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Burkini und Burka füllen dieses Jahr das Sommerloch

Quer durch Europa zieht sich in diesem Sommer die Diskussion über den “Burkini” und auch die “Burka”. Beim Burkini gehen Frauen – in der Regel streng islamischen Glaubens – mit einer Art Vollkörperanzug zum Bad an den Strand. Bei der Burka handelt es sich um eine Vollverschleierung, bei der man davon ausgeht, dass muslimische Machos ihre Frauen zu einer solchen Verkleidung zwingen. Die Aufregung über diese Art der Bekleidung ist erstaunlich, denn nur wenige Europäer sind bisher in den Genuss ihres Anblickes gekommen.

Auslöser für eine neue Welle der Aufregung in diesem Sommer war der Erlass des Bürgermeisters von Cannes an der Cote d’Azur, der das Tragen eines Burkini am Strand untersagte. Mit seinem Erlass verfügte er, “dass all jenen der Zugang zum Strand und zum Bad verweigert wird, die nicht das richtige Kleidungsstück anhaben, das die guten Sitten und die Laizität respektvoll behandelt und an die Regeln der Hygiene und an die Sicherheit der Badenden im öffentlichen Raum des Strandes angepasst ist. Derselbe Bürgermeister ließ im übrigen für den saudi-arabischen König im vergangenen Jahr großflächige den öffentlichen Strand rund um dessen Villa für die Öffentlichkeit sperren. Obwohl ja gerade die Verhüllung von Frauen eine besondere Spezialität des saudi-arabischen Staates ist, aber das stört nicht solange man vor der Macht des Geldes kriecht.

Ähnlich verhält es sich mit der Burka. In Deutschland wurde sie zur Füllung des Sommerlochs von CDU-Politikern aus der Versenkung geholt. Auch von denen hat kaum mal jemand eine Frau mit Burka gesehen, aber man bläst das zu gerne zu einem Problem auf, um stramme Haltung im Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus zu zeigen. Um so etwas wie eine Vollverschleierung zu sehen, muss man sich schon in Münchens Luxusgeschäfte begeben, wo die Clans der arabischen Ölmilliardäre ihrem Shopping-Vergnügen frönen. Spätestens wenn es um die Verprellung dieser vermögenden Kundschaft geht, werden der CSU Kraftprotz Horst Seehofer und sein Sancho Panza Andreas Scheuer gerne ihre schweren Bedenken gegen islamistische Umtriebe verleugnen.

Somit zielt die ganze Burkini-/Burka-Kampagne nur darauf ab, eine verschwindend kleine Minderheit für jede Art von Ablenkungsmanöver zu nutzen. Man will damit der Bevölkerung einen Aktionismus vorschwindeln, der nur auf Ressentiments aufbaut. Währenddessen verbluten in Aleppo und anderswo in Syrien die Menschen in einem Krieg, in dem das Land und seine Menschen Opfer der Interessen von Welt- und Regionalmächten geworden sind. Schaffen es tatsächlich ein paar Syrier in die inzwischen fest gesicherte Festung Europa zu kommen, dann wird der Untergang des Abendlandes heraufbeschworen.

Ja, Europa, Deine Welt ist nicht mehr in Ordnung, aber das liegt daran, dass unsere nationalen Egoismen und damit die Weigerung, fremden Menschen in Not zu helfen, immer mehr unser Herz und Hirn zerfressen.

Informationsquelle
Le maire de Cannes interdit le port du burkini à la plage
Le roi Salmane d’Arabie saoudite est arrivé à Vallauris, la plage publique située sous sa villa restera fermée

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