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Wenn die Geburtenklinik zur Folterstation wird


Vom 20 bis 27. Mai wird in einigen Ländern der "Weltwoche des Respekts gegenüber dem Neugeborenen" gedacht. So auch in Brasilien. Radio Brasil Atual hat aus diesem Anlass eine Reportageserie unter dem Titel "Geburtsschmerzen" gestartet, in denen brasilianische Mütter über ihre Erfahrungen in brasilianischen Geburtenkliniken berichten. Mit Fachleuten und Regierungsverantwortlichen wurde das Thema erörtet, insbesondere die in Brasilien scheinbar übliche "gynäkologische Gewalt" gegenüber den gebärenden Müttern.

Nach dem Bericht wird in Brasilien einer von vier Frauen bei der Geburt Gewalt zugefügt. Obwohl es bereits eine Studie aus dem Jahr 2010 mit alarmierenden Zahlen gibt, erfolgt die "gynäkologische Gewalt" weitgehend immer noch im Verborgenen und unentdeckt.

Der Fall einer 44-jährigen Mutter, die ihr Kind auf normale Weise gebären wollte, wird geschildert: Bei ihrem Eintritt in eine private Geburtsstation wurde sie ohne weitere Erklärung in die Chirurgie gebracht. Dafür wollte sie eine Erklärung haben, erhielt aber keine Antwort. Die einzige Auskunft, die man ihr gab, war, dass die Geburt per Kaiserschnitt herbei geführt würde. Vor lauter Verzweiflung fing sie an zu weinen. Daraufhin drohte ihr eine Krankenschwester an, dass man sie mit einer Spritze beruhigen werde, wenn sie nicht zu weinen aufhören würde. "Sie sagte mir, wenn ich nicht aufhören würde zu jammern, würde sie mir ein Beruhigungsmittel geben. Ich fühlte mich wie in einem Gefängnis. Nachdem ich in der Klinik war, hatte ich das Gefühl alle Selbstständigkeit verloren zu haben und völlig von den Umständen und den Manipulationen des anwesenden Personals abhängig zu sein", berichtete die betroffene Mutter.

Die Liste der menschenunwürdigen Behandlung von Gebärenden in brasilianischen Kliniken ist lang. Respektlose Sprüche, Erniedrigungen, Beleidigungen, unnötige Eingriffe, fehlende Informationen, Entscheidungen ohne die Zustimmung der Gebärenden, Verzögerungen bei der ärztlichen Untersuchung sowie Untersuchungen in der Öffentlichtkeit und andere entwürdigende Praktiken während der Geburt sind üblich.

Die Reportage endet mit der Erkenntnis: Viele dieser Praktiken gehen unbemerkt in der Routine der medizinischen Behandlung in öffentlichen und privaten Geburtenkliniken unter. Genau in dem Moment, in dem eine Frau neues Leben in die Welt bringt, werden die Respektlosigkeit und schlechte Behandlung als normal angesehen.


Informationsquelle:Mulheres revelam maus-tratos sofridos ao dar à luz em maternidades de São Paulo - BrasilAtual

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