würden funktionieren”, ist seine Meinung. Dies könne man als Missachtung der Kunden auslegen. Der Präsident von SuperVia hat sich jetzt bei seinen Nutzern entschuldigt. In einem Fernseh-Interview versprach er, dass es bis Ende des Jahre 60 neue Zugeinheiten geben werde und man das Jahr 2013 mit 500 technischen Pannen weniger abschließen werde. Zudem werde das Unternehmen in die Information der Nutzer investieren, die Bahn habe jetzt 160 Lehrlinge eingestellt, die zukünftige auf den Bahnhöfen für Auskünfte zur Verfügung stehen würden. Generell würde in 4 bis 5 Jahren das gesamte System saniert sein.


Siehe auch:
Olympiastadt übt schon mal den Verkehrsnotstand

Informationsquelle
Diário sobre trilhos: 15 anos de problemas e falhas da SuperVia – Jornal do Brasil

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