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Argentinien und Brasilien fremdbestimmt durch Pestizide und Chemiekonzerne

Die brasilianische Wissenschaftlerin Silvia Ribeiro erklärte auf einem Kongress in Argentinien, dass Argentinien und Brasilien die größten Konsumenten von Pestiziden seien. Die Brasilianer nennen Pestizide weniger beschönigend "Agrar-Gifte (agrotóxicos)".

Lateinamerika sei bezüglich der landwirtschaftlichen Blocks in 2 Teile geteilt, berichtet Silvia Ribeiro. Es gebe die Soja-Republik mit den Ländern Argentinien, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Brasilien sowie die anderen Länder Lateinamerikas. Obwohl man der Ansicht sei, dass große Produktionsbereiche inzwischen mit gentechnisch veränderten Pflanzen arbeiteten, stimme diese Ansicht nicht. Nur 10% der Landwirtschaftsfläche Lateinamerikas sei mit gentechnisch verändertem Saatgut bepflanzt.

Die landwirtschaftliche Produktion konzentriere sich auf immer weniger Großbetriebe. Deren üppige Verwendung von Pestiziden trage stark zu Erkrankungen der Bevölkerung durch diese Gifte bei. Alarmierend sei die Tatsache, dass Argentinien und Brasilien allein 21% der Weltproduktion an Pestiziden konsumierten.

Von der Fusion Monsanto-Bayer erwartet sie für die betroffenen Länder nur das Schlimmste. Die Länder würden in völliger Abhängigkeit dieses Konzerns geraten. Während es vor 20 Jahren noch 200 Saatgut-Unternehmen gab, gäbe es jetzt gerade einmal noch 6 Großkonzerne. In den anderen Ländern Lateinamerikas würden dagegen immer noch Familienbetriebe in der Landwirtschaft den Ton angeben.

 "Monsanto-Bayer, Syngenta-ChenChina, Dow-Dupont sind Großkonzerne, die mehr als 60% des Saatgut-Marktes beherrschen (nicht nur das gentechnisch veränderte Saatgut) und 71% des Marktes für Pestizide. Eigentlich dürfte keine Kartellbehörde diese Fusionen erlauben", stellt Silvia Robeiro fest.

Was ist die Folge?
"Diese Konzerne kontrollieren den Preis, die Innovationen und haben großen Einfluss auf die Agrarpolitik. Länder mit einem hohen Grad von industrieller Agrarwirtschaft wie Argentinien, werden dadurch sehr verwundbar. Auch bezüglich der eigenen Souveränität. Diese Unternehmen haben eine erdrückende Verhandlungsmacht mit der sie sich gegenüber den Ländern durchsetzen und Gesetze zu ihren Gunsten beeinflussen können."


Informationsquelle
Argentina e Brasil são os maiores consumidores de agrotóxicos na AL, diz pesquisadora

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