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Die 70 gefährlichsten Straßenkilometer in Spanien lassen die Verantwortlichen kalt

Nach einem Bericht der Zeitung "El Pais" ist die Nationalstraße N-I auf einer Strecke von 70 km zwischen der Stadt Burgos und Miranda die gefährlichste Straße Spaniens. Täglich passieren 10.000 Fahrzeuge, die Hälfte davon Lastwagen, die Straße. Wie kam es dazu? El Pais schreibt:

1974 hat der Staat die Autobahn AP-1 eingeweiht, die von Burgos aus ins Baskenland führt und parallel zur N-I verläuft. Die Nutzung wurde privat geregelt, aber der Staat verpflichtete sich, die Autobahn in 5 Jahren freizugeben. Nach Ablauf dieses Zeitraum und aufgrund der Verzögerung bei den Einnahmen der Maut wurde die private Verwaltung bis 1999 verlängert. Nur 3 Jahre nach dieser Verlängerung wurde diese bis 2003 erweitert. Danach erfolgte eine weitere Verlängerung bis 2017 und jetzt soll sie erst 2018 mautfrei gemacht werden.

Der Autobahnbetreiber ist das Unternehmen Europistas, das eine Maut von 11,85 € für die Strecke von Burgos bis Ameyugo, einem Dorf 20 km vor Miranda del Ebro erhebt. Dies ist die einzige Mautstrecke der gesamten Autovia del Norte (Nord-Autobahn), die Madrid mit Irún verbindet. Viele Fahrzeuge wollen die Mautkosten vermeiden. So entscheiden sie sich für die andere Möglichkeit, die Nationalstraße. Hier fahren sie auf einem völlig veralteten Straße, mit jeweils nur einer Fahrspur in jede Richtung und hochriskanten Kreuzungen mit einem Verkehrsaufkommen. das nur für Autobahnen geeignet ist. Die Konsequenzen sind seit Jahren katastrophal.

"Wir haben keine Ahnung, warum der Staat ständig die Maut verlängert, uns hat man das nie erklärt", berichtet Rafael Solaguren, der Sprecher der Betroffenen durch die N-I. "Wir haben hier eine Strecke von 70 km, die hunderte von Toten verursacht und die Autobahn wird trotzdem nicht mautfrei gestellt. Welche Interessen zählen mehr als das Leben von Menschen? Das verstehen wir nicht. Und wir glauben auch nicht, dass die Autobahn im nächsten Jahr frei wird. Wir glauben an nichts mehr".

Die berüchtigte Strecke wird so geschildert:

Auf dieser Straße zu fahren verpflichtet, das Steuerrad gut festzuhalten. Es vergehen keine 20 Sekunden ohne dass ein Lastwagen auftaucht. In den Stoßzeiten fahren diese Stoßstange an Stoßstange mit etwa 100 km/h. Die machen alles dicht. 

An verschiedenen Ausfahrten zu den Dörfern in der Gegen macht die Ausfahrt eine 90 Grad Kurve. Im Fall von Atapuerca, bittet uns Rafael Solaguren abzubremsen, aber der Lastwagen hinter uns ist dicht aufgefahren und wir verzichten auf die Ausfahrt. Überall sieht man Manöver, um der Gefahr auszuweichen: Autos die auf die Bankette ausweichen, die den Weg abschneiden oder zu bremsen anfangen und die die Blinker schon einen Kilometer vor der Ausfahrt setzen.

"Wir, die wir hier leben, wir kennen die Straße und wir denken nicht im Traum daran, zu überholen", erklärt Rafael. Kurz nachdem er das gesagt hat, sind wir gezwungen zu bremsen, wegen einem Lieferwagen, der überholt und uns entgegenkommt. Auf der ganzen Strecke kann man viele Bremsspuren im Asfalt sehen und Reste von verunglückten Fahrzeugen. Es liegen auch Kreuze, Blumen und Kränze am Straßenrand. Rafael zeigt uns eine makabre Stelle: "In dieser Kurve wurde die Tochter von Familie X getötet, hier war die Stelle, wo sich das Auto eines Anderen überschlug; aufgepasst: hier ist im vergangenen Jahr ein Lastwagen in Brand geraten, nachdem er mit einem Auto zusammengestoßen ist".


Die Todesstraße von Burgos machte ihrem Ruf vor kurzem wieder alle Ehre: Eine (französische) Familie von 5 Personen fand den Tod als sie mit ihrem Fahrzeug frontal mit einem Lastwagen zusammenstiessen. Eine Nutzerin der Straße sagt: "Wir Anwohner wir kennen die Situation und sind sehr vorsichtig. Aber hier kommen auch viele Ausländer vorbei, tausende von Lastwagen, die von Portugal kommen und hinfahren und zum übrigen Europa und Touristen mit ihren Familien. Diese sind in den letzten Fällen die Opfer".


Seit 2002 sind auf dieser Strecke 117 Menschen ums Leben gekommen. Gezählt ab 1993 sind es 226 Tote. Und unzählige Schwerverletzte. Die Bürgerinitiative protestiert seit Jahren, aber wird von der Regierung nicht ernst genommen. Sie antwortet nicht einmal auf diese Proteste. Dabei wäre eine Lösung einfach: Entweder die Autobahn mautfrei zu machen oder die Lastwagen verpflichten nur die Autobahn zu nutzen.

Aber es ist wie so oft in Spanien: Bürger und Bürgerinnen werden sei alters her als "Untergebene" betrachtet, die möglichst den Mund zu halten haben.

Ein Kommentarschreiber des lokalen "Diario de Burgos"schreibt aus Anlass des letzten Unglücks:
Wie lange müssen wir noch diese Sauerei von Straße ertragen? Wieviele Menschen müssen noch sterben? An anderen Orten sperren sie Straße bis eine Lösung gefunden ist und die Autobahn freigegeben wird. Das Geld scheint wichtiger zu sein als Menschenleben. Es war schon immer so und wird immer so bleiben. Danke."

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