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Von braven Mädchen: Das Los der Frauen in Rumänien

Gemeinhin hält sich die Ansicht, dass in den sozialistischen Ländern des Ostblocks die Gleichberechtigung der Frauen weiter vorangeschritten war als die Situation in den Ländern Westeuropas. Inzwischen sind es bald 30 Jahre her, dass der Ostblock zerfallen ist. Grund zur Frage, wie es jetzt mit den Frauenrechten dort aussieht.

Für die Situation in Rumänien kann der wütende Bericht der Journalistin Claudia Postelnicescu auf der Webseite "Romania Curata" herangezogen werden:

Die rumänischen Mädchen werden von klein auf von ihre Vätern und Müttern dahingehend erzogen, dass sie gehorsam sein müssen, dass sie heiraten und Kinder bekommen sollen. Sie sollen Missbrauch und Demütigung akzeptieren, ihre untergeordnete Rolle und dass sie auf Wunsch des Mannes Kompromisse eingehen, für die sie von diesem nachher getadelt werden.  Den Frauen in der rumänischen Politik wirft man vor, dass sie nur soweit gekommen sind durch Tricks und weil sie sich hochgeschlafen haben, aber sind wir tatsächlich die Strippenzieher in der Politik?  Die Männer sind es! Von wessen Wohlwollen hängt es ab, dass Frauen an die Macht kommen? Von der Zustimmung der Männer.  Wie fördern Männer, insbesondere die rumänischen, eine Frau? Nur auf eine Art: wenn sie sich anpassen und ihren Erwartungen entsprechen,  egal worum es geht. Welche Optionen haben die Frauen? Kompromisse,  Schweigen und sich selbst marginalisieren.  

In einem System der Kompromisse ist sie eine Marionette derer, die sie dahin gebracht haben.  Er weiß das, du weißt das, alle Welt weiß das und so wollen Sie, dass du unterwürfig bist und die Rolle spielst, die sie dir zugedacht haben. Du bist nicht so weit gekommen, weil du kompetent, aufgeweckt,  fähig, sicher, strahlend und vielleicht auch schön bist. Nein, du bist nur soweit gekommen, weil sie dich gelassen oder gerufen haben. 

 Claudia Postelnicescu berichtet dann weiter, dass Frauen nicht nur in der Politik, sondern auch in der Gesellschaft nur weiterkommen, wenn sie sich ihren Chefs gegenüber auch sexuell gefügig zeigten. Die sexuelle Belästigung von Frauen durch Vorgesetzte sei die Regel. Bewerbungen von Frauen werden von den Männern dahingehend gesichtet, ob sie sich "verführen" lassen. Sie schreibt: Ich  kenne Dutzende von missbrauchten Frauen,  die die Polizei gerufen haben und die ist gekommen und habe sich über die Anzeige der Frauen lustig gemacht und mit dem Aggressor fraternisiert. Es sei kein Wunder, dass integre Frauen auch noch verfolgt werden. bis es dazu kommt, dass sie getötet werden. Und auch dann gebe man ihnen noch die schuld, bestimmt hätten sie verdient getötet zu werden, weil sie etwas angestellt hätten.

Worauf Claudia Postelnicescu auf die Scheinheiligkeit in der rumänischen Gesellschaft zu sprechen kommt:
Warum gibt es in Rumänien einen derartigen Mangel an Solidarität? Warum gehen Frauen und Männer jeden Tag in die  Kirche, zünden Kerzen an und beten. Streng und nach den Riten und sie sind nicht imstande an den Leiden des Nächsten Mitgefühl zu haben!? Das ist pure Heuchelei,  fehlendes Mitgefühl,  eine Gesellschaft von Psychopathen deren kürzlicher Kommunismus sie dement hat werden lassen, der jedes Mitgefühl getötet hat und bei ihnen nur Hass und Wut zurück gelassen hat? Warum hassen viele unserer gute Christen nicht nur die Frauen, sonder quälen Hunde und werfen junge Tiere in den Wald oder setzen Sie an der Straße aus?.....

Jede Woche wird eine Frau bei sich in der Familie vergewaltigt. JEDE WOCHE! JEDE Woche sprechen die Priester der orthodoxen Kirche über die Familie und die Rolle der Frauen in der Familie: Davon, dass die Frau dem Manne untertan sei. Keiner spricht über die Freiheit und Würde des Menschen,  sei es eine Frau oder Mann.

Die Wut von Postelnicescu ist nur zu verständlich.  Auf Betreiben der orthoxen Kirche gibt es in Rumänien einen "Pakt für  die Familie", deren höchstes Ziel es ist,  das alte Rollenbild zu zementieren oder am besten die Geschichte zurück zu drehen. Die rumänische Männerwelt tut zwar so, wie wenn es eine Gleichberechtigung der Geschlechter geben würde, aber die Wahrheit ist leider eher auf der Seite von Frau Postelnicescu. Sie hat recht, wenn sie ihre Geschlechtsgenossinnen aufruft, das nicht alles teilnahmslos hinzunehmen, sondern dagegen etwas durch Stärkung der feministischen Bewegungen zu tun.

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