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Spaßgesellschaft trifft sich in Budapest: Kein Spaß für die Anwohner

Doris-Evelyn Zakel schreibt in einem Beitrag auf Café Babel über den Partytourismus in Budapest, der inzwischen auch diese Stadt fest im Griff zu haben scheint. Sie beschreibt die Zustände wie folgt:

Barcelona hat es, Berlin und Amsterdam auch und nun Budapest: Ein Problem mit dem Partytourismus. Während sich in Barcelona immer mehr Bürgerinitiativen gegen den Massentourismus bilden, scheint man in Budapest erst langsam zu erkennen, dass mit den Touristen und Airbnb nicht nur das große Geld kommt, sondern auch der Verfall und die Gentrifizierung historischer Viertel. 

Ihre große Beliebtheit bei vorwiegend jungen Touristen verdankt die Stadt den Low-Budget-Angeboten und ihrem zweifelhaften Ruf als „Party Capital of Central Europe“. Was das für Auswirkungen hat, davon kann man sich an einem gewöhnlichen Tag in der Budapester Innenstadt ein Bild machen. Gruppen von zehn bis 30 jungen Männern, als Wikinger, Kapitäne oder Sträflinge gekleidet, die den Abschied vom Junggesellentum hemmungslos und feuchtfröhlich begehen.
Dem Wunsch des überwiegend angelsächsischen Klientels nach der perfekten „Stag Party“ kommt man hierzulande mit neuen Konzepten und Eventagenturen nach. Portale mit expliziten Namen wie stagheavenbudapest oder stagparadisebudapest bieten ganze Erlebnispakete an und versprechen das Kumpelherz hören schlagen zu lassen. Schifffahrt auf der Donau inklusive Striptease, Beer-Bike-Tour durch die Innenstadt, Pub-Crawl, Paintball und zur Erholung vom Party-Wochenende ein Besuch im historischen Thermalbad. Auch eine Stadtbesichtigung sei möglich, verrät die Mitarbeiterin einer solchen Eventagentur, aber diese werden selten gebucht. Seit einigen Monaten begleitet sie die Männergruppen auf ihren Touren, stellt sicher, dass sie auf ihre Kosten kommen und alles zu ihrer Zufriedenheit abläuft. Die Erfahrung habe ihr gezeigt: „Den meisten geht es darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Alkohol zu trinken, hübsche Ungarinnen kennenzulernen und für ihre Party wenig Geld auszugeben.“


Es lohnt sich den Bericht zu lesen, zeigt er doch wie eine verfehlte Kommunalpolitik im Hinblick auf Profitoptimierung durch Tourismus zu untragbaren Zuständen führen kann. Partytourismus ist nur etwas für die Veranstalter, aber nicht für die Bewohner einer Stadt.

Siehe auch
Barcelona mag keine grölenden Säufer
Barcelona geht gegen Billig-Tourismus auf die Barrikaden

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