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Junge Ungarn flüchten aus Orbans migrantenfreiem Paradies

Victor Orban hat vor kurzem die Parlamentswahl in Ungarn gewonnen und dank eines nach seinen Vorstellungen zugeschnittenen Wahlrechts gleich auch noch mit verfassungsändernder Mehrheit. Das Orban-Regime zementiert sich in Ungarn ein. Scheinbar kann man mit einer Politik, die den Normalbürger unverfroren entmündigt, immer noch Wahlen gewinnen. Damit dürfte sich die Mehrheit der mit Angstpropaganda vor Flüchtlingen und Islam und unterschwellig mit antisemitischer Propaganda bombardierten ungarischen Wähler in ihr Schneckenhaus zurückgezogen haben, in der Hoffnung, dass dieses vom großsprecherischen Ministerpräsidenten auch tatsächlich gegen die Unbilden der Welt geschützt werden kann.

Der unterlegenen Minderheit, insbesondere der Jugend, nimmt das stickige Klima im Land die Luft zum atmen. Deshalb ist es sehr verständlich, wenn inzwischen viele das Weite suchen. Dank der Freizügigkeit in der Europäischen Union ist das zumindest in Europa heutzutage möglich. Die Web-Zeitung Huffington Post berichtet aus Budapest von der 25-jährigen Studentin Eszter Imrenyi, die sehr besorgt darüber ist wie ihr Land sich entwickelt. Ungarn sei sehr zerstritten und die öffentlich Debatte sehr polarisiert. Die populistischen rechtsextremen Führer würden nur gegen Flüchtlinge, Minderheiten und die Medien wettern. Die Regierung würde zukünftige Vorteile durch eine kurzsichtige Politik zerstören. "Wir haben ein so schönes Land. Wir haben so viele Dinge auf die wir stoz sein können", erklärte sie.

Huffington Post fähr weiter:
"Sie ist nicht allein. Eine Generation junger Ungarn hat sich sich nach der Konsolidierung der Herrschaft von  Viktor Orbán als Ministerpräsident Ungarns, in der er neue Gesetze erliess und die Arbeit von Menschenrechtsgruppen zum Stillstand brachte, in den letzten 8 Jahren entschieden das Land zu verlassen. Ungarn, das eine weltweit der am schnellsten abnehmenden Bevölkerung hat, steuert auf eine demographische Krise zu. Die Vereinten Nationen schätzen, dass bis zum Jahr 2050 die Bevölkerung mindestens um 15% schrumpfen wird.

Aber statt dieser Krise mit der Aufnahme von mehr Migranten zu begegenen - so wie es zum Beispiel Deutschland macht - hat Ungarn seine Grenzen völlig geschlossen. Zur gleichen Zeit haben wirtschaftliche Vorteile im Ausland, Zwietracht schaffende Rhetorik und das Heraufkommen von Ethnonationalismus viele junge Leute aus dem Land getrieben.

Und der wirtschaftliche Fortschritt hat diese Auswanderung nicht gestoppt. Die Unternehmen erklären, dass sie keine qualifizierten Arbeiter finden, während der ungarische Sozialdienst vor allem im Bereich Gesundheit hinter anderen europäischen Ländern zurückfällt. Fast die Hälfte der ungarischen Familienärzte werden im nächsten Jahrzehnt emigrieren oder in Rente gehen. 

Es gibt einen effektiven "Brain Drain" in Ungarn", erklärt Csaba Toth, eine Analystin des Republikon Instituts, einer liberalen Denkfabrik. "Die am besten ausgebildeten und talentiertesten Leute verlassen das Land".

Julia Des, die Direktiorin der jüdischen "Haver Education Foundation", hat dies schon lange kommen sehen. Wenn die 35-jährige Mutter von zwei Kindern eine Party gibt, dann muss sie erst über Skype nachprüfen, welche Freunde inzwischen ins Ausland umgezogen sind. Die Hälfte der Leute ihres gesellschaftlichen Umfeldes haben das Land verlassen und ihr Bruder und seine Familien beabsichtigen dieses Jahr nach Österreich umzuziehen. "Wenn ich jemanden aus meinem Freundeskreis treffe und mit ihm ein Bier trinke, dann haben wir immer dasselbe Gesprächsthema: "Wirst du auch gehen?", erklärt sie.

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