Direkt zum Hauptbereich

Rio’s Mörder-Miliz treibt Abgeordneten ins Ausland

Die Milizionäre, in Brasilien “Milicianos” genannt, sind Mörderbanden, die überwiegend aus Polizisten oder ehemaligen Polizisten bestehen. Sie dominieren in schmutzigen Geschäften in Rio de Janeiro, terrorisieren die Bevölkerung und bringen missliebige Menschen einfach um.

Im September entdeckte der Geheimdienst der Militärpolizei ein Komplott gegen den Abgeordneten Marcelo Freixo. Die Milizionäre hatten beschlossen ihn umbringen zu lassen. Ein ehemaliger Feldwebel der Militärpolizei, genannt Carlão, der zu den Berufskillern der Miliz im westlichen Rio de Janeiro gehört, soll den Auftrag bekommen haben, den Abgeordneten für 400.000 R$ (ca. 163.000 Euro) zu exekutieren. Das geplante Attentat wurde von mehreren Bürgern den Sicherheitsbehörden anonym angezeigt. Am 28. September versammelte sich eine Gruppe von Milizionären in der Favela Cidade de Deus, um das weitere Vorgehen zur Ermordung des Abgeordneten zu besprechen. Am 13. Oktober kamen 50 Führer der Milizen, die mehr oder weniger den westlichen Teil Rio de Janeiro’s kontrollieren, zusammen, um den Mordplan im Detail auszuarbeiten. Die bevorstehende Ermordung wurde dann von den Kriminellen vorab mit einem großen Gelage gefeiert.

Die Indizien für die bevorstehende Ermordung sind so beängstigend, dass Marcelo Freixo jetzt erklärt hat, dass er - auch auf Anraten von “Amnesty International” - bis auf weiteres mit seiner Familie in das Ausland gehen wird. “Meine Familie ist verängstigt. Es handelt sich um eine Mafia, die bereits eine Richterin tötete und die nicht zögern wird, auch einen Abgeordneten umzubringen”, erklärte Freixo.

Marcelo Freixo steht auf einer Todesliste der Miliz an erster Stelle. Freixo war Vorsitzender des parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Parlaments von Rio de Janeiro über die Milizen. Der Untersuchungsausschuss ermittelte im Jahre 2008 225 Personen als Mitglieder der kriminellen Vereinigung, unter ihnen viele Zivil- und Militärpolizisten, Feuerwehrleute und Politiker. Einige von ihnen bekamen Gefängnisstrafen. Die Drohungen gegen ihn nahmen zu, nachdem er vor kurzem seine Kandidatur als Kandidat seiner Partei, der PSOL, als Bürgermeister von Rio bekannt gab. Die Drohungen gegen ihn werden auch in Verbindung zur Ermordung der Richterin Patricia Acioli im August diesen Jahres gesehen.

Solche mutige Leute in Rio de Janeiro werden leider von den Staatsorganen nur unzureichend geschützt. Der Soziologe Ignacio Cano von der Bundesuniversität Rio de Janeiro macht klar: “Es ist die Pflicht des Staates Personen, die gegen das organisierte Verbrechen kämpfen, zu schützen. Wenn wir es zulassen, dass jene Mitglieder der Justiz oder Legislative, die ihre Arbeit gut machen und das Verbrechen bekämpfen, eingeschüchtert werden, dann gibt es für unsere Gesellschaft keine Hoffnung mehr. Es ist wichtig, dass der Abgeordnete oder irgend eine andere Autoritätsperson, die in Ausübung ihrer Arbeit bedroht werden, den höchsten Schutz bekommen, der möglich ist, so dass sie nicht mehr eingeschüchtert werden können.”

Siehe auch:
Rio de Janeiro im Griff der Milizen
Saubere Beschützer oder rettet mich vor der Bürgerwehr!

Informationsquelle:
BrasilAtual - Deputado que combate milícias no Rio terá de deixar o Brasil

Beliebte Beiträge

Es reicht!

Vor kurzem wurde in Sao Paulo Ricardo Silva Nascimento, ein Müllsammler, schwarzer Hautfarbe, kaltblütig durch die Militärpolizei erschossen, mit einem Schuss in den Körper und zwei in den Kopf, nur weil er es wagte in einem Restaurant in einem Stadtviertel der Mittelklasse nach Essen zu betteln. Diesselbe Polizei, die ihn tötete, manipulierte vor aller Öffentlichkeit die Beweise am Tatort, transportierte illegalerweise den Körper ab und löschte auf den Mobiltelefonen von denen, die die Tat filmten, den Beweis des Verbrechens.

Bewohner des Viertels sollen dabei der Militärpolizei zugejubelt haben.

In Brasilien erlebt man zur Zeit einen Rückfall in die alte Tradition der Sklavengesellschaft und der Unterdrückung einer Bevölkerung, die ausgebeutet wird und in tiefer Armut lebt. In der Zeit der Präsidentschaft von Lula da Silva gab es eine Politik für die Armen, ein Programm, das sich "Zero fome" (Kein Hunger) nannte und mit dem man den beschämenden Zustand eines reichen Lande…

Pulverfass Brasilien

Im Juni 2013 wurde Brasilien von heftigen und gewalttätigen Demonstrationen erschüttert. Ausgangspunkt waren Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Situation verschärfte sich derart, dass die damalige Präsidentin Dilma Rousseff ihr Kabinett zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen musste. Der Gewaltausbruch war unerwartet und verbreitete sich in ganz Brasilien in kürzester Zeit. Es wurde versuch,t Amtsgebäude zu stürmen und es gab viele Akte des Vandalismus. Die Polizei wurde nur mühsam Herr der Lage.

 Der Philosoph Vladimir Safatle von der Universität hat jetzt in einem Beitrag zur Zeitung "Folha", dere auch im Blog "Combate Racismo Ambiental" veröffentlicht wurde, seine Befürchtung geäußert, dass diese Ereignisse sich bald in verstärkter Form wiederholen werden und hat die Gründe dafür benannt. Seine Ausführungen gebe ich nachstehend wieder:

Eine der offensichtlichen Züge des oligarchischen Gedankens ist die Form wie das Volk und die Mas…

Die Betontürme von Barcelona: Auch Betonschrott macht anhänglich

Wer von den höheren Positionen der Collserola auf Barcelona hinunterblickt, dessen Blick bleibt bald an 3 Türmen im Nordosten von Barcelona hängen. Diese drei Türme, die an der Mündung des Flusses Besós ins Meer liegen, gehörten zu einem konventionellen thermischen Kraftwerk, das in den 70er Jahren gebaut worden war. Seit 2011 ist dieses Kraftwerk stillgelegt. Es hatte zuvor kräftig zur Luftverschmutzung in Barcelona beigetragen. Es liegt nicht auf der Gemarkung der Stadt Barcelona, sondern der Vorortgemeinde Sant Adrià.

Drei Türme aus Beton dienten als Kamine über die die Abgase des Kraftwerks abgeleitet wurden. Beim Bau waren sie 90m hoch über den bereits 90m hohen Hochöfen gebaut worden, Es stellte sich heraus, dass in dieser Höhe die Abgase das Stadtklima beeinträchtigten und so wurden sie bis auf 200m erhöht. Sie übertrafen damit die Türme der Kathedrale Sagrada Familia, das Wahrzeichen von Barcelona. Man könnte sich vorstellen, dass ein solches hässliches Bauwerk als Verschande…

Die 70 gefährlichsten Straßenkilometer in Spanien lassen die Verantwortlichen kalt

Nach einem Bericht der Zeitung "El Pais" ist die Nationalstraße N-I auf einer Strecke von 70 km zwischen der Stadt Burgos und Miranda die gefährlichste Straße Spaniens. Täglich passieren 10.000 Fahrzeuge, die Hälfte davon Lastwagen, die Straße. Wie kam es dazu? El Pais schreibt:

1974 hat der Staat die Autobahn AP-1 eingeweiht, die von Burgos aus ins Baskenland führt und parallel zur N-I verläuft. Die Nutzung wurde privat geregelt, aber der Staat verpflichtete sich, die Autobahn in 5 Jahren freizugeben. Nach Ablauf dieses Zeitraum und aufgrund der Verzögerung bei den Einnahmen der Maut wurde die private Verwaltung bis 1999 verlängert. Nur 3 Jahre nach dieser Verlängerung wurde diese bis 2003 erweitert. Danach erfolgte eine weitere Verlängerung bis 2017 und jetzt soll sie erst 2018 mautfrei gemacht werden.

Der Autobahnbetreiber ist das Unternehmen Europistas, das eine Maut von 11,85 € für die Strecke von Burgos bis Ameyugo, einem Dorf 20 km vor Miranda del Ebro erhebt. Dies is…

7 Gründe warum man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte

Journalistin Laura Stefanut von der Webseite “Romania Curata” hat 7 Gründe dafür gefunden, dass man nicht nach Rumänien auswandern oder fliehen sollte. Sie spricht zwar von Einwanderern, aber tatsächlich geht es um Flüchtlinge. Die Situation sieht für diese so aus:

Rumänien ist ein Land, aus dem Millionen Auswanderer nach Westeuropa und Nordamerika ausgewandert sind. Es ist aber kein Land, in das man auswandert. Gegenwärtig gibt es etwa 60.000 Einwanderer von außerhalb der EU im Land. Forscher der Sozialwissenschaften warnen, dass Rumänien auf eine schnelle demographischen Überalterung zusteuert, das viele Vorteile aus der Integration von Einwanderern ziehen könnte. Aber trotz aller Warnungen und Forschungen hat der Staat wenig sinnvolles in diese Richtung getan. Vor kurzem gab es Nachrichten über 2 Flüchtlinge, die aus Versehen in Rumänien gelandet waren und anfingen zu weinen als sie merkten, wo sie waren. Leider, das bestätigen die Forschungen, ist Rumänien kein gutes Z…

Die Brexit-Mauler wehren sich

Der Brexit, also der per Referendum angestossene Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union, ist für einige Wortneuschöpfungen im Englischen gut. "Brexit" selbst ist so eine Wortneuschöpfung, die sich inzwischen eingebürgert hat. Ein anderes Wort ist "remoaner". Dieses setzt sich zusammen aus "remain" und "moan". Ersteres stellt darauf ab, dass die Anhänger der EU in der EU bleiben wollen - in Englisch "remain" - und "moan" bedeutet "jammern". Der "Remoaner" ist also ein für den Verbleib in der EU jammernder Brite. Wobei ich das Wort "jammernd" eher als "maulend" bezeichnen würde, denn die "Remoaners" jammern nicht passiv und demütig.  Grundsätzlich erwarten die überzeugten Brexit-Anhänger, dass die Gegner endlich das Maul halten und demütig die Regierung bei der Durchführung des Ausstiegs aus der EU unterstützen.

Das Etikett "Remoaner" haben di…