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Spanien in Flammen

Es ist Sommer und die Flammen bedrohen wieder einmal große Waldgebiete auf der iberischen Halbinsel. Besonders betroffen hat es dieses Jahr Portugal und die nordwestliche Region Galicien in Spanien. In Galicien brannte oder brennt es seit Anfang August auf einer Fläche von 9.000 Hektar. 11 Gemeinden mussten evakuiert werden. Es gibt 400 Brandherde, 7.000 Menschen kämpfen gegen die Flammen. Die Verantwortlichen führen viele Brände auf Brandstiftungen zurück, aber auch der beliebte Brauch an den vielen Volksfesten im Sommer in Galicien, Raketen und Feuerwerk abzuschießen wird als Grund für die Brände genannt.

Mit der alarmierenden Entwicklung der Brände in Spanien befasst sich eine eigene Webseite, die sich “España en llamas” (Spanien in Flammen) nennt. Auf der Webseite wird die Entwicklung in den Jahren von 2001 bis 2014 zusammengefasst. Danach gab es in diesem Zeitraum
  • 223.783 Waldbrände,
  • bei denen eine Fläche von 1,5 Millionen Hektar abgebrannt wurde, was der Fläche des Baskenlandes und Madrids entspricht.
  • 55% der Brände wurden absichtlich gelegt, in Galicien waren es sogar 80%.
  • In der Rangliste der 100 Gemeinde, in denen die meisten Brände registriert wurden, befinden sich 94 davon in Galicien und Asturien. In diesen Regionen brannten 31,4% der insgesamt in Spanien zwischen 2001 und 2013 abgebrannten Flächen .

Die spanische Regierung hatte im vergangenen Jahr mit dem “Ley de Montes” (Gesetz über die Berge) den Unterhalt und die Restaurierung von angezündeten Waldgebieten neu geregelt. Danach wurde der bisherige Grundsatz, dass in Gebieten, in denen es Brände gab ein Wechsel der Waldnutzung erst nach 30 Jahren möglich war, unverändert bei belassen, aber es wurde eine Ausnahmeregelung eingeführt, nach der aus Gründen übergeordneten Staatsinteresses ein Nutzungswechsel verfügt werden kann. Nach Ansicht vieler Kenner führt diese Klausel zu erheblicher Rechtsunsicherheit.

Auf der Seite von “España en llamas” wird ein solcher Fall von Nutzungsänderung nach einem Brand geschildert:
Ein vorsätzlich gelegter Waldbrand zerstörte im August 1992 nahe Benidorm (Provinz Alicante) 450 Hektar Wald auf einem Gelände, auf dem nach einigen Jahren ein Vergnügungspark gebaut und 2000 eröffnet wurde. Vor Mai 1997 konnte man die Grundstücke für eine Preis von 6 € den qm kaufen. Am 10 Mai desselben Jahres waren sie plötzlich das dreifache wert. Das Gelände wurde von mehreren Unternehmern erworben. Die Landesregierung, damals von den Sozialisten regiert, untersuchte daraufhin eine mögliche Verbindung zwischen dem Feuer und den Bebauungsinteressen.
Sowohl der Brand als auch die Umwidmung der Grundstück geschah kurz vor der in Inkraftsetzung des “Ley de Montes” im Jahre 2003, das das Verbot des Nutzungswechsel für eine Dauer von 30 Jahren nach dem Waldbrand einführte. Jetzt liegt der Fall beim Landgericht Valencia im Rahmen des Verfahrens gegen ein Korruptionsnetzwerk an, in das 38 Personen wegen Immobilienspekulation, Steuerbetrug, Betrug, Dokumentenfälschung und Geldwäsche verwickelt sind. Die mündliche Verhandlung begann 2015, es gibt noch kein Urteil.


Informationsquelle
Semana negra en Galicia, acosada por el fuego.
Medio Rural y alcaldes buscan soluciones para las localidades con alta actividad incendiaria
España sigue en llamas: los últimos cambios legislativos

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