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Der Kampf gegen das Fräulein

“Fräulein”, das klingt in Deutschland nach fernen Zeiten. Die “keine Frau”, das “Fräulein” ist hierzulande schon längst unter die Räder gekommen. Bis in die 70er Jahre war es die förmliche Anrede für unverheiratete Frauen. Die Bewegung der 68er und die Feministinnen haben dann diesen Begriff aus der Behördensprache und auch der Gesellschaft herausgekämpft.

Unser Nachbarland Frankreich hat diese Entwicklung seltsamerweise nicht mitgemacht. “Mademoiselle” das französische Wort für “Fräulein”, damit hat der französische Charmeur die Damen umworben und ihnen mit diesem Begriff Jugend und Frische suggeriert. “Madame”, das war doch eher die reife Matrone oder gestrenge Dame, die diesen Nimbus der Jugend nicht mehr hatte. Insofern haben vermutlich gerade jüngere Französinnen in der Bezeichnung “Mademoiselle” eine Schmeichelei gesehen und an dem Begriff nichts Unrechtes gefunden. Auch in Frankreich steht die Mademoiselle für die “unverheiratete Frau”.

Inzwischen hat sich aber auch die französische Gesellschaft weitgehend geändert. Es gibt viele Paare, die gar nicht mehr heiraten, sondern einfach so zusammen leben und Kinder haben. Die 40-jährige Mutter von 1, 2 Kindern findet es inzwischen doch diskrimierend für die Behörden immer noch den Status einer “Mademoiselle”, eines “Fräuleins”, zu haben. Auf amtlichen Dokumenten, die den Zivilstand abfragen, müssen sie immer noch kennzeichnen, ob sie eine “Madame” oder eine “Mademoiselle” sind.

Damit soll nach einer neuen Aktion von französischen Feministinnen jetzt Schluss sein. Ihre Webseite macht klar Schiff: “Haben sie sich niemals gefragt, warum man einen ledigen Mann nicht “Mondamoiseau” nennt, was “männliche Jungfrau” bedeutet? Das ist nicht erstaunlich, diese Unterscheidung ist nämlich für die Frauen reserviert….. In der Tat, im Frankreich des Jahres 2011 unterliegen Männer und Frauen nicht derselben Einstufung: Einheitliche Kennzeichnung  für die Männer, doppelte Kennzeichnung für die Frauen! Deshalb lancieren die Bewegung “Osez le féminisme” (Feminismus wagen) und die “Chiennes de garde” (Wachhündinnen) eine Kampagne mit dem Titel “Mademoiselle, das Kästchen zuviel”, um daran zu erinnern, dass die Unterscheidung Madame / Mademoiselle weder schmeichelhaft noch verpflichtend ist. Und überhaupt, dass sie ein Zeichen des ordinären Sexismus ist, der immer noch in unserer Gesellschaft vorherrscht.”

Die französische Medien haben diese Kampagne umfangreich zur Kenntnis genommen. Vermutlich wird dies der “Mademoiselle” den Todesstoß versetzen.

Informationsquelle:
Ne les appelez plus mademoiselle ! – Le Parisien

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