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Das staatliche rumänische Fernsehen ist pleite

Das wird aber Ärger geben, kein “Eurovision Song Contest” im staatlichen rumänischen Fernsehen, der TVR! Das droht zumindest den Rumänen, denn ihr Fernsehen ist pleite. Die staatliche Finanzaufsicht ANAF hat am Montag alle Konten von TVR gesperrt. Der Grund sind seit 2005 kumulierte Schulden gegenüber dem Staatshaushalt. Diese sollen sich nach Berechnungen von ANAF auf 308 Millionen Lei (ca 69 Millionen Euro) belaufen, TVR meint aber, dass es nur 272 Millionen (61 Millionen Euro) sind.

Auf jeden Fall steht durch die Kontenblockierung TVR das Wasser bis zum Hals. Unter anderem sind auch die Gebühren für den heutigen Eurovision Song Contest (ESC) noch nicht an die Eurovision bezahlt worden. Da der Wettbewerb in Rumänien sehr beliebt ist, könnten die Fernsehkonsumenten sehr ungemütlich werden und den Politikern die Schuld geben. Die werden das natürlich dem Fernsehverantwortlichen in die Schuhe schieben. Deshalb ging Alexandru Lăzescu, der Präsident des öffentlichen rumänischen Fernsehens, jetzt an die Öffentlichkeit.

Er appelliert an die Finanzaufsichtsbehörde und hofft, dass sie Verstand genug hat und eine verantwortliche Haltung einnimmt, damit TVR nicht die Übertragung einiger Veranstaltungen in Frage stellen muss. Er droht insbesondere damit, dass für die bevorstehenden Wahlen keine Wahlkampfberichterstattung von TVR erfolgen kann. Ansonsten will er sich der Verantwortung stellen, obwohl er bei Übernahme des Amtes nicht gewusst habe, in welch schwieriger Situation sich TVR befinde. “Ich bin im guten Glauben gekommen und wollte dafür sorgen, dass die Dinge funktionieren”, erklärt Lazescu und fügt hinzu: “können sie sich jemanden vorstellen, der alle 2 Jahre die Führung auswechselt? Man beruft doch nicht eine neue Führung ein, um gleich mit einem Wechsel zu spekulieren. Die Anstalt muss doch ein Minimum an institutioneller Stabilität haben”.

Ab 2005 machte TVR Schulden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es noch Gewinn gemacht. Die Kostenexplosion setzte 2008 ein als TVR das “Paket A der Champions League” für 35 Millionen Euro kaufte. Der Vertrag lief bis zu Saison 2011-1012. Für jedes übertragene Spiel gab es ein Finanzierungsloch von 1 Million Euro. Im Vertrag war TVR untersagt worden, von diesem zurückzutreten. Durch Werbung konnten nur 4 bis 5% der Kosten hereingeholt werden. Der nächste Schuldenknüller war ein Vertrag mit NBC Universal, abgeschlossen im Jahr 2004. Damit wurden Filme und Serien eingekauft. NBC Universal wurde das Recht eingeräumt, den Vertrag einseitig langfristig zu verlängern. Ab 2010 brachen infolge der Wirtschaftskrise die Werbeeinnahmen ein, so dass die Millionen für die NBC-Unterhaltung nicht mehr bezahlbar waren. Inzwischen ist ab 2012 eine Vereinbarung zur Absenkung der Kosten mit Ratenzahlungen für die Jahre 2012 bis 2015 geschlossen worden.

Ist Rumänien somit bald nur noch auf die privaten Fernsehanstalten angewiesen und  TVR sendet nur noch Wiederholungen? Hoffentlich nein meinen einige und die Agentur für die Überwachung der Presse, ActiveWatch, erklärt es auch: “TVR ist die einzige Fernsehanstalt, die die Verpflichtung hat, den Wahlkampf zu übertragen. Die privaten Anstalten können selbst entscheiden, ob sie dies tun wollen oder nicht. Deshalb ist die Maßnahme der Finanzbehörde, obwohl sie legal ist, völlig ungeeignet, da sie sowohl dem Publikum wie auch den wahlkämpfenden Politikern das Recht nimmt, Informationen zu bekommen oder weiterzugeben. Informationen, die für die Meinungsbildung der Wähler von wesentlicher Bedeutung sind.”

Informationsquelle:
VR se pregăteşte să dea numai reluări şi nu a plătit, încă, taxa de înscriere a României la Eurovision. Cum s-a ajuns la faliment după 20 de ani de control politic – Evenimentul Zilei

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