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Pfeifen für die Unabhängigkeit bedroht Pokalendspiel in Spanien

Kommenden Freitag wird in Madrid im Fußball das spanische Pokalfinale um “die Copa del Rey” ausgetragen. Bei den beiden Finalgegnern handelt es sich um die Mannschaften Athletic Bilbao und FC Barcelona. Dummerweise müssen damit eine baskische und ein katalanische Mannschaft ihr Endspiel im verhassten Madrid austragen. Ein guter Grund, die Stimmung in Madrid aus diesem Grund ein bisschen aufzumischen.

Es gibt mehrere Vereinigungen, die sowohl für das Baskenland als auch für Katalonien eine eigene Nationalmannschaft fordern. Ihre Forderung wollen sie anlässlich des Endspiels in Madrid tatkräftig demonstrieren. Sie wollen das Spiel zu einem “sportlichen und fordernden Fest” machen. “Wir werden die Fußballanhänger auffordern, katalanische und baskische Fahnen mitzubringen und die Symbole ihrer Gruppen, um friedlich und demokratisch “das Recht zu verteidigen, dass die Auswahlmannschaften Kataloniens und des Baskenlandes und auch der anderer spanischer autonomen Regionen an internationalen Spielen teilnehmen können, erklärte ein Sprechder Gruppe “Plattform PRO  sportliche Nationalmannschaften Kataloniens”  (Plataforma Pro Seleccions Esportives Catalanes). Die Gruppierungen haben die Unterstützung ihrer nationalistischen Parteien, die im Parlament in Madrid sitzen. Abgeordnete und Senatoren der katalanischen, baskischen und galizischen Parteien haben bei der Veröffentlichung der Forderungen im Parlament teilgenommen und die Bürgerplattformen ermuntert, ihr Vorhaben voran zu treiben.

Das Stadion Vicente Calderón in Madrid wird am Freitag also ein Meer von un-spanischen Fahnen sehen. Im zentralistischen Madrid, das sich für den Nabel Spaniens hält, eine Ungeheuerlichkeit. Aber damit nicht genug: Einige radikalere Gruppen rufen zum “Pfeifen für die Unabhängigkeit” ("pitada por la independencia") auf. Sie beabsichtigen gnadenlos zu pfeifen, wenn die spanische Nationalhymne gespielt wird und der den Pokal überreichende Prinz Felipe erscheint. So eine Frechheit, empört sich die Präsidentin der Region Madrid, Esperanza Aguirre, eine überzeugte Anhängerin von Atletico Madrid. Sie schäumt bereits, ob der vagen Absicht einer weggepfiffenen Nationalhymne und einer Herabwürdigung des Prinzen und verlangt, dass das Spiel verschoben werden und vor einem leeren Stadion an einem anderen Ort stattfinden solle. Angesichts des zu Ausfällen aller Art neigenden Madrider Fußballpublikums ist diese Forderung nur als die Reaktion einer beleidigten Leberwurst zu verstehen, weil dieses Finale von zwei Mannschaften bestritten wird, die den Madrilenen gemeinhin als Feinde gelten. Madrid steht diesmal im Abseits, eine unerträgliche Situation für Frau Aguirre. Hinzu kommt die politische Komponente: Frau Aguirre gehört der Partei der regierenden Partido Popular an und die ist bekannt dafür, dass sie jede Unabhängigkeitsregung aus dem Rest Spaniens mit Feuer und Schwert bekämpft.

Hoffen wir mal, dass die schäumende Frau Aguirre mit ihrem Verbot des Spiels völlig ins Leere läuft. Einen interessanten Ansatz hat aber ihr Gemosere: Warum das Endspiel tatsächlich nicht in einer anderen spanischen Stadt durchführen? Damit würden sicher eine Menge Probleme für Madrid wegfallen!

Informationsquelle:
Aguirre pide que se suspenda la final de la Copa del Rey si se pita el himno o al Príncipe – El Periódico

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